Jugendliche Christen mit Fahnen im Altarraum des Freisinger Mariendomes bei der Jugendwallfahrt des Erzbistums München und Freising
Glaube und kirchliches Leben
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Liturgie


Das Wort Liturgie kommt aus der (alt-)griechischen Sprache und ist zusammengesetzt aus „leiton“ und „ergon“, was soviel bedeutet wie „Dienst am Volk“ oder „öffentliche Dienstleistung“.

In der Feier der Liturgie kommt dieser „Dienst“ in zweifacher Weise zum Ausdruck. Liturgie ist Gottes Dienst an den Menschen durch Christus in Wort und Sakrament. Gott wird zuerst heilbringend tätig am Menschen: In der Feier der Liturgie hört der Mensch Gottes Wort und in den heiligen, sakramentalen Zeichen wird Christus unter den Menschen selber gegenwärtig.

In weiterer Hinsicht ist Liturgie „Dienst“ des Menschen im Sinne eines Dienstes an und für Gott. Dies geschieht in der lobpreisenden Antwort des Menschen auf Gottes Wort im Gebet und in der Danksagung für Gottes heilbringende Zuwendung. Der Begriff des „Kultes“ (von lateinisch: cultus = der Gottheit geschuldeter Dienst) hat vornehmlich die zuletzt genannte Sicht des Gottesdienstes im Blick.

Die Feier der Liturgie ist das zentrale Ereignis des kirchlichen Lebens. Die Verantwortung für die Leitung der Liturgie liegt beim Diözesanbischof; entsprechend den liturgischen Bestimmungen sind für die Leitung gottesdienstlicher Feiern auch die Priester und die Diakone beauftragt. Der Bischof kann darüber hinaus Frauen und Männern aus den Pfarrgemeinden und seelsorgerlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Leitung von liturgischen Feiern (Wort-Gottes-Feier, Begräbnis ...) übertragen. Liturgie ist wesentlich Feier der ganzen Gemeinde, in der neben der Leitung Frauen und Männer in vielfältigen Diensten (Lektoren, Kantoren, Schola, Chor, Kommunionhelfer, Ministranten ...) mitwirken. Die Gemeinde ist aufgerufen zur „tätigen Teilnahme“ (Liturgiekonstitution, Art.26-32), die die äußere und innere Teilnahme meint, wobei jeder all das, aber auch nur das tut, „was ihm aus der Natur der Sache und gemäß den liturgischen Regeln zukommt“ (Art.28).

Zur Liturgie der Kirche gehören die Feiern der Sakramente (Taufe, Firmung, Eucharistie, Buße, Krankensalbung, Trauung, Weihe [=Ordination] der Bischöfe, Priester und Diakone). Sie umfasst auch die Tagzeitenliturgie, die Begräbnisfeier, Segnungen und die selbständige Verkündigung des Wortes Gottes mit Lob, Dank und Bitte in einer „Wort-Gottes-Feier“ (Wortgottesdienst). Als in die liturgische Ordnung der Kirche einbezogen gelten das Rosenkranzgebet, Andachten, Prozessionen und weitere regional gebräuchliche Feierformen. Bestimmte Feiern werden vom Bischof für seine Diözese geordnet (Diözesanliturgie, vgl. Liturgiekonstitution, Art.13).


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