Barock-Lesesaal der Dombibliothek Freising, Ausstellung:
Kultur, Bau, Geschichte
Archiv des Erzbistums
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Informationen zur Familienforschung
im Archiv des Erzbistums München und Freising

Das Archiv des Erzbistums München und Freising (AEM) verwahrt die älteren Tauf- Trauungs- und Sterbebücher (fast) aller Pfarreien auf dem Gebiet der heutigen Erzdiözese München und Freising. Seit den späten 1970er Jahren werden die vor 1876 begonnenen Pfarrmatrikeln im AEM zentralisiert, wobei zunehmend auch jüngere Matrikelbände abgegeben werden. Die etwa 10.000 im AEM verwahrten Bände bilden somit die zentrale Quelle für genealogische Forschungen im Gebiet des heutigen Oberbayern.


Zur Geschichte der Matrikelführung

Seit dem späten Mittelalter wurden bereits in einzelnen Bistümern Taufe, Heirat und Tod von Gemeindemitgliedern durch die Ortspfarrer aufgezeichnet, doch erst das Konzil von Trient schrieb 1563 die Führung von Pfarrmatrikeln für die ganze katholische Kirche vor. Die Umsetzung dieser Vorschrift erfolgte an vielen Orten aber erst im 17. Jahrhundert. Im 17. Jahrhundert wurde die Matrikelführung noch durch Firmungsbücher und im 19. Jahrhundert durch Familienbücher ergänzt. Bis zur Einführung der staatlichen Standesämter in Bayern zum 1. Januar 1876 waren die Pfarrmatrikeln die einzigen Personenstandsregister.

Da Bayern bis um 1800 ausschließlich katholisch war, erfassten die Pfarrmatrikeln somit auch die gesamte Bevölkerung mit den biographischen Grunddaten von Geburt, Hochzeit und Tod. Sofern Krieg, Feuer oder unsachgemäße Lagerung keine Lücke in die Überlieferung einzelner Pfarreien gerissen haben, hat jeder Lebenslauf in der Zeit ab etwa 1600 zumindest einige Spuren in den pfarrlichen Büchern hinterlassen.


Hinweise zur Benutzung
Die Pfarrmatrikeln wurden vom jeweiligen Ortspfarrer geführt. Für jede genealogische Recherche bedeutet dies, dass zumindest ungefähre Orts- und Zeitangaben unabdingbar sind.

Jeder Matrikelband ist handschriftlich in Deutsch, teilweise auch in Latein verfasst. (Grund-) Kenntnisse in Paläographie sowie Latein, zumindest die Bereitschaft, sich auf Handschrift und Sprache einzulassen, sind somit die Grundvoraussetzungen einer familiengeschichtlichen Recherche.

Gleichzeitig ist jeder Band wirklich „einmalig“. Um die Originale zu schonen, eine Nutzung dennoch uneingeschränkt zu ermöglichen, wurden die Bände allesamt sicherungsverfilmt. In letzter Zeit wurden die Filme digitalisiert und bilden nun ein Angebot innerhalb des digitalen Lesesaals. Eine Voranmeldung ist hierfür nicht nötig. Bitte beachten Sie hierbei, dass familiengeschichtliche Forschung gem. Archivgebührenordnung der bayerischen Kirchenarchive gebührenpflichtig ist. Die Tagesgebühr für die Nutzung im Lesesaal beträgt 7,00 €.


Sperrfristen

Da Pfarrmatrikeln in großem Umfang persönlichkeitsrechtlich sensible Daten enthalten, unterliegt ihre Benutzung besonderen rechtlichen Bedingungen. Die Deutsche Bischofskonferenz hat sich am 13. Februar 2008 erneut mit der Problematik der Vorlage von Matrikeln beschäftigt und nochmals mit Nachdruck die Einhaltung der Persönlichkeitsrechte eingeschärft. Gleichzeitig hat sie eine Rahmenempfehlung für die Nutzung von Pfarrmatrikeln in den Diözesanarchiven und Pfarrämtern verabschiedet.

Bisher waren Matrikeln nur bis zur Einführung der Standesämter am 1. Januar 1876 zugänglich. Alle Anfragen jenseits dieser Sperrfrist sollten nach einer Verordnung des Generalvikars (Amtsblatt 1993, Nr. 4, 25. Februar, S. 84 f.) an die Standesämter weiter verwiesen werden. Die Deutsche Bischofskonferenz hat sich nun zu einer Lockerung dieser Praxis entschlossen. Fortan gelten für die Vorlage gleitende Fristen. Ein starres Stichdatum gibt es nicht mehr. Dies hat den Vorteil, dass jedes Jahr weitere Matrikeln, deren Sperrfirst abgelaufen ist, für die Forschung zugänglich werden. Die Fristen richten sich nach der „Anordnung über die Sicherung und Nutzung der Archive der katholischen Kirche" (Amtsblatt 2014, Nr. 5, 31. März, S. 103-113.)

Die Sperrfristen für die persönliche Einsichtnahme betragen demnach
- bei Taufbüchern 120 Jahre,
- bei Trauungsbüchern und Sterbebüchern 100 Jahre.

Maßgeblich für die Bemessung der Sperrfristen ist dabei der letzte Eintrag in einem Matrikelband bzw. auf einem Digitalisat. Eine Vorlage ganzer Matrikelbände bzw. die Bereitstellung von Digitalisaten ist also nicht vor Ablauf der Sperrfrist für den jüngsten Eintrag möglich.

Für die Einträge eines insgesamt noch gesperrten Bandes, die keiner Sperrfrist mehr unterliegen, besteht die Möglichkeit der schriftlichen Auskunft oder der Anfertigung von Reproduktionen durch das Archiv, wofür jeweils Gebühren (gemäß „Archivgebührenordnung der bayerischen Kirchenarchive zum 1. Januar 2014" Amtsblatt 2013, Nr. 12, 31. Oktober, S. 335-338) erhoben werden. Dasselbe gilt auch für Einträge in Sterbebüchern, die jünger als 100 aber älter als 40 Jahre sind. Darüber hinaus kann Ihnen auch aus gesperrten Büchern schriftlich Auskunft über ihre direkten Vorfahren (nicht Geschwister oder Geschwisterkinder) erteilt werden. Diese Auskünfte sind gebührenpflichtig.

Sondergenehmigungen für die Einsichtnahme in gesperrte Matrikelbände können nur auf schriftlichen Antrag für Zwecke der wissenschaftlichen Forschung (nicht der Familien- oder Heimatforschung) erteilt werden.


Pfarrmatrikeln im Archiv des Erzbistums München und Freising

Abens - Mühldorf
Münsing - Zweikirchen
Pfarreien Münchens


Taufbuch
Trauungsbuch
Sterbebuch


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