Vor 1836 gehörte Haar, ebenso wie Gronsdorf und Trudering zur Pfarrei Bogenhausen. Als 1836 Trudering eine eigene Pfarrei wurde, gliederte man Haar als Filialkirche ein.
Nach der Errichtung der "Heil- und Pflegeanstalt Eglfing" im Jahr 1905 stieg die Einwohnerzahl von 472 auf 5.300 im Jahr 1933. Bereits 1927 war in Haar eine eigene Expositur (Seelsorgestelle) eingerichtet worden. Die Nikolauskirche aber war zu klein geworden und Kurat Peter Leyerer setzte alles daran, eine größere Pfarrkirche zu bauen.
Nach unermüdlichem Einsatz für Geldmittel und Genehmigungen fand am 24. Juli 1932 die feierliche Grundsteinlegung für die Bruder-Konrad-Kirche statt; nach elf Monaten Bauzeit war sie dann fertiggestellt. Am 30. April 1933 wurde die Kirche durch Kardinal Michael von Faulhaber eingeweiht. Am 1. Januar 1935 schied Haar aus dem Pfarrverband Trudering aus und wurde zuerst als selbständige Kuratie und am 1. Juli 1942 dann als selbständige Pfarrei St. Konrad von Parzham errichtet, mit Gronsdorf als Filiale. Erster Pfarrer der neuen Pfarrei wurde der Bauherr der Kirche, Peter Leyerer.
1980 zählte die Pfarrei 5700 Seelen; das 1939 unter Opfern erbaute Pfarrhaus und das 1964 errichtete Jugendheim wurden den Anforderungen nicht mehr gerecht. So erfolgte 1980/81 der Ausbau des Pfarrhofs und Pfarrheims zu einem Pfarrzentrum als geschlossenes Ensemble.
Auf Grund der schwindenden Katholikenzahlen und des allgemeinen Priestermangels wurden am 1. September 2006 die beiden Pfarreien St. Konrad und St. Bonifatius zu einem Pfarrverband unter der Leitung von Pfr. Hans Schweiger zusammengeführt.
Die wehrhaft wirkende Kirche mit wuchtigem Glockenturm wurde von Architekt Georg Berlinger entworfen. Der Zugang am Hauptportal erfolgt über dreifache Rundbogenarkade. Links vom Eingang befindet sich in einer Nische eine Bruder Konrad Kapelle.
Die Kirchenhalle ist einschiffig mit sechs Jochen, gegliedert durch flache Wandpfeiler und große, farbig verglaste Rundbogenfenster in Gelb- und Violettönen. Eine Holzbalkendecke beschließt das Langhaus nach oben. Der Chorraum ist als Stichkappengewölbe ausgeführt; er ist um drei Stufen erhöht und durch eine Stirnwand mit Bogen vom Langhaus getrennt.
Der Hochaltaraufsatz ist als Flügelaltar ausgeführt und zeigt in der Mitteltafel Christus am Kreuz mit Seitenfiguren des Bruder Konrad und Hl. Nikolaus; die linke Tafel zeigt die Hl. Monika, und die rechte Tafel die Hl. Agnes.
An der nördlichen Chorbogenwand befindet sich ein Marienaltar, ebenfalls als Flügelaltar ausgeführt. Im Mittelteil zeigt er ein vergoldetes Relief mit Maria als Schutzmantelmadonna. Ihr Mantel wird von zwei Engeln gehalten, zu ihren Füßen die Kirchen St. Nikolaus und St. Konrad. Auf dem linken Altarflügel sind Reliefs der Verkündigung und der Heimsuchung, auf dem rechten Flügel die Geburt Christi und die Flucht nach Ägypten.
An der südlichen Chorbogenwand ist ein Josephsaltar. Im Mittelbild ist der Hl. Joseph dargestellt. Die Seitenflügel sind mit
14 Statuen der Nothelfer bestückt. Sie stammen aus der Nikolauskirche in Haar und kamen von dort 1939 in den Neubau von St. Konrad.
Der Kreuzweg aus grau-grün patinierter Bronze ist eine Stiftung des Architekten Berlinger.
Die Orgel der Pfarrkirche wurde 1937 von der Orgelbauanstalt Willibald Siemann & Co. auf dem System der pneumatischen Membran-Kegellade erbaut; am Pfingstsonntag 1937 ertönte sie zum ersten Mal in der St. Konrad Kirche. Die Orgel besitzt 18 Register, die auf zwei Manuale und Pedal verteilt sind.