12.9.2011 Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Weltgemeinschaft zu verstärkten diplomatischen Anstrengungen im Nahen Osten aufgerufen. Die Zeit bis zur nächsten UN-Vollversammlung in zehn Tagen in New York sollte genutzt werden, um die Wiederaufnahme des Friedensprozesses zwischen Israel und Palästinensern zu erleichtern, sagte die Kanzlerin am Montag beim Internationalen Friedenstreffen der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio in München.
Die Palästinenser wollen zunächst im Sicherheitsrat und im Falle einer Ablehnung auch bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen die Anerkennung ihrer Staatlichkeit beantragen. Das Vorhaben wird unter anderem von den USA abgelehnt. Merkel sagte, an einer Zwei-Staaten-Lösung führe kein Weg vorbei. Anders sei ein dauerhafter Friede in der Region nicht erreichbar. Dies erfordere "schmerzhafte Kompromisse" auf beiden Seiten. Bei dem Treffen in München kommt es auch zu Begegnungen zwischen Mitgliedern der Palästinenserführung und der israelischen Regierung.
Die Kanzlerin würdigte außerdem das weltweite Engagement von Sant'Egidio für den Dialog zwischen Kulturen und Religionen. Kirchliche Akteure hätten einen großen Anteil an internationalen Verständigungsprozessen. Im Kampf für Frieden, Freiheit und Menschenrechte "sind wir Verbündete", sagte Merkel. Treffen wie das in München seien "unschätzbar wertvoll", gerade in einer Zeit, in der Religionen vor allem von Terroristen "sträflich missbraucht" würden. (KNA)