Illustration Pfarrei

Einstieg in die immer tiefer gehenden Seiten von Unterwegs-zum-Leben.de

Manchmal sehnt man sich
nach einem weiten Blick,
wenn man vor einer Mauer,
oder „draußen vor der Tür“ steht.


Manchmal fühlen wir uns verloren in der weiten Welt.


Artothek
Manchmal geht einem etwas auf, die Sonne, wie hier auf dem Bild van Goghs,
„der Sämann“. Der Betrachter des Bildes sieht die Sonne, groß und golden,
sie scheint ins Herz. Der Sämann sieht sie nicht, aber er spürt sie. Auch die Frucht des
Samens sieht er noch nicht. Der Same wird sogar in der Erde für immer verschwinden.
Manche Körner fallen auf Steine andere werden von Disteln und Dornen erstickt, andere
werden dreißigfache, ja hundertfache Frucht bringen.
Ich muss diese Sonne in meinen Alltag mitnehmen, sie immer wieder ganz bewusst
in meinem Herzen aufgehen lassen. – Einmal werde ich erwachen, am Ende
meiner Tage, und die Sonne –Christus- wird mir aufgehen und nie mehr untergehen.

Alle folgenden Einheiten haben das selbe Muster: in einer Blüte, einer Musik, und schließlich in jeder Situation das „mehr“ zu entdecken. Aber es liegt auch eine Entwicklung in den Meditationen: in diesem „mehr“ offenbart sich immer mehr die Person Christi. – Ich habe an mir eine Gefahr gespürt: dass ich mich von einer Meditation zur nächsten durch „arbeite“. Aber diese Arbeit ist keine Meditation. Deshalb halte ich es für gut, jeden Tag mit einem Grundmuster zu beginnen: - Dazu eignet sich das Bild „Der Sämann“.

Im ersten Schritt lasse ich mich von dem Bild ansprechen, von der Sonne. dem Sämann, der voll Vertrauen den Samen „auf nimmer wieder sehen“ auswirft. Er überlässt ihn der Sonne, die immer da ist.
Der zweite Schritt liegt gleichsam schon auf der Zunge: die Sonne ist Christus. Ich lasse mir seine Worte sagen: „Ich bin das Licht, ich bin das Leben, ich bin immer bei dir!“
Je tiefer ich in Christus hinein kommen will, desto weniger sollte der Verstand arbeiten, alles rund herum verschwimmen.
Wenn nur die Sonne übrig bleibt, kann ich sie in meinen Tag hinein nehmen.

Sie haben jetzt viele Seiten vor sich: Texte, Bilder, Musik, Theorie. Am liebsten möchte man alles auf einmal im Griff haben. – Hier noch einmal eine kleine Betrachtung vorweg, die zeigen soll: wenn man allem auf den Grund geht, kommt mir aus allem das entgegen, was wir hier über viele Seiten immer aufs Neue, immer vielfältiger suchen.

Ich warte auf den Bus und betrachte die Zweige eines Strauches. Die kleinen Zweige tanzen im Wind nach einem bestimmten Rhythmus. – Ich höre Schritte von Menschen, die vorbeigehen: junge, alte, eilige, schleppende. – Ich spüre den Wind, die Sonne auf meiner Haut. – Oder ich habe auf meinem Zimmer einen „Blickfang“ der meine Sinne gefangen nimmt. –

Eine Ahnung kommt mir entgegen.

So komme ich schließlich zu einer Ahnung, was „dahinter“ ist, einer Ahnung gleichermaßen von mir und von Jesus Christus. Alles, was mich berührt, kann ich auf den Satz bringen, den Jesus mir sagt:
„Ich bin es!“

Sie haben es nicht erst auf Seite 100 erfasst, sondern mit dieser Kurzmeditation ist alles gesagt

oder

Man hat schon beim ersten Spatenstich Wasser, aber man möchte tiefer graben, um auch in schwierigen Zeiten Wasser zu haben.

(Die folgenden Texte können Sie auch anhören.)
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