Illustration Pfarrei

Dekanatsräte - Bedeutung und Aufgaben


Zur Vernetzung pfarrgemeindlicher Aktivitäten und Anliegen bestehen Dekanate, an deren Spitze ein gewählter Dekan steht. In der Erzdiözese München und Freising gibt es insgesamt 40 Dekanate (Stand: 1. Februar 2007).

In Analogie zu den Dekanatskonferenzen der hauptamtlichen Seelsorgern haben sich auch die Räte und Verbände auf Dekanatsebene organisiert. Auch die Dekanatsräte haben eine vom Erzbischof genehmigte Satzung, die ihre Aufgaben beschreibt.

Die Pfarrgemeinderäte des Dekanates sind über den Dekanatsrat im Diözesanrat und im Katholikenrat der Region München (KRM) vertreten.

Sinn und Zweck der Dekanatsräte

Anliegen aller im Dekanat Verantwortlichen ist es, in einem kontinuierlichen Kommunikationsprozess zu stehen. Ziel eines Dekanatsrates ist es daher,
- sich abzusprechen,
- Kräfte zu bündeln
- und Anliegen voranzutreiben, die die Möglichkeiten der Pfarrgemeinde überschreiten.

Dekanatsräte in den Land-Regionen

  • Bei den verhältnismäßig großen Dekanaten der beiden Land-Regionen Süd und Nord sind die zweimal im Jahr stattfindenden Vollversammlungen der jeweiligen Dekanatsräte wichtig, damit sich die Vertreter/innen der Pfarreien und Verbände kennen lernen.
  • Deshalb findet bei jeder Vollversammlung ein intensiver Erfahrungs- und Meinungsaustausch statt.
  • Gemeinsame Veranstaltungen wie z.B. Dekanatswallfahrten oder Dekanatstage werden auf diesen Vollversammlungen beschlossen und in kleinen Arbeitsgruppen vorbereitet.
  • Die Fort- und Weiterbildung für die Pfarrgemeinderäte und deren Sachausschuss-Mitglieder werden von den Dekanatsräten in Zusammenarbeit mit der zuständigen Geschäftsstelle des Diözesanrates vorbereitet und durchgeführt.
  • In manchen Dekanatsräten werden Sachausschüsse gebildet
  • Um die Arbeit im sozial-caritativen Bereich besser vernetzen zu können, werden auf Dekanatsebene Arbeitsgemeinschaften gebildet, die Delegierte in die diözesane Arbeitsgemeinschaft entsenden. Die Geschäftsstelle der diözesanen Arbeitsgemeinschaft „Caritas und Sozialarbeit" befindet sich beim Diözesanrat der Katholiken, Dieter Haschner, Tel. 089/2137 1461.
  • Ähnliches gilt für den Bereich Ehe und Familie sowie Schule und Erziehung. Die Dekanatsratsvollversammlung wählt ihre Delegierten für die mindestens einmal im Jahr stattfindende diözesane Konferenz des deutschen Familienbundes und der Katholischen Elternschaft Deutschlands (KED) (= diözesaner Familien- und Elternrat).
  • Auch die Ausbildung von Wortgottesdienstleitern/innen und Einführungen für Firmhelfer/innen lassen sich gut auf Dekanatsebene organisieren und mit kompetenten Fachreferent/inn/en durchführen.
  • Höhepunkt einer Amtszeit des Dekanatsrates könnte ein von ihm vorbereiteter Dekanatstag (möglichst ökumenisch) oder ein Neujahrsempfang sein.

Dekanatsräte Stadt / Region München

Im Unterschied zu den Dekanaten in den beiden Landregionen der Erzdiözese sind die Dekanate und damit auch die Arbeit der Dekanatsräte in der Seelsorgsregion München von anderen Gegebenheiten bestimmt: Einzelne Stadtviertel und Gemeinden sind von ballungsraumspezifischen Phänomenen geprägt, wie z. B.
- Auflösung gewachsener Siedlungsstrukturen
- Überalterung
- viele Singlehaushalte
- große Fluktuation
- hohe Zahl fremdsprachiger Katholiken
- hoher Bevölkerungsanteil von nichtchristlichen Ausländern
Dazu kommt, dass sich kirchliche und kommunale Strukturen nicht entsprechen. Die meisten Dekanate in der Region München umfassen neben Münchner Stadtpfarreien auch Pfarreien in selbständigen Kommunen außerhalb der Stadt München, d.h. im Landkreis München und/oder in den Landkreisen Dachau, Ebersberg, Fürstenfeldbruck, Starnberg.
Innerhalb der Stadt München stimmen Dekanatsgrenzen und die Grenzen der Stadtbezirke nicht überein.
Die Verkehrsachsen des Individualverkehrs und des öffentlichen Personennahverkehrs bestimmen ihrerseits räumliche Strukturen.

Die Dekanate sind von der Fläche her relativ klein, vereinen aber von der Katholikenzahl her große Pfarreien, die manchmal, nicht zuletzt wegen ihrer Größe, eine Zusammenarbeit auf der mittleren Ebene als nicht notwendig erachten.

Mag diese Ausgangslage die Arbeit der Dekanatsräte in der Region München eher erschweren, so gibt es auch in der Region München Notwendigkeiten für das Bestehen und die Arbeit der Dekanatsräte:
  • Der Dekanatsrat bietet die Möglichkeit der Vernetzung der Pfarrgemeinderäte und der auf Dekanatsebene tätigen kirchlichen Einrichtungen, wie z. B. Jugendstelle / Jugendseelsorge, Caritas Zentrum und Dekanatsschulbeauftragte/r und der Missionsräte der im Dekanat ansässigen Fremdsprachigen Missionen.
  • Um die Arbeit im sozial-caritativen Bereich besser vernetzen zu können, werden auf Dekanatsebene Arbeitsgemeinschaften gebildet, die Delegierte in die diözesane Arbeitsgemeinschaft entsenden. Die Geschäftsstelle der diözesanen Arbeitsgemeinschaft „Caritas und Sozialarbeit der Ehrenamtlichen" befindet sich beim Diözesanrat der Katholiken, Dieter Haschner, Tel. 089/2137 1461.
  • Auf Dekanatsebene lassen sich z. B. Informationsveranstaltungen und Fortbildungsangebote für Ehrenamtliche, Dekanatstage, Aktionen und Projekte, Arbeitsgruppen, Öffentlichkeitsarbeit und Gottesdienste und Wallfahrten organisieren, und sie bietet Möglichkeiten für die ökumenische Zusammenarbeit.
  • Durch den Dekanatsrat können sich die Pfarrgemeinderäte und die hauptamtlich in der Seelsorge der Pfarrgemeinden tätigen Priester, Diakone, Pastoral- und Gemeindereferenten/innen vernetzen. Der Dekanatsklerus ist im Dekanatsrat vertreten. Der/die Dekanatsratsvorsitzende wird zukünftig in die Sitzungen der Dekanatskonferenz eingeladen. Auch sollten der Dekanatsrat und die Dekanatskonferenz ab und zu gemeinsam tagen.
  • Mit den Bezirksausschüssen der Stadt München haben die Dekanatsräte ein kommunalpolitisches Gegenüber. Die Bezirksausschüsse sind lokale Organe der Landeshauptstadt München, dienen der Erörterung und Durchsetzung stadtbezirksbezogener Anliegen der Bürgerinnen und Bürger und besitzen auch Entscheidungsrechte, z. B. über
    - die Gewährung von Zuschüssen für Vereine und soziale Initiativen im Stadtviertel
    - Gestaltung von Straßen, Plätzen, öffentlichen Grünflächen, Spiel- und Sportplätzen
    - Erholungsflächen und Freizeitzentren sowie Sozial- und Kultureinrichtungen
    - Einrichtung oder Umgestaltung von Wochenmärkten
    - Seit 1996 werden sie im Rahmen der Kommunalwahlen auch unmittelbar von der Stadtteilbevölkerung gewählt (Bezirksausschüsse im Internet unter: http://www.muenchen.de/ba).
  • Die Dekanatsräte sollten auch mit den Stadträten aus dem Gebiet des Dekanates bzw. Stadtviertels Kontakt halten. Dasselbe gilt für die örtlichen Bezirksräte sowie die Landtags- und Bundestagsabgeordneten.
Informationen zu den Bezirksausschüssen und zum Stadtrat sowie die Adressen und Telefonnummern der jeweiligen Geschäftsstellen sind dem „München-Handbuch" zu entnehmen, das kostenlos – beispielsweise bei der Stadtinformation im Münchner Rathaus – zu beziehen ist; im Internet unter: http://www.muenchen.de/mhb; Informationen zum ehrenamtlichen Engagement unter http://www.muenchen.de/engagiert-leben

Präsentation "Aufgaben und Bedeutung des Dekanatsrates"
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