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Fürholzen, Landkreis Freising
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Die Dorfpfarrkirche St. Stephanus Einer der ältesten Kirchenorte des Erzbistums
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Patrozinium St. Stephanus: Stephanus war einer der sieben Diakone der Jerusalemer Urgemeinde. Wegen Konflikten mit den jüdischen Autoritäten erlitt er den Tod durch Steinigung und wurde so der erste Blutzeuge (Erzmartyrer) der Kirche (Neues Testament, Apostelgeschichte 6-7). Die Verehrung des Heiligen Stephanus ist seit dem 4. Jahrhundert bezeugt. Sein Fest wird am 26. Dezember (2. Weihnachtsfeiertag) gefeiert. Geographische Lage: Das Dorf Fürholzen (Gemeinde Neufahrn bei Freising) liegt heute direkt neben der vielbefahrenen Autobahn München-Nürnberg, etwa 10 km südöstlich von Freising. Bereits im Jahr 772 wird Fürholzen im Schenkungsverzeichnis der Freisinger Domkirche erwähnt. Wohl damals schon stand auf der Anhöhe östlich des Orts eine Kirche, eine der ältesten im Bistum Freising überhaupt. Adelige Grundbesitzer hatten sie erbaut und der Verfügung der Freisinger Bischöfe übergeben. Daß die Fürholzener Pfarrkirche dem Heiligen Stephanus geweiht war, bezeugt die Bistumsbeschreibung von 1524. Baugeschichte: Am Beginn des 18. Jahrhunderts war die mittelalterliche Kirche baufällig und überdies wegen ihrer einsamen Lage schon mehrfach Opfer von Diebstählen geworden. So ergriff im Jahr 1722 Pfarrer Johann Jakob Pämer (1688-1771, in Fürholzen 1719-1760) die Initiative für einen Neubau im Ort. Er bat Fürstbischof Johann Franz Eckher (1696-1727) um Erlaubnis dazu und um finanzielle Unterstützung. Beides erhielt er. Unter Leitung des Freisinger Hofmaurermeisters Dominikus Glasl und seines Poliers Dominikus Huetter begannen die Arbeiten am 1. März 1723, und schon am 20. November desselben Jahres war der Bau soweit fertiggestellt, daß Fürstbischof Eckher ihn weihen konnte. Die barocke Kirche hat die Gestalt eines kreuzförmigen Zentralbaus mit zentraler Flachkuppel - für eine Dorfkirche sehr ungewöhnlich: Möglicherweise diente die Dreifaltigkeitskirche in München als Vorbild, die 1718 geweiht worden war. Innenausstattung: Um die reiche Innenausstattung, die noch einige Jahre in Anspruch nahm, hat sich Pfarrer Pämer mit großem Einsatz persönlich bemüht. Der Stuck mit Laub- und Bandelwerk stammt von Thomas Glasl, einem Sohn des Baumeisters. Für die Ausmalung engagierte der Pfarrer aus Spendenmitteln den Münchener Maler Johann Georg Sang. Das große Kuppelfesko zeigt das Martyrium des Heiligen Stephanus vor den Toren Jerusalems: Im Zentrum kniet der von den ersten Steinen getroffene Heilige; er blickt zum Himmel empor, wo er, wie es die Apostelgeschichte überliefert, „die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen“ (Apg 7,55) sieht. Auf dem Bildrand sitzt ein junger Mann, dessen linkes Bein plastisch aus Stuck in den Kirchenraum hineinragt: Es ist der Christenverfolger Saulus, der spätere Apostel Paulus. In den Zwickeln unterhalb der Kuppel sind die vier Evangelisten mit Schreibwerkzeugen und mit ihren jeweiligen Attributen dargestellt: Matthäus (mit dem geflügelten Menschen), Markus (mit dem Löwen), Lukas (mit dem Stier) und Johannes (mit dem Adler). Hochaltar: Den hölzernen Aufbau des Hochaltars – wohl vom Freisinger Bildhauer Franz Anton Mallet – stiftete auf Veranlassung von Pfarrer Pämer sein Amtsvorgänger. Für das Altarbild (wiederum mit der Steinigung des Heiligen Stephanus) hingegen sorgte Pfarrer Pämer selbst bei dem mit seiner Base verheirateten bekannten Münchner Maler Melchior Steidl. Den Altar flankieren Holzstatuen des Heiligen Johann Nepomuk und des Freisinger Bistumspatrons Bischof Korbinian. Der linke Seitenaltar ist dem Benediktinerabt St. Leonhard geweiht, dem vielverehrten Gefangenen- und Viehpatron. Das Altarbild auf der rechten Seite – wiederum eine Stiftung Pfarrer Pämers - ist eine verkleinerte Kopie des bedeutenden Hochaltarbildes der Münchener Dreifaltigkeitskirche: Maria legt für die von Not gebeugte Menschheit Fürsprache bei der göttlichen Dreifaltigkeit ein. Auf den beiden Seitenaltären stehen in Glaschreinen Kopien zweier vielfach verehrter bayerischer Marien-Gnadenbilder: Links jenes von Ettal, rechts eine Figur der Schwarzen Madonna von Altötting. Diese Kopie wurde sogar am Original in Altötting berührt, damit etwas von dessen Kraft auf sie übergehe. Kunsthistorische Besonderheiten: Das zierliche Becken des Taufsteins aus Tegernseer Marmor hat Pfarrer Pämer bei Fürstbischof Eckher regelrecht erbettelt, den Tragengel ließ er vom Freisinger Bildhauer Johann Martin Seiler schnitzen. Um noch viele weitere Figuren und Bilder kümmerte sich der rührige Seelsorger, so daß die Fürholzener Pfarrkirche zu der reichen und bunten Ausstattung kam, mit der sie heute noch ihre Besucher erfreut.
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Gottesdienstzeiten: Jeden Sonntag, jeweils abwechselnd um 8.30 Uhr bzw. 9.45 Uhr (vorherige Rückfrage empfehlenswert). Kontakt: Bei einem Besuch außerhalb der Gottesdienstzeiten empfiehlt sich vorherige Anmeldung im Pfarramt: 08165/8265 oder - 8275 (Pfarrverband Massenhausen). Für die Fürholzener Kirche existiert ein reich illustrierter Führer, der im Jahr 2000 von Studierenden der Universität München erstellt wurde. Dr. Roland Götz Archiv des Erzbistums München und Freising
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