Der Päpstliche Legat
Der päpstliche Legat Kardinal Testa
München, 1. September 2010. Die Ausstellung „Gemeinschaft erleben – Eucharistie feiern“, die das Archiv des Erzbistums München und Freising anlässlich des Jubiläums „50 Jahre Eucharistischer Weltkongress in München“ erstellt hat, ist noch bis zum kommenden Sonntag, 5. September, in der ehemaligen Karmeliterkirche, Karmeliterstraße 1, zu sehen. Viele der bisher über 2.000 Besucher der Jubiläumsschau nutzten die Gelegenheit, sich im Rahmen der Ausstellung über ihre persönlichen Erinnerungen an das Ereignis auszutauschen.
Der 37. Eucharistische Weltkongress, der von 31. Juli bis 7. August 1960 stattfand, ließ unzählige Gläubige in die bayerische Landeshauptstadt pilgern. Mit München war „erstmals nach Ende des Zweiten Weltkriegs eine deutsche Stadt Gastgeber und Mittelpunkt eines großen internationalen Kongresses“, so der Erzbischof von München und Freising Reinhard Marx in seinem Geleitwort zur Ausstellung.
Seit dem 31. Juli zeigt die Jubiläumsschau bislang unveröffentlichte Dokumente aus dem Nachlass von Kardinal Joseph Wendel, von 1952 bis 1960 Erzbischof von München und Freising. Die Schriftstücke stammen aus dem Erzbischöflichen Archiv München, das die amtlichen Unterlagen der Erzbischöfe von München und Freising seit 1821 umfasst. Erzbischof Marx lässt seit 2008 die Überlieferung von Erzbischof Wendel verzeichnen und ordnen, für die Ausstellung wurden einige Dokumente eigens aufbereitet.
Neben neu erschlossenen Akten versammelt die Schau auch Tondokumente und umfangreiches, für die Ausstellung digitalisiertes Filmmaterial. Darunter ist der 131 Minuten lange, offizielle Dokumentationsfilm des Eucharistischen Weltkongresses, der seltene Einblicke in das München der frühen sechziger Jahre bietet. Zu sehen sind auch ausgewählte liturgische Objekte: so genannte Paramente und Vasa sacra, Messgewänder und Gefäße, die dieses große Treffen der Weltkirche im Zeichen der Eucharistie anschaulich und greifbar vergegenwärtigen. Ein besonderes Exponat ist die Monstranz, die im Konzentrationslager Dachau von einem inhaftierten polnischen Geistlichen aus Sperrholz angefertigt wurde.
Zur Ausstellung ist eine kurze Dokumentation aller Objekte und Texte der Schau (im Internet auf www.erzbistum-muenchen.de/dioezesanarchiv unter der Rubrik „Ausstellungskataloge“) erschienen sowie ein reich illustrierter Begleitband mit wissenschaftlichen Texten und den Geleitworten der Erzbischöfe Piero Marini, Präsident des Päpstlichen Komitees für die Eucharistischen Weltkongresse, und Reinhard Marx. Die Ausstellung ist noch bis zum 5. September täglich von 10 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Die Foto- und Texttafeln der Jubiläumsschau werden anschließend bis zum diözesanen Korbiniansfest am Samstag, 20. November 2010, im Galeriegang der neuen Dombibliothek Freising ausgestellt (Domberg 40).
Weitere Informationen, Bilder vom 37. Eucharistischen Weltkongress sowie die historische Aufnahme einer von drei Predigten, die der damalige Theologieprofessor Joseph Ratzinger im Rahmen des Weltkongresses hielt, finden sich im Internet unter www.erzbistum-muenchen.de/weltkongress. (ck/kbr)