Kirche von innen in farbiger Ausleuchtung
Kardinal Michael Faulhaber
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Kardinal Michael von Faulhaber (1869-1952)

Michael Kardinal von Faulhaber wurde 1869 im unterfränkischen Klosterheidenfeld als Sohn eines Bäckers und Landwirts geboren. Nach wenigen Jahren Lehrtätigkeit als Privatdozent an der Universität Würzburg wurde er im Jahr 1903 als Professor für Altes Testament an die Universität Straßburg berufen.

Im Jahr 1910 erfolgte die Ernennung zum Bischof von Speyer. Diese Jahre waren ab 1914 vom Ersten Weltkrieg geprägt, nicht zuletzt durch die Tätigkeit Faulhabers als stellvertretender bayerischer Feldpropst. 1917 schließlich wurde Michael Faulhaber Oberhirte der Erzdiözese München und Freising. Im Jahre 1921 erfolgte die Ernennung zum Kardinal.

Nach dem Königreich Bayern und dem Ersten Weltkrieg, der Weimarer Republik, dem Dritten Reich und dem Zweiten Weltkrieg fiel in Kardinal Faulhabers Amtszeit auch die Nachkriegszeit mit dem geistigen und materiellen Wiederaufbau.

Kardinal Faulhaber war 35 Jahre lang Erzbischof von München und Freising. Er gilt als eine der markantesten Persönlichkeiten im deutschen Episkopat in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Aus Anlass des 50. Todestages von Kardinal Faulhaber am 12. Juni 2002 öffnete Friedrich Kardinal Wetter das Kardinal-Faulhaber-Archiv für die Forschung. Bei einer Ausstellung über das Leben und Wirken des Kardinals konnten schon erste Eindrücke von den zahlreichen Archivalien gewonnen werden. Zugleich wurde deutlich, dass es in Zukunft keine fundierten Arbeiten über Kardinal Faulhaber mehr ohne vorherige Recherche im Kardinal-Faulhaber-Archiv geben kann. Auch für weitere (kirchen-)geschichtliche Themen ist das Kardinal-Faulhaber-Archiv durch seine Vielzahl und Vielfalt an Archivalien ein wichtiger Bestand.

Am 29. Juni 1951 weihte er im Freisinger Dom Joseph Ratzinger, den heutigen Papst Benedikt XVI., zum Priester. Im Alter von 83 Jahren, am 12. Juni 1952, starb Kardinal Faulhaber, während die Fronleichnamsprozession durch München zog.

Das nebenstehende Bild zeigt das Wappen von Kardinal Faulhaber (seit 1921).

Im linken Wappenschild ist der Freisinger Mohr als Wappen für das Erzbistum München und Freising zu sehen. Das rechte Wappenschild enthält das Wappen des Kardinals, das er sich nach seiner Ernennung zum Bischof von Speyer gab. Der siebenarmige Leuchter soll an seine frühere Tätigkeit als Professor für Altes Testament erinnern und ist mit der Hl. Geist-Taube als von ihm gedeutetes Symbol für sein bischöfliches Wirken verbunden: Akademische Lehrtätigkeit und bischöfliches Amt wirken somit eng zusammen. Ebenso war Kardinal Faulhaber die Zusammengehörigkeit von Altem und Neuem Testament wichtig. Dies betonte er auch in seinen Predigten immer wieder.


Mit dem Wappenspruch „Vox temporis - Vox Dei“ („Die Stimme der Zeit ist die Stimme Gottes") stellte sich Faulhaber dem Anspruch, in der jeweiligen Zeit den Anruf Gottes zu hören und entsprechend den Bedürfnissen der Zeit den Willen Gottes zu erkennen.

Aufn.: Walser
Gedenktafel für Kardinal Faulhaber im rechten Seitenschiff des Münchener Doms.

Der Text lautet:

Hier erwartet den Tag der
Auferstehung
Michael von Faulhaber
Doktor der Theologie
Erzbischof v. München Freising
Kardinal der hl. Römischen Kirche
Geboren 5. März 1869. 1892 Priesterweihe
Diözese Würzburg, 1903-1910 Professor
an d. Universität Strassburg. 1911-1917
Bischof v. Speyer, 1917 Erzbischof von
München, heimgegangen am 12. Juni 1952


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