Jugendliche Christen mit Fahnen im Altarraum des Freisinger Mariendomes bei der Jugendwallfahrt des Erzbistums München und Freising
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Die heilige Messe

Jedem ist der Begriff „Messe" als Ausstellungsveranstaltung geläufig. Man spricht von einer Buchmesse, von einer Automobilmesse, der Computermesse... Der Name „Messe" kommt von daher, daß früher derartige Märkte und Zusammenkünfte in der Regel mit einem Gottesdienst verbunden waren. Gottesdienste aber hießen und heißen in der katholischen Kirche Messe, „Heilige Messe.“ Sie ist der zentrale Hauptgottesdienst der katholischen Kirche. Ein anderer Name dafür ist Eucharistiefeier.

Die Sonntagsmesse

Der katholische Gottesdienst besteht aus zwei Teilen: Zum einen aus dem sogenannten „Wortgottesdienst" mit Gebeten, Schriftlesungen und Predigt und zum anderen aus der Feier des Abendmahles, das Jesus Christus eingesetzt hat. Der erste Teil ist dem jüdischen Synagogengottesdienst zur Zeit Christi nachgebildet. Die ersten Christen verstanden sich als Vollender der jüdischen Messiaserwartung und feierten deshalb zunächst auch noch ihren jüdischen Gottesdienst, bis dann die endgültige Trennung von der jüdischen Gemeinde erfolgte. Sie nahmen aber ihre Gottesdienstform mit hinein in den christlichen Gottesdienst und fügten ihn mit der Abendmahlsfeier in einer Einheit zusammen.

Die Eigenart beider Teile wird im Gottesdienst dadurch deutlich, daß der Wortgottesdienst mit seinem Gebets- und Predigtteil am Ambo – einer Art Kanzel – stattfindet, während die Eucharistiefeier (das heißt wörtlich Danksagung) am Altar, einem Tisch, stattfindet, was den Mahlcharakter dieses Teils veranschaulicht. Die Bibel berichtet, daß Jesus mit seinen Aposteln dieses Mahl gefeiert hat und ihnen den Auftrag gab: „Tut dies zu meinem Gedächtnis".


Die Bibel berichtet:


„Er nahm am Abend vor seinem Leiden das Brot,
sagte Dank,
brach das Brot und reichte es seinen Jüngern
mit den Worten: „Nehmt und eßt alle davon,
das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird".

Dann nahm er nach dem Mahl auch den Kelch
mit Wein,
dankte und reichte ihn seinen Jüngern mit
den Worten:
„Nehmt und trinkt alle daraus,
das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes,
mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird
zur Vergebung der Sünden".

Damit erfüllte er, was er vorher angekündigt hatte: „Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, hat das Ewige Leben". Die katholische Kirche ist der Überzeugung, daß wenn sie den Auftrag des Herrn „Tut dies zu meinem Gedächtnis" erfüllt, gemäß dieser Verheißung in dem Brot und dem Wein Jesus Christus wirklich gegenwärtig ist. In der „Kommunion", dem Empfang des „heiligen Brotes", empfängt der Gläubige Jesus Christus selbst. Dies ist nicht nur eine symbolische Begegnung.


Andere Gottesdienste

Neben dieser Hauptform des katholischen Gottesdienstes gibt es noch verschiedene Formen von Gebetsgottesdiensten (Andachten) und liturgischen Feiern (z.B. Prozessionen).

Gottesdienst im katholischen Sinn meint nicht nur ein Dienen, einen Dienst vor Gott, der dem Menschen als Geschöpf geziemt. Er ist vielleicht noch viel mehr ein Dienst Gottes am Menschen, durch den Gott den Teilnehmern im Wort der Bibel und in der Eucharistie begegnet, sich ihnen mitteilt und schenkt.

Das Sonntagsgebot


Es ist bekannt: „Katholiken gehen sonntags in die Kirche“. Schon im Alten Bund galt der siebte Tag der Woche als Gott gehörig und war deshalb heilig zu halten. Die Christen haben dafür den „Sonn"tag gewählt. An diesem Tag ist Jesus von den Toten auferstanden. Er ist das Licht, die „Sonne", die es zu feiern gilt. An diesem Tag enthielt man sich körperlicher Arbeit und reservierte Zeit für den Gottesdienst. Dieses Gebot hat die katholische Kirche näher konkretisiert, indem sie in einem Kirchengebot ihre Mitglieder verpflichtet, wenn nicht gewichtige Gründe entgegenstehen, an der Sonntagsmesse teilzunehmen. Diese Messen sind zudem der vornehmliche Ort und die wichtigste Zusammenkunft, in der sich die Ortsgemeinde als Gemeinschaft, als Kirche erfährt und das Vermächtnis Jesu feiert. Nicht als „Verpflichtung" soll dies verstanden werden, sondern als Annahme des Geschenkes Gottes an uns, für das wir danken. Daher der Name Eucharistie = Danksagung.

Knien, Sitzen, Stehen...

Nichtkatholiken wundern sich oft darüber, daß in katholischen Gottesdiensten „so viel Bewegung“ ist: Man steht auf, setzt sich, kniet nieder. Solche Körperhaltungen drücken für den Katholiken innere Einstellungen aus, bzw. sollen helfen, die entsprechende innere Einstellung nachzuvollziehen. Stehen bedeutet: Respekt, Bereitschaft, Wachheit, offene Begegnung. Sitzen bedeutet Ruhe, Bleiben, entspanntes Zuhören … Das Knien bedeutet: Demut, sich kleinmachen, unterwerfen, Verehrung.



„Gottesdienst“
meint durchaus auch einen Dienst vor Gott, der dem Menschen als Geschöpf geziemt. Er ist aber vielleicht noch viel mehr ein Dienst Gottes am Menschen.
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