Jugendliche Christen mit Fahnen im Altarraum des Freisinger Mariendomes bei der Jugendwallfahrt des Erzbistums München und Freising
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Schöpfung

Gott hat die Welt erschaffen! Mit dieser Aussage beginnt das Glaubensbekenntnis aller Christen.

Die Welt: Nicht ohne Grund

Christen sind davon überzeugt: Der ganze Kosmos, Materie und Energie, Raum und Zeit haben ihren Grund in Gott. Alles was ist, existiert, weil Gott es will. Ohne seinen Willen ist nichts. Die Bibel und das Glaubensbekenntnis machen keine Aussagen darüber, wie und wann diese Schöpfung geschehen ist. Diese Fragen überläßt der Glaube der Naturwissenschaft. Dem Glauben geht es allein um die Frage, warum die Welt ist, die doch genauso gut auch nicht sein könnte. Ihre Frage ist nicht das Wie, sondern das Warum. Die Antwort, die der Glaube auf diese Frage gibt, ist: Gott hat die Welt erschaffen, weil er liebt.

Der Grund ist: Liebe

Liebe ist immer kreativ. Liebe lebt von Begegnung, vom Gegenüber, von der Ansprache, von der Berührung, von der Möglichkeit zu schenken und beschenkt zu werden. Liebe zeugt Leben: Biologisch, seelisch und geistig. Auch Gottes Liebe ist schöpferisch. Gott ist wie Eltern, wie Vater und Mutter. Die Bibel beschreibt die Erschaffung der Welt auch nicht mit physikalischen Formeln, sondern anschaulich mit einem Bild: Gott legt einen Garten an, ein Paradies, in dem der Mensch zuhause sein soll und sich entfalten kann. In diesem Garten gehen Gott und Mensch unbefangen miteinander um. Sie begegnen einander und sprechen miteinander.

Die Bibel berichtet aber auch, daß dieses Schöpfungsideal scheitert. Mißtrauen und Angst stören von Anfang an die Beziehung zwischen Gott und Mensch. Darunter leidet in Folge die ganze Schöpfung. Sie „stöhnt und ächzt", schreibt Paulus, wie eine Gebärende in ihren schmerzlichen Wehen. Die Schöpfung dauert noch an. Das anfängliche Ziel muß eingeholt werden. Die Vollendung steht noch aus. Die Bibel berichtet davon, wie Gott immer wieder versucht, diese Welt und die Menschen zu retten. Rettung durch Gott nennt die Bibel „Erlösung". Es ist das Bemühen, eine noch „gebundene Schöpfung" zu sich zu befreien, Gottes schaffende und formende Hände tragen nach wie vor diese Welt. Sie tragen die natürliche Evolution ebenso, wie das moralische Heranreifen der Menschheit zu mehr Menschlichkeit.

Zerstörung oder Vollendung?

Viele empfinden schmerzlich die Brüche und Risse dieser unfertigen Welt; sie leiden unter Vergeblichkeit und Verlust, müssen Unrecht ertragen, Kriege über sich ergehen lassen, sie werden von schlimmen Krankheiten gequält, von Gemeinheiten, Bosheit, Haß, Neid und Verrat zur Verzweiflung getrieben. Für viele ist das Leben die Hölle. Keine Spur von Paradies. Sie erleben, wie der von Gott geschaffene Lebensraum von seinen eigenen Geschöpfen zerstört und ruiniert wird. Menschen quälen und beuten ihre Mitkreaturen, die Tiere, aus und zerstören aus Gewinnsucht und Überheblichkeit die natürlichen Grundlagen allen Lebens. Dies erleben und erleiden auch Christen. Sie schauen auf Jesus. In ihm zeigt Gott, wie er sich eine menschliche Welt und den Weg dorthin vorstellt.

Herr, unser Herrscher,
wie gewaltig ist dein Name
auf der ganzen Erde…

Seh’ ich den Himmel,
das Werk deiner Finger,
Mond und Sterne, die du befestigt:

Was ist der Mensch,
daß du an ihn denkst…

Du hast ihn
nur wenig geringer gemacht als Gott,
hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt.
Du hast ihn als Herrscher eingesetzt
über das Werk deiner Hände,
hast ihm alles zu Füßen gelegt ...

Herr, unser Herrscher,
wie gewaltig ist dein Name
auf der ganzen Erde!


(aus Psalm 8)


Was kann ich tun?
Vor allem junge Menschen fühlen sich dem Erhalt der Schöpfung besonders verpflichtet und wollen konkret etwas tun. Im kirchlichen Bereich gibt es viele Initiativen und Aktionsgruppen. Ein Beispiel ist die Eine-Welt-Aktion. Bewahrung der Schöpfung heißt oft genug auch konkret Schutz von Menschen und deren Rechten.



Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels
und der Erde.

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