Das Archiv des Erzbistums München und Freising ist mit einem Archivalienbestand von 4,2 Regalkilometern eines der größten kirchlichen Archive Deutschlands. Das mit ihm durch gemeinsame Leitung verbundene Archiv der Erzbischöfe beinhaltet die zeitgeschichtlich höchst bedeutsamen Dokumente der Erzbischöfe von München und Freising seit 1917: Michael Kardinal Faulhaber (1917-1952), Joseph Kardinal Wendel (1952-1960), Julius Kardinal Döpfner (1961-1976) und Joseph Ratzinger (1977-1982; seit 2005 Papst Benedikt XVI.).
Durch die Reihe „Schriften des Archivs des Erzbistums München und Freising“, herausgegeben vom Münchener Diözesanarchivar Dr. Peter Pfister, werden Archivinventare und Editionen bedeutender Quellentexte aus den beiden Archiven der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sie dokumentiert darüber hinaus vom Archiv veranstaltete Tagungen zu Themen der Bistums- und allgemeinen Kirchengeschichte.
Band 9:Guido Treffler
Julius Kardinal Döpfner
Konzilstagebücher, Briefe und Notizen zum Zweiten Vatikanischen Konzil
Regensburg 2006
LI und 730 S., ISBN 3-7954-1771-0, € 19,90
Seit etwa 1990 richtet sich das Interesse von Kirchenhistorikern verstärkt auf das Zweite Vatikanische Konzil. Dabei steht das Konzilsgeschehen selbst, aber auch der Anteil der einzelnen nationalen Episkopate im Zentrum. Die deutsche Konzilsforschung war bisher durch die mangelnde Zugänglichkeit einschlägiger Quellen und das Fehlen von Quelleneditionen eingeschränkt. Seit 2001 ist mit den Konzilsakten des Münchener Erzbischofs und Konzilsmoderators Julius Kardinal Döpfner, den man ohne Übertreibung als Angelpunkt des deutschsprachigen Episkopats auf dem Konzil bezeichnen darf, der wohl wichtigste deutsche Quellenbestand zum Zweiten Vatikanischen Konzil für die Forschung geöffnet. Die vorliegende Publikation will Döpfners Konzilstagebücher und weitere ausgewählte Dokumente, vor allem aus der reichen Korrespondenz, in kommentierter Form zur Verfügung stellen. Ergänzend wurden auch Quellen aus dem Vatikanischen Geheimarchiv und dem Diözesanarchiv Berlin aufgenommen. Die historische Konzilsforschung erhält dadurch neue Impulse.
Band 10:Peter Pfister (Hrsg.)
Joseph Ratzinger und das Erzbistum München und Freising
Dokumente und Bilder aus kirchlichen Archiven, Beiträge und ErinnerungenRegensburg 2006
654 S. mit 210 sw-Abb., ISBN 3-7954-1914-X, € 19,90
Joseph Ratzinger, seit dem 19. April 2005 Papst Benedikt XVI., ist auf vielfache Weise mit dem Erzbistum München und Freising verbunden – als Zögling des Erzbischöflichen Studienseminars Traunstein und des Klerikalseminars Freising, Student an der Universität München, Priester der Erzdiözese, Dozent und Professor an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Freising und Erzbischof von München und Freising in den Jahren 1977 bis 1982. Auch nach seiner Berufung an die römische Kurie sind die Kontakte zu seinem Heimatbistum nie abgerissen. Anlässlich des Papstbesuches in Bayern hat das Archiv des Erzbistums Dokumente und Bilder zusammengestellt, die diese Verbindungen eindrucksvoll dokumentieren. Beiträge zu einzelnen Lebensabschnitten und Erinnerungen von Weggefährten runden den Band ab.
Band 11:Volker Laube
Das Erzbischöfliche Studienseminar St. Michael in Traunstein und sein ArchivRegensburg 2006
231 S. mit 39 sw-Abb., ISBN 3-7954-1915-8, € 9,90
1929 gründete Erzbischof Michael Kardinal von Faulhaber im Südosten seiner Erzdiözese ein Studienseminar, das über Jahrzehnte eine bedeutende Rolle bei der Gewinnung von Neupriestern spielte. Sein berühmtester Zögling war Joseph Ratzinger, heute Papst Benedikt XVI. Während der nationalsozialistischen Herrschaft geriet das Seminar unter starken politischen Druck und war zeitweise akut in seiner Existenz gefährdet. Der Band zeigt die Entwicklung des Studienseminars von der Gründung bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs und die entscheidenden Stationen im Ringen um das Weiterbestehen. Der zweite Teil gibt einen Überblick über das im Sommer 2005 neu geordnete und verzeichnete Archiv des Studienseminars.
Band 12:Peter Pfister (Hrsg.)
Eugenio Pacelli – Pius XII. (1876-1958) im Blick der Forschung
Vorträge zur Ausstellung „Opus Iustitiae Pax“ in München135 S. mit 1 sw-Abb.; ISBN: 978-3-7954-2329-2; € 9,90
Am 9. Oktober 2008 jährte sich der Todestag von Papst Pius XII. zum 50. Mal. Eine Anregung von Papst Benedikt XVI. aufgreifend, würdigte das Päpstliche Komitee für Geschichtswissenschaften sein Leben und Werk in der Ausstellung „Opus Iustitiae Pax“. Nach Stationen in Rom und Berlin wurde diese Ausstellung im Frühjahr 2009 in München präsentiert – der Stadt, in der Eugenio Pacelli von 1917 bis 1925 als Nuntius wirkte und die ihm zur „zweiten Vaterstadt“ wurde. Ergänzend zur Ausstellung fand unter dem Protektorat von Erzbischof Dr. Reinhard Marx eine viel beachtete Vortrags-reihe statt. Vier namhafte Wissenschaftler behandelten die Themen „Pius XII. und die Moderne“ (Franz Xaver Bischof), „Pius XII. und die Juden“ (Thomas Brechenmacher), „Pius XII. und Michael Kardinal von Faulhaber“ (Heinz Hürten) und „Pius XII. im Urteil der Nachwelt“ (Hans Maier). In der vorliegenden Publikation werden diese Vorträge nun einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht, ergänzt um die Statements der Moderatoren, die Vorträge bei der Ausstellungseröffnung in München (Walter Brandmüller, Karl-Joseph Hummel) sowie um den Beitrag „Quellen im Erzbischöflichen Archiv München und im Archiv des Erzbistums München und Freising zu Eugenio Pacelli – Papst Pius XII.“ (Peter Pfister). Der Band bietet so einen Überblick über die aktuelle Forschung zu diesem bedeutenden, aber auch kontrovers beurteilten Papst.
Band 13:Arie und Piet Lansbergen
Rotterdam – München/Dachau 1944-1945
Die Tagebücher zweier niederländischer Zwangsarbeiter in Oberbayern herausgegeben von Els und Michaël Lansbergen
aus dem Niederländischen übersetzt von Birte Hänsch
Redaktion der deutschen Ausgabe: Waltraud Künstler und Volker Laube255 S. mit 14 sw-Abb. und 2 Karten; ISBN: 978-3-7954-2330-8; € 9,90
Im November 1944 wurden die Brüder Arie und Piet Lansbergen zusammen mit mehr als 54.000 jungen Holländern von der nationalsozialistischen Besatzung zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert. Sie kamen nach München und wurden dort Baufirmen zugewiesen. Unter anderem waren sie bei der Wiederherstellung des durch einen Luftangriff schwer beschädigten Erzbischöflichen Palais tätig. In ihren Tagebüchern beschreiben Arie und Piet Lansbergen den Alltag ihres Zwangsarbeiter-einsatzes von der Deportation bis zum Kriegsende und zur Rückkehr nach Holland. Auch die Arbeit im Erzbischöflichen Palais und ihre Begegnungen mit dem damaligen Erzbischof Michael Kardinal von Faulhaber werden geschildert. Die Tagebücher stellen damit eine bedeutende Quelle für den Zwangsarbeiteralltag in München dar. Insbesondere zeigen sie, welche Rolle die Religion bei der Lebensbewältigung der Zwangsarbeiter spielen konnte.
Band 14:
Peter Pfister (Hrsg.)
Für das Leben der Welt
Der Eucharistische Weltkongress 1960 in München204 S. mit 45 Abb.; ISBN: 978-3-7954-2443-5; € 9,90
Der 37. Eucharistische Weltkongress 1960 war das erste internationale Großereignis in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Unter dem Leitwort „Pro mundi vita“ (Für das Leben der Welt) wurden Wesen und Bedeutung der Eucharistiefeier in einer Vielzahl von Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen entfaltet. Mit neuen Gottesdienstformen und Teilnehmern aus der ganzen Welt stellte der Kongress einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Zweiten Vatikanischen Konzil dar. Der anlässlich der Münchener Gedenkveranstaltungen 2010 erschienene Band dokumentiert anhand der neu erschlossenen Kongress-Akten Verlauf und Bedeutung dieser Versammlung der Weltkirche in München.
In Vorbereitung:Susanne Kornacker
Michael Kardinal von Faulhaber
AutobiographieMichael Kardinal von Faulhaber (1869-1952) war von 1917 bis zu seinem Tod Erzbischof von München und Freising, zugleich einer der einflussreichsten deutschen Bischöfe des 20. Jahrhunderts. In seine Lebenszeit fielen die beiden Weltkriege, Monarchie, Revolution, Weimarer Republik, die Diktatur des Nationalsozialismus und der demokratische Neuaufbau. Einen neuen Zugang zu dieser ebenso bedeutenden wie in der historischen Forschung kontrovers diskutierten Persönlichkeit eröffnet die vollständige und kommentierte Edition der in den Kriegsjahren 1942-1944 verfassten umfangreichen Autobiographie.
Bezug über den Buchhandel,
den Verlag Schnell & Steiner,
Leibnizstraße 13, 93055 Regensburg; Tel. 0941/78785-26, Fax -16;
E-Mail: bestellung@schnell-und-steiner.deoder das Archiv des Erzbistums München und Freising
Karmeliterstraße 1, 80333 München; 089/2137-1346, Fax -1702;
E-Mail: archiv@ordinariat-muenchen.de