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Brief
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an eine junge Firmbewerberin an einen jungen Firmbewerber Du bist nun, wie eine Redensart sagt, aus den Kinderschuhen herausgewachsen. Für Dich beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Du bist auf dem Weg, erwachsen zu werden. Früher haben Deine Eltern und Erzieher weitgehend Dein Leben bestimmt, jetzt wächst Dein Wunsch nach Freiheit und Selbständigkeit. Du denkst nun über vieles nach, was Du noch vor einigen Jahren fraglos angenommen hast. Du fragst jetzt, ist alles wahr und echt, was ich in der Schule höre, was mir die Eltern sagen und was meine Mitschülerinnen und Mitschüler meinen. Von dieser prüfenden Einstellung nimmst Du auch Deinen Glauben nicht aus. Das ist gut so; denn Du sollst fähig werden, Deinen eigenen Standpunkt zu finden. Dein Glaube an Christus hat seine eigene Geschichte. Angefangen hat diese Geschichte, als Deine Eltern Dich zur Taufe brachten. Später haben sie Dich die ersten Gebete gelehrt. Du hast mit ihrem Einverständnis den Religionsunterricht der Schule besucht. Dein Glaubenswissen ist größer geworden. Dein Erstkommuniontag wird Dir noch in guter Erinnerung sein. Aber wie gesagt, angefangen hat alles mit der Taufe. Begreiflicherweise konnten Deine Eltern Dich nicht fragen, ob Du die Taufe empfangen willst. Dafür warst Du noch zu klein. Du hast die Taufe empfangen wie viele andere guten Gaben, wie Nahrung, Kleidung und ein Dach über dem Kopf.
Jetzt hast Du Dich zur Firmung angemeldet. Damit beginnt für Dich ein Vorbereitungskurs, der Dir hilft, zu verstehen, was das Sakrament der Firmung für Dich bedeutet. Mehr als in der Schule hast Du in der Firmgruppe Gelegenheit, Deine eigenen Fragen einzubringen und das Programm der Gruppe mitzugestalten. Die Leiterinnen und Leiter der Firmgruppen haben die gute Absicht, Dir ihr Glaubenswissen und ihre Glaubenserfahrungen mitzuteilen. Das wird für Dich wertvoll sein; denn Ziel dieser Vorbereitung ist, daß Du selber ein freies Ja zu Deiner Taufe sagen kannst: Ich bemühe mich, Christus, den Sohn Gottes als den Herrn meines Lebens anzunehmen.
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Diesen Entschluß kann Dir niemand abnehmen, weder Deine Eltern noch sonst jemand. Deine Freundschaft mit Christus soll Dich bewegen, diesen Entschluß zu treffen. Das sollte der Hauptgrund sein, bei der Firmung »mitzumachen«. Firmung ist aber noch mehr als ein nachgeholtes, freiwilliges Ja zur Taufe. Wie Jesus für die Seinen um die Gabe des Heiligen Geistes gebetet hat, so betet die Kirche für Dich; der Bischof salbt Deine Stirn, auf daß Gott Dich mit Heiligem Geist erfülle. Wenn Du dankbar und mit großem Vertrauen dieses Geschenk annimmst und in Deinem Leben offenbleibst für das Wirken des Heiligen Geistes, dann kannst Du erfahren, daß er Dir Beistand und Helfer bleibt.
- Er gibt Dir Mut, Dich vor anderen zu Christus zu bekennen.
- Er gibt Dir Schwung, Dich in Deiner Pfarrgemeinde aktiv für die gute Sache Christi einzusetzen.
- Er hilft Dir, Deine Fähigkeiten zu entdecken und zu entwickeln.
- Er steht Dir bei in wichtigen Entscheidungen Deines Lebens.
- Er hilft Dir, ein eigenständiger Mensch zu sein.
- Er hilft Dir in der Auseinandersetzung mit dem Bösen.
Zum Schluß noch ein Wort über das Patenamt. Suche Dir eine Patin oder einen Paten, die sich ehrlich um ein christliches Leben bemühen. Ich wünsche Dir einen gesegneten Firmungstag und ein Leben mit Gottes Heiligem Geist.
Dein Pfarrer
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