Jugendliche Christen mit Fahnen im Altarraum des Freisinger Mariendomes bei der Jugendwallfahrt des Erzbistums München und Freising
Was Katholiken glauben
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Sakramente



Menschen brauchen Zeichen und Riten. Sie schmücken sich bei Festen und Feiern, kennen Rituale und Zeremonien, schenken sich Blumen und tauschen Ringe. Solche Zeichen machen sichtbar, was man „eigentlich" nicht sehen kann: Liebe, Zuneigung, Respekt, Anerkennung, Treue und Verläßlichkeit. So könnte man auch die Sakramente bildhaft als „die sichtbaren Hände Gottes" bezeichnen. Hände, die uns heilen, streicheln und führen, die man sehen, spüren und fühlen kann. Die Sakramente zeigen, symbolisieren, zeichnen nach, was Gott an und für die Menschen tut. Gleichzeitig bewirken sie, was sie darstellen. Wenn zum Beispiel beim Abendmahl der Priester die Worte spricht „Das ist mein Leib, der für Euch hingegeben wird", dann wird wirklich Jesus Christus gegenwärtig. Oder wenn im Bußsakrament der Priester spricht „Deine Sünden sind dir vergeben", dann sind diese wirklich vergeben. Vergebung wird nicht nur symbolisch versprochen, sie ist geschehen.

Warum sieben Sakramente?

Christen glauben daran, daß Gott überall und jederzeit für alle Menschen da ist. Gott wirkt wann und wo und was er will. Die Sakramente wollen und können Gottes Wirken nicht einengen. Aber sie sind die feste Zusage, daß Gott hier und jetzt handelt. Um der Menschen willen hat Jesus seiner Kirche die Sakramente gegeben, als verläßliche Haltepunkte und als sichtbare Orientierungszeichen an zentralen Punkten menschlichen Lebens: Am Beginn des Lebens (Taufe) und in Krankheit (Krankensalbung), bei der Suche nach Lebenszielen (Firmung), bei der Partnerentscheidung (Ehe), in Schuld und nach Versagen (Buße), bei der Frage, wovon und woraus man lebt (Eucharistie) und bei der Frage nach der Verbindlichkeit und Verläßlichkeit im Namen Jesu zu sprechen und zu handeln, zu binden und zu lösen (Priesterweihe).

Ein Vergleich:

Grundwasser gibt es überall. Vom Grundwasser lebt die ganze Natur. Das Grün um uns zeigt, daß überall lebensspendendes Wasser ist. Dennoch brauchen wir Menschen festverfaßte Brunnen in Stein, die sicheren und verläßlichen Zugang ermöglichen. Einem Verdurstenden hilft es wenig, überall unter der Erde reichlich Wasser zu wissen. Er braucht sichere, von der Gemeinschaft gebaute und gewartete und weithin sichtbare Zugänge: gemauerte Brunnen!
Die Sakramente sind solche „Brunnen".

Nichtkatholiken äußern manchmal den Verdacht, die Sakramentenfrömmigkeit der Katholiken sei Magie und Aberglaube; die Katholiken wollten mit Riten und Formeln Gottes Heil erzwingen. Das ist ein grobes Mißverständnis. So wenig wie Brunnen Wasser herbeizwingen, so wenig zwingen die Sakramente Gott. Beide eröffnen Zugang zu etwas, was den Menschen geschenkt wird. Darum kann die Kirche auch keine Sakramente „erfinden" oder „einsetzen“. Sie gehen auf Jesus und sein Handeln zurück. Er gibt die feste Zusage, daß Gott durch diese Zeichen handeln wird, wenn sie gläubig vollzogen werden.

Sakramente sind Zeichen, die Gottes Liebe und Zuneigung zu den Menschen darstellen und in seinem Leben wirksam werden lassen. In besonderer und einmaliger Weise ist das in Jesus von Nazareth geschehen. Er zeigt durch sein Leben und Handeln nicht nur, wie und wer Gott ist, in ihm ist Gott selbst real und gegenwärtig. Jesus ist das Ursakrament.

Mehr über Sakramente. . .
Im Rahmen der 24-teiligen Informationsreihe der kgi werden ausführlicher folgende Sakramente behandelt: Taufe und Firmung, Buße, Eucharistie, Ehe. Diese Broschüren können Sie anfordern. Für Eltern und Angehörige von Kommunionkindern gibt es bei der kgi ein illustriertes Themenheft mit Informationen rund um die Erstkommunion. Bestellmöglichkeiten siehe Seite 55.



Die Sakramente sind heilige Zeichen, in denen sich Gott den Menschen schenkt und sie mit seinem Leben anfüllt. Die katholische Kirche kennt sieben Sakramente: Taufe, Firmung, Buße, Eucharistie, Ehe, Priesterweihe und Krankensalbung
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