Schauerfreitag - Der Tag nach Christi Himmelfahrt
Der Tag nach Christi Himmelfahrt wird vor allem im östlichen Bereich des Erzbistums München und Freising „Schauerfreitag“ genannt. Vielerorts wird an diesem Tag bei Flurumgängen und kleineren Wallfahrten um gutes Wetter für die Landwirtschaft gebetet.
Nach den Bittgängen in der Zeit rund um den Markustag bittet die Gemeinde hierbei ein weiteres Mal um Verschonung vor Unwettern und Hagelschlägen, aber auch vor Wasserschäden und Ungezieferfraß.
Woher der Name „Schauerfreitag“ kommt, lässt sich nicht mit letzter Sicherheit sagen. Aus dem Bistum Passau ist die Entstehung einer Wallfahrt überliefert, die sich als Erklärung anbietet. Ludwig Donaubauer berichtet in der März-Ausgabe des „Michaeli Blattls“ der Pfarrei Untergrießbach:
„Nach der Überlieferung hauste einmal an einem Freitag Christi Himmelfahrt hier im Gemeindebereich Oberötzdorf und soweit man weis, auch im Bereich Wildenranna ein sehr schweres Unwetter. Ein schwerer Hagelsturm wütete über unsere Fluren. Von meiner Mutter weiß ich noch, dass es so um die Jahre 1914 oder etwas später gewesen sein mag.“
Daraufhin gelobte man eine Fußwallfahrt zum Maria Hilf-Berg nach Passau, die bis heute besteht.
Sicherlich spielt die Witterung, wie sie sich oftmals in der Zeit zwischen Ostern und Pfingsten hierzulande zeigt, ein wichtige Rolle für das Aufkommen und Fortbestehen dieses Brauches: Bis Mitte Mai tritt immer wieder Bodenfrost auf, der Obstbäume und auch aufgegangene Mais- und Zuckerrübenpflanzen stark schädigen und sogar zerstören kann. Auch Gewitter mit Hagelschlag kommen in dieser Zeit häufiger vor, als sonst im Jahr.
In der Regel sind um diese Zeit die Felder bestellt und die erste, mitunter äußerst arbeitsintensive Arbeitsperiode im bäuerlichen Jahr ist zu Ende. Was noch fehlt ist der Segen Gottes. (gw)