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Johann Michael Haydn und der Lenggrieser Kirchenchor
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Johann Michael Haydn, der jüngere Bruder Joseph Haydns, wurde am 14.9.1737 in Rohrau (Burgenland) geboren und starb am 10.8.1806 in Salzburg. Nach der Zeit als Sängerknabe am Wiener Stephansdom trat er seine erste Kapellmeisterstelle beim Erzbischof von Großwardein (heute Ungarn) an. 1762 kam er dann nach Salzburg, wo er zeit seines Lebens im Erzstift St.Peter und im Dom wirken sollte.
Michael Haydn ("Hansmichl") hinterließ ein äußerst reichhaltiges Kirchenmusikschaffen von enormer Qualität. Es handelt sich dabei beispielsweise um ca. 40 Messen und weit über 100 Gradualien. Kein Geringerer als sein Bruder Joseph formulierte seine Wertschätzung folgendermaßen: "... Er hat die besseren Kirchensachen geschrieben als ich..." Ein großer Teil der Werke ist bis heute noch nicht ediert und wird auch dementsprechend wenig bis gar nicht aufgeführt. Das Mozartjahr 2006 wurde nun auch - mehr oder weniger - am Rande als Michael-Haydn-Jahr deklariert. Mehrere Verlag erinnern sich plötzlich und geben zu diesem Termin Werke im Druck heraus. Überall befleißigt man sich, Konzerte zum Gedenkjahr Haydns zu geben, weil es halt ein "rundes Datum" ist. Das Verfahren erinnert an den Muttertag oder an Allerheiligen/Allerseelen, bei dem sich plötzlich haufenweise Menschen einmal im Jahr an etwas erinnern und ihren Pflichtteil abspulen, den Rest des Jahres über aber den Mantel des Vergessens darüberwerfen.
Ganz anders bei uns: 1989 begannen wir mit dem damals schon im Handel erhältlichen "Laudate populi". Neugierig geworden, machten wir uns auf die Suche nach weiterer Literatur und sangen bald nun unser erstes selbst herausgegebenes Graduale, das "Lætatus sum" MH 480, welches schließlich auch unser Lieblingswerk wurde, und immer wieder gern und oft dargeboten wird. 1991 wagten wir uns an das gigantische "Schrattenbachrequiem", die einzige vollständige Vertonung der Totenmesse aus der Hand des Meisters. Wenn man das Mozartrequiem (aus dem Jahre 1791) kennt, und das Haydn-Requiem (aus dem Jahre 1771) anhört, wird man feststellen müssen, daß Mozart bei der Komposition des eigenen Schwanengesanges die Musik seines früheren Salzburg Musikerkollegens im Ohr und im Gedächtnis gehabt haben muß! An allen Ecken und Enden gibt es Parallelen! In den letzten Jahren wurde uns (auf unser nachdrückliches Bitten hin - man könnte auch von Betteln sprechen) von der Bayerischen Staatsbibliothek einige Handschriftenkopien zur Verfügung gestellt, die dann von unserem Chorleiter herausgegeben und einstudiert worden sind. In erster Linie waren dies Gradualien für die wichtigsten Sonn- und Festtage im Jahreskreis. Die Sänger des Chores warten immer schon wieder darauf, einen neuen Michael Haydn kennenlernen zu dürfen. Diese Freude beim Kennenlernen und Einstudieren und die durchwegs positive Resonanz der Kirchenbesucher stellt wiederum eine Motivation für den Chorregent dar, immer wieder nach weiteren Werken Ausschau zu halten, und diese für seinen Chor herauszugeben.
Unsere bisher einstudierten Werke von Johann Michael Haydn.
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Das berühmte Johann-Michael-Haydn-Denkmal im Stift St. Peter, Salzburg
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2005 führte unser Chorausflug nach Salzburg, um die Wirkungs- und Lebensstätten unseres verehrten Johann Michael Haydn zu besuchen. Im Stift St.Peter haben wir das Hl.Amt gesungen, wir waren im Haydn-Museum, die Führung hatte Pater Petrus Eder, ein ausgewiesener Kenner, mit dem sich unser Chorregent trefflich unterhalten konnte, ferner haben wir die Gedenkstätten Haydns besucht und uns schließlich beim gemeinsamen Mittagessen im Haydn-Saal des "Peterskellers", wo wir ganz unter uns sein konnten, rekreiert. Dort haben wir dann auch noch zum krönenden Abschluß das "Lætatus sum" gesungen! Glauben Sie uns, wir hatten einen "Haydn-Spaß"!
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Erinnerungstafel im Haydn-Saal der Traditionsgaststätte "Peterskeller", Salzburg
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