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V141
...Es scheint, als habe die Seele nun begriffen, dass die Dinge dieser Welt nur ein Spiel sind. So steht sie im günstigen Augenblick vom Spiel auf und macht sich mit ihrem Gewinn davon. Sie geht fort, wie jemand, der sich in eine Burg flüchtet, um die feindlichen Angriffe nicht mehr fürchten zu müssen, so zieht sie ihre Sinne von den äußeren Dingen zurück und lässt sie derart los, dass sich die Augen unwillkürlich schließen. Sie wollen sie nicht mehr anschauen, damit die Augen der Seele um so klarer sehen.
V147
Nach und nach wird man sich selbst beherrschen lernen und sich nicht mehr ins Leere verlieren, er wird sich selbst für sich gewinnen, d.h. er wird seine Sinne in den Dienst seines inneren Lebens stellen. Wenn er redet, so versucht er an den zu denken, mit dem er in seinem Inneren sprechen kann! Wenn er sprechen hört, so erinnert er sich daran, dass er auf den hören soll, der aus nächster Nähe zu ihm spricht! Kurz, er bemühe sich darum, sich niemals von einem so guten Gefährten zu trennen.
B82.1
Die Seele ist den Dingen der Welt und sich selbst gänzlich entrückt... Es ist als wäre sie gänzlich gestorben und aus der Welt geschieden, um noch mehr in Gott zu leben.
B83
Ein Entrissenwerden aus allem Tun, das die Seele ausüben mag, solange sie im Körper weilt, ein Hinscheiden, das voller Wonnen ist, weil die Seele, obgleich sie in Wirklichkeit noch im Körper ist, ihn zu verlassen scheint, um besser in Gott zu sein.
B98
...Es tauchen verschiedene schmerzliche Empfindungen auf. Die einen entspringen -genau wie die Freuden- jählings unserer Natur, die anderen erwachsen aus der mit leidenden Liebe zu unserem Nächsten - wie sie unser Herr empfand, als er den Lazarus erweckte. Doch diese Bekümmernisse rauben uns nicht die Einigkeit mit dem Willen Gottes und verwirren die Seele auch nicht mit einer unruhigen, leidenschaftlichen Erregung, die lange anhält. Sie gehen schnell vorüber; den sie dringen allem Anschein nach - wie ich schon von manchen Wonnen beim Gebet sagte- nicht bis in die Tiefe der Seele, sondern nur bis zu den Sinnen und Seelenkräften.
B193
So war es bei einer Person... Es kam ihr vor als verlasse das Wesentliche ihrer Seele, trotz aller Plagen und Mühen, mit denen sie zu tun hatte- niemals das innerste Gemach (Anmerkung: die siebte Wohnung). Es schien ihr also gewissermaßen, als ob in ihrer Seele eine Teilung vorgegangen sie, und als schwere Mühsal sie bedrückte, da beklagte sie sich darüber, wie Martha, als sie über Maria klagte. Auch warf sie manchmal ihrer Seele vor, sie genieße jenen Frieden, ganz nach ihrer Lust, und lasse sie, die soviel Plage und arbeit habe, im Stich, so dass sie nicht mit dabei sein könnte. Das wird euch unsinnig vorkommen. Doch so ist es wirklich; denn obgleich man weiß, dass die Seele ein ganzes ist, ist das, was ich gesagt habe, doch kein Hirngespinst.