 |
| |
Der Aufbau der hl. Messe
|
Die Feier der Gemeindemesse hat zwei Hauptteile - den Wortgottesdienst und die Eucharistiefeier -, die von der Eröffnung und der Entlassung eingerahmt werden. Jeder Teil will helfen, daß die Versammelten ihr Herz zu Gott erheben. Eröffnung »Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.« (Mt 18,20) Die Gemeinschaft hilft, die Gegenwart des Herrn zu erfahren. Es braucht Zeit und Aufmerksamkeit, um die Sinne zu öffnen und vor Gott hinzutreten. Dem dient die liturgische Eröffnung der Messe. Sie will in vielfältiger Weise die versammelte Gemeinschaft auf die Feier einstimmen und vorbereiten: im gemeinsamen Kreuzzeichen bezeugen die Versammelten ihre Taufe auf den dreifaltigen Gott. In der Besinnung bekennen sie, daß sie Anlaß zur Umkehr haben. Im Kyrieruf und im Gloria preisen sie Gott, der ihnen seine Liebe schenkt. Das Tagesgebet schließt die Eröffnung ab. Wortgottesdienst »Lebendig ist das Wort Gottes.« (Hebr 4,12) Der erste Hauptteil der hl. Messe ist der Wortgottesdienst. In den Lesungen spricht Gott zu seinem Volk. Jesus Christus ist in seinem Wort inmitten der Gläubigen gegenwärtig. Das Wort Gottes im Alten Testament führt uns zu Jesus Christus; er hat selbst daraus gelebt. Die Schriften der Apostel geben Zeugnis von Menschen, die die Botschaft von Jesus Christus hörten und danach lebten, im Evangelium spricht Jesus Christus selbst zu uns, er wird gegenwärtig durch seine Worte und Taten. Wer Jesu Wort in sich einläßt, erfährt seine verwandelnde Kraft. Er fühlt sich gedrängt, darauf zu antworten. Die Antwort der ganzen Gemeinde kommt in den Gesängen nach den Lesungen, im Zeugnis dessen, der predigt, im gemeinsamen Bekenntnis des Glaubens und im Fürbittgebet zum Ausdruck.
|
|
 |
| |
Eucharistiefeier »In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken.« (Präfation) Der zweite Hauptteil der hl. Messe ist die Eucharistiefeier. Eucharistie heißt Danksagung. Alle Gebete, Lieder und Gesten dieses Teiles sind geprägt von der Grundhaltung des Lobpreises und des Dankes: In der Gabenbereitung werden Brot und Wein, Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit, Anlaß, Gott zu preisen. Denn Jesus Christus hat sie zu Zeichen seiner leibhaften Gegenwart erwählt. Im großen Dankgebet (Eucharistisches Hochgebet) preist die versammelte Gemeinschaft die Großtaten Gottes: Er ist der Schöpfer. Er hat seinen Sohn gesandt und für uns dahingegeben -bis in den Tod am Kreuz. Er hat ihn von den Toten erweckt. Er hat den Heiligen Geist gesandt und durch ihn die Gemeinschaft der Gläubigen, die Kirche, begründet. Diese Liebe Gottes hat ihre Mitte gefunden im Tun Jesu beim letzten Abendmahl, in dem er sich selbst als Brot des Lebens und als Kelch des Heiles dargeboten hat. Diese Liebe Gottes preist und bekräftigt die Gemeinde am Ende des Eucharistischen Hochgebetes durch ihr Amen. In der hl. Kommunion findet die Eucharistiefeier ihre Vollendung: Die Versammelten empfangen - entsprechend bereitet und durch das Vaterunser und den Friedensgruß eingestimmt - den Leib (und das Blut) Christi. Sie erleben so dankbar die Gemeinschaft, die Gott stiftet. Entlassung »Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern.« (Mt 28,19) Die verwandelnde Kraft der Nähe und Liebe Gottes soll sich auswirken. Die Versammelten werden gesandt, Versöhnung und Liebe im Alltag zu leben. Dazu empfangen sie den Segen Gottes.
|
|
|
|