Jugendliche Christen mit Fahnen im Altarraum des Freisinger Mariendomes bei der Jugendwallfahrt des Erzbistums München und Freising
Glaube und kirchliches Leben
Sakramente
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Die Feier der Sakramente

Einen bedeutenden Anteil am kirchlichen Leben hat nach wie vor die Feier der Sakramente. So wurden 2002 rund 16.000 Kinder getauft. Flankiert vom schulischen Religionsunterricht werden in den meisten Pfarreien in eigener, von Mitgliedern der Pfarrei geleiteten Gruppenarbeit junge Menschen auf den Empfang der Erstkommunion und der Firmung vorbereitet. 2002 gingen 20.400 Kinder zur Erstkommunion und 17600 wurden gefirmt. Im Bereich des Bußsakraments sind Unsicherheiten spürbar, ein Rückgang der Einzelbeichte unübersehbar. Zahlen dazu liegen allerdings nicht vor. In letzter Zeit wird eine steigende Nachfrage nach Einzelbeichte beobachtet.

Die Beteiligung der Gläubigen an der sonntäglichen Eucharistiefeier liegt im Schnitt bei etwa 14 Prozent. Das heißt nicht, daß nur noch 14 Prozent der Katholiken überhaupt die Sonntagsgottesdienste besuchen, sondern daß jeden Sonntag 14 Prozent katholische Christen der Einladung zur Eucharistie folgen. Der Anteil derer, die über ein Jahr hinweg („zu allen heiligen Zeiten“) Kontakt mit der Kirche und ihrem gottesdienstlichen Leben haben, ist erheblich höher.

Viele Pfarreien und jetzt auch Pfarrverbände können nicht mehr ohne weiteres mit einem eigenen Pfarrer am Ort rechnen. Die vorhandene Zahl der Priester ist erheblicher menschlicher Belastung ausgesetzt und durch die Fülle der auf sie eindringenden Aktivitäten auch vor eine spirituelle Herausforderung gestellt. Angesichts des derzeitigen Mangels an Priesterberufen hat Kardinal Friedrich Wetter immer wieder die Gemeinden aufgerufen, „Biotope des Glaubens“ zu bilden und so für ein geistliches Klima zur Weckung von Priesterberufen zu sorgen. Unverzichtbar für die Seelsorge ist seit Jahren die wachsende Zahl qualifizierter kirchlicher Berufe, wie der des Diakons. Außerdem die Berufe der Pastoralreferenten und Gemeindereferenten, zu denen auch Frauen Zugang haben.

Obgleich die Zahl der Paare zunimmt, die ohne standesamtliche Eheschließung und kirchliche Trauung zusammenleben, ist die Nachfrage junger Menschen nach einer christlich gelebten Ehe intensiv. Allgemein ist zu beobachten, daß eine kirchliche Eheschließung nicht allein wegen des feierlichen Rahmens, sondern auch wegen ihrer religiösen Sinngebung gesucht wird. Der Anteil konfessionsverschiedener Ehen, um die sich die Kirche eigens kümmert, beträgt 29 Prozent. In der Erzdiözese gibt es ein ausgedehntes Netz der Beratung für Ehe, Partnerschaft und Familie, damit Krisensituationen bewältigt werden können. 2002 wurden rund 3.700 Trauungen im Erzbistum gezählt. Nicht allein in der Krankenhausseelsorge, sondern auch im Bewußtsein vieler Gemeinden findet das Sakrament der Krankensalbung ein neues Verständnis. Es wird intensiv daran gearbeitet, die Bedeutung und den Sinn dieses Sakraments im Bewußtsein der Gläubigen noch zu vertiefen.


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