Seit Tagen und Wochen liege ich nun hier. Wann werde ich wieder aufstehen können? Wann werde ich wieder ganz gesund sein? Wird es wieder so werden wie früher? Manchmal habe ich Angst. Warum muß gerade mich diese Krankheit treffen, ich sehe keinen Sinn darin. Warum läßt Gott das zu? All diese Fragen und Probleme gehen mir durch den Kopf und belasten mich. Ich möchte gerne mit jemand darüber reden. Vielleicht sehe ich dann klarer, kann besser mit meinen Sorgen fertig werden. Heute kommt Besuch. Ich freue mich schon sehr darauf. Er kommt gerne, hat er gesagt. Hoffentlich ist er bald da und bringt viel Zeit mit. Ich brauche es jetzt sehr, daß jemand Zeit für mich hat und nur für mich da ist. Das hilft mir mehr als alle Medizin. Ein Geschenk erwarte ich nicht, höchstens eine kleine Aufmerksamkeit, denn das eigentliche Geschenk ist ja der Besuch. Ich hoffe, daß er auf meine Fragen und Wünsche eingeht, daß wir ein gutes Gespräch haben. Vielleicht vergißt er für die Zeit, in der er bei mir ist, alle anderen Sorgen. Ich bin gespannt, was er Neues zu berichten weiß und wie alles ohne mich läuft. Ich kann hier über vieles nachdenken, dabei kommen mir auch Gedanken über meinen Glauben. Manchmal gibt der Glaube mir Kraft, aber manchmal bin ich sehr verzweifelt. Vielleicht kann ich auch darüber mit meinem Besuch sprechen. Ob er meine Zweifel versteht? Vielleicht könnte ich ihn auch fragen, ob ich mit einem Seelsorger reden soll? Der Besuch ist gegangen. Seine Nähe hat mir gutgetan. Ich habe mich verstanden gefühlt. Ich freue mich, wenn er wieder kommt.
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