Illustration Pfarrei

Dem Glauben Zukunft geben!

Inhalt


* Grundsätzliches
* Die angedachte Stadtkirche Bad Aibling
* Vordringliche Zeichen der Zeit


Grundsätzliches

Dem Glauben Zukunft geben!
Unser Erzbischof Reinhard Marx schreibt dazu:

"2005 hat mein Vorgänger, Friedrich Kardinal Wetter, dazu eingeladen, über eine zukunftsfähige Seelsorge in unserem Erzbistum nachzudenken. Erste Modelle wurden entwickelt. Wie die pfarrliche Seelsorge neu strukturiert werden könne, darüber wurde diskutiert. Die Ergebnisse dieses Prozesses greife ich gern auf. Ich sehe aber auch die Notwendigkeit, sie zu vertiefen. Sie sollen stärker mit einem umfassenden Prozess zur geistlichen Neuorientierung verknüpft werden. Deswegen wollen wir gemeinsam in den nächsten zwei Jahren in unseren Pfarreien und Dekanaten über diese Zukunft nachdenken. Dabei stellen wir diesen Weg des Nachdenkens und Diskutierens unter das Motto „Dem Glauben Zukunft geben“.

Gemeinsam wollen wir uns an diesem Prozess beteiligen, der die Seelsorge in unserem Erzbistum verbindlich neu orientieren und neu strukturieren soll. Außerdem ist es das Ziel dieses Prozesses, Schwerpunkte und Vereinbarungen für die Seelsorge in den kommenden Jahren zu entwickeln und zu beschließen. Auf dieser Grundlage sollen dann konkrete pastorale Konzepte in den einzelnen Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften erarbeitet werden.

Ich bitte Sie als Ihr Erzbischof, sich mit dem Projekt „Dem Glauben Zukunft geben“ zu beschäftigen. Es ist eine Chance, dass die Kirche in unserem Erzbistum auch künftig den Auftrag Jesu erfüllen kann, Menschen für den Glauben zu gewinnen und zu begeistern. Es geht um viel mehr als nur um Strukturen. Als getaufte und gefirmte Christen bitte ich Sie, diesen Weg mit zu gehen. Informieren Sie sich über die wichtigsten Inhalte des Projektes und die Möglichkeiten, sich dabei selbst einzubringen!“

Mehr als Strukturen.....
Der jetzt vorliegende neue Strukturplan für unsere Diözese sieht 45 Einzelpfarreien und 235 Pfarreiengemeinschaften (mit 703 Pfarreien) vor. Das ist mit Sicherheit ein gewaltiger Einschnitt, der nicht nur die Strukturen, sondern auch die bisherige Seelsorge tangiert: Gemeinden werden sich verändern. Es muss die Einsicht wachsen, dass größere Seelsorgsräume Chancen in sich bergen, das kirchliche Handeln in einer sich verändernden Situation effektiver zu gestalten. Größere Seelsorgseinheiten werden ein anderes kirchliches Leben zur Darstellung bringen, als wir es derzeit, insbesondere in Einzelpfarreien mit der Konzentrierung auf die Kerngemeinde, vorfinden. Wir dürfen dabei nicht nur auf den Priestermangel schauen, wir haben ebenso den Gläubigenmangel, einen zu erwartenden Finanzmangel, den Glaubensschwund bei den Kirchenmitgliedern und einen Bedeutungsschwund der Kirche in einer sich immer pluraler ausdifferenzierenden Gesellschaft ins Auge zu fassen. Größere Seelsorgseinheiten könnten die Chance in sich bergen, der Vielfalt besser Räume zu schaffen. Größere Einheiten zwingen zu einem Blick über den eigenen Kirchturm hinaus, nötigen zur Zusammenarbeit mit anderen Pfarreien, Traditionen und Menschen, ermöglichen unterschiedliche Angebote und Glaubensorte. Weil größere Einheiten größere Teams von Hauptamtlichen und eine Vielzahl Ehrenamtlicher haben können, kann eine differenzierte Seelsorge geplant und umgesetzt werden. In die größeren Einheiten sind auch die vielen kategorialen kirchlichen Dienste mit zu vernetzen wie Krankenhausseelsorge, Altenheimseelsorge, Beratungsdienste, Einrichtungen der Caritas, Notfallseelsorge, Bildungseinrichtungen. Größere Einheiten könnten durch Konzentrierung der Kräfte und Abläufe wie auch durch Vernetzung der vielen Einrichtungen, Gruppen und Glaubensorte wirksamer, werbender und ansprechender missionarisch in die Gesellschaft hineinwirken, als es eine kleine Seelsorgseinheit leisten kann. Diese größeren Einheiten auszugestalten wird ein Prozess sein, dem wir uns stellen müssen und der mehr Kraft und Einsatz verlangt, als nur neue Strukturen zu schaffen.
Zusammengefasst: Bei dem Prozess "Dem Glauben Zukunft geben!" geht es nicht in erster Linie um die Zusammenlegung von Einzelpfarreien zu größeren Seelsogeeinheiten, sondern darum, wie wir unserem Glauben in die Zukunft hineintragen und damit bewahren können! An Liebgewonnenem festhalten, alles beim Alten lassen, nicht zu Änderungen bereit sein - das wird unsere Kirche noch mehr an den Rand der Gesellschaft drücken. Das Christentum, das unser Land und unsere Kultur so nachhaltig geprägt hat, darf nicht Nachhut der Gesellschaft sein. Sein Platz ist an der Vorhut! Und genau dazu machen wir uns mutig auf!

Für den Raum Bad Aibling ist eine Stadtkirche Bad Aibling mit einem Seelsorgeteam angedacht, die die Pfarrei Maria Himmelfahrt mit ihren Filialen Ellmosen und Mietraching und die Südpfarreien Sankt Georg, Sankt Jakobus Willing und Heilig Kreuz Berbling umfasst.

Pastorale Schwerpunkte
Die einzelnen Seelsorgseinheiten werden konkrete pastorale Schwerpunkte erarbeiten müssen und haben dabei die Vielfalt kirchlichen Lebens und unterschiedlicher Glaubenswege im Auge zu behalten. Das ist die wichtige Aufgabe kommender Jahre. Denn es geht um mehr als Strukturen; es geht um die Anpassung der Pastoral an sich verändernde gesellschaftliche und soziokulturelle Gegebenheiten, damit Kirche in einer immer pluraleren Öffentlichkeit das Evangelium zu den Menschen bringen kann. Dabei müssen auch in größeren Einheiten kleinere Orte erhalten bleiben, an denen Christen ihre Heimat vor Ort finden trotz aller Mobilität und einer steigenden Bereitschaft, unter verschiedenen Angeboten auszuwählen.

Mögliche Ziele.......
1. Die Ziele liegen zunächst einmal im Evangelium und im Selbstverständnis der Kirche. Diese müssen aber immer wieder weiter entwickelt und angereichert werden, sie münden in die Frage: Wozu gibt es Kirche? Die Kirche gibt es, damit die Menschen Jesus Christus finden. Wir glauben: die Menschen verpassen Wesentliches in ihrem Leben, wenn sie Christus nicht finden. Alles Tun der Kirche ist darauf ausgerichtet.

2. Die Kirche muss stärker lernen, Einheit in der Vielfalt zu leben. Wir haben unterschiedliche Biografien, unterschiedliche Lebenswelten, Szenen, Glaubensvorstellungen. All das ist bunter, diffuser und subjektiver geworden. Heute gibt es sehr unterschiedliche Vorstellungen von Sünde, von Erlösung, von Schuld, von Freiheit, von Liebe etc. Es wäre naiv zu meinen, man könne Worte einfach über Jahrhunderte hin weiter tradieren ohne zu registrieren, dass sich in der Vorstellungswelt der Menschen etwas ändert. Wie können wir also Einheit in der Vielfalt gestalten? Mein Traum von Kirche ist, dass sich in der Eucharistiefeier am Sonntag die verschiedenen Gruppen, Biografien und Szenen treffen, und nicht jede Gruppe für sich bleibt. Und trotzdem müssen wir auch die Möglichkeiten dafür schaffen, dass die verschiedenen Biografien und Lebenswelten ihren Platz finden. Wie können wir die Differenzierung in den Lebensläufen und in den Vorstellungen pastoral aufgreifen? Die Kirche hat es früher und auch heute getan in Gruppen, Verbänden, Bewegungen. Sie hat in unterschiedlichen gottesdienstlichen Formen gefeiert. Sie hat versucht, dem Einzelnen mit seinem persönlichen Anliegen entgegenzukommen. Ich glaube, wir müssen neu bedenken, wie das unter den heutigen Bedingungen möglich ist. Aber gleichzeitig sollten wir immer daran festhalten, dass alle aufgerufen sind, in der sonntäglichen Eucharistie zusammen zu kommen, dass alle zusammen gehören.

3. Die Kirche wird deshalb die Individualisierung und die Subjektivität ernst nehmen müssen und gleichzeitig den gemeinschaftlichen Aspekt bewahren. Also beides, denn die Menschen möchten ja gemeinsam unterwegs sein. Sie hungern nach Gemeinschaft, aber können es manchmal immer weniger, diese auch zu leben. Diese Beobachtung bringt eine Jugendstudie so auf den Punkt: „Gemeinsam einsam!“ Das ist oft das Kennzeichen nicht nur von Jugendszenen, sondern auch von Erwachsenenszenen. Auch die Erwachsenen wünschen sich viel Gemeinschaft, aber sie können es zum Teil nicht mehr. Wir als Kirche müssen ihnen zeigen, wie das geht. Wie man das eigene Ich aufbricht und zusammenkommt, wie aufbauende Beziehungen möglich werden, wie man seine eigenen Gaben einbringt in das große Ganze und wie man davon bereichert wird, wenn man auf den anderen hört und mit ihm unterwegs ist.

4. Es geht darum, dass wir das Wort Erlösung, das Wort Freiheit, das Neue, was uns in Christus geschenkt wird, so neu ausdrücken und feiern, dass deutlich und erfahrbar wird, was in den Sakramenten geschieht. Das ist im Grunde der Kernpunkt, um den sich alles dreht. Es geht nicht darum, schöne neue Riten zu erfinden und zu überlegen, was jetzt ankommt, sondern darauf, was die Sakramente vom Glauben her bedeu-ten und bewirken. Die Kirche ist ja als Ganzes Sakrament, Sakrament des Reiches Gottes. Und Gott sei Dank sind die Sakramente immer noch der wesentliche Ort, wo Menschen in Berührung kommen mit der Kirche. Deswegen ist es ganz zentral, wie wir mit den Sakramenten umgehen Auch bei der Begründung der Gebote und Normen müssen wir diese befreiende Perspektive deutlich machen, dass zum Beispiel die Einhaltung der Zehn Gebote den Menschen glücklicher macht. Dass die Gebote eine Hilfe sind. Denn wenn jemand nur um sich kreist, nicht lieben kann, dann sagen wir zu Recht, er braucht Hilfe und kann so nicht glücklich werden. Und wie ist das bei den Zehn Geboten? Ist es eine Überforderung des Menschen, nicht zu stehlen? Treu zu sein, ist das eine Überforderung des Menschen? Das ist doch das Selbstverständlichste von der Welt, was da steht: einen anderen nicht umbringen, nicht lügen, nicht stehlen. Wir sollten da unsere Stärke zeigen und in aller Deutlichkeit sagen: Du verfehlst dein Leben, wenn du dich nicht an diese Gebote hältst. Die Gebote sind kein Hindernis zum Glück, sondern die Voraussetzung dafür.

5. Die Kirche muss sich auch im politischen und im sozialen Engagement stärker als Korrektiv und Alternative zur Gesellschaft verstehen ohne Angst zu haben, gleich wieder Mitglieder zu verlieren. Es gilt, von der Kraft des Evangeliums her deutlich zu machen, dass wir eine Wahrheit gefunden haben, die für alle Menschen wichtig ist. Wir sollten sie sagen und benennen und nicht jedes Mal danach schielen, wer uns dann böse ist. Wenn wir überzeugt sind, das etwas richtig ist, dann sollten wir auch sprechen und entsprechend handeln. Das gilt auch für politisch brisante Themen von der Bioethik bis zur Arbeitslosigkeit, von der gerechten Gestaltung der Globalisierung bis zum karitativen Engagement in unseren Pfarreien. Das konkrete Engagement für die Schwachen und auf der Strecke Gebliebenen gehört ins Zentrum des kirchlichen Zeugnisses, es war ein entscheidendes Erkennungszeichen der Kirche und muss es immer neu werden. Eine Kirche, die die „Wunden der Welt“ übersieht, könnte nicht wirklich evangelisieren.

6. Wir brauchen eine Erneuerung und Vertiefung der Katechese. Die Katechese ist ein Herzstück der Kirche, weil sie hinführt zu den Sakramenten, in denen der Glaube gefeiert wird, und wo das geschieht, was die Sakramente bezeichnen, wo Himmel und Erde sich berühren. Wenn die Sakramente an Kraft verlieren, kann die Kirche nicht in Schwung kommen! Aber wie können wir eine qualitativ hochwertige und nachhaltige Katechese in Gang bringen? Die ganze Gemeinde ist verantwortlich für die Katechese. Wie können wir unter veränderten Bedingungen diesen Ansatz weiter entwickeln?

7. Ein weiterer Punkt ist der Glanz der Liturgie. Die Kirche ist im Wesentlichen Sakrament, das bedeutet auch, dass das ausstrahlt auf unser Leben im Alltag, im Miteinander. Der Glanz der Liturgie, das Bemühen um eine gute Liturgie, eine gute Predigt, eine gute Verkündigung, das ist zentral für das Leben der Kirche. Wenn die Menschen sonntags in der Kirche Banales hören und sehen, Lieblosigkeit im Umgang mit denen, die gekommen sind, dann können wir alles andere vergessen. Es muss deutlich werden: der Sonntagsgottesdienst ist der Höhepunkt des gesamten kirchlichen Lebens.

8. Wir brauchen eine Einführung in die persönliche Spiritualität. Wir müssen Hilfen anbieten, damit die Menschen zum Gebet finden. Wenn sie den Zugang zum Gebet nicht finden, finden sie auch den Glauben nicht. Hierzu gehören die Exerzitien im Alltag, eine intensive Jugendpastoral. Es geht darum, Menschen ganz persönliche Wege zu zeigen, damit der Glaube wirklich Teil des täglichen Lebens wird.

9. Und nicht zuletzt nenne ich das Zeugnis der Liebe. Eine Gemeinde, die keine Ausrichtung auf die „Wunden der Welt“ hat, kann nicht wirklich glaubwürdig die Feier von Tod und Auferstehung Jesu feiern. Beides gehört zusammen. Es macht mir Sorgen, dass in vielen Gemeinden das karitative Engagement einfach an Institutionen delegiert wird. Wir brauchen einen engagierten und kreativen Umgang mit den „Wunden der Welt“ vor Ort, in unseren Gemeinden. Das kann durchaus auch politisch werden. Auch in unseren Pfarreien müssen wir uns fragen: Was passiert hier politisch vor Ort? Was ist hier an Ungerechtigkeit? Was ist an Zerstörung menschlichen Lebens, an schwierigen Familiensituationen? Vielleicht sind Gruppen, die sich politisch und karitativ engagieren, auch nur möglich auf der größeren Ebene einer Pfarreiengemeinschaft und nicht in jeder Pfarrei.

28. November 2008

Auszug aus Schreiben der Bistumsleitung
zusammengestellt von Diakon Bernd Schmitz

Umfassendere Informationen im Internet unter www.erzbistum-muenchen.de/EMF335/EMF033445.asp


Die angedachte Stadtkirche in Bad Aibling

Dem Glauben Zukunft geben – die Stadtkirche Bad Aibling
oder:
"Nur wer sich ändert, bleibt sich treu!"
Den Überlegungen der Diözesanleitung aufgrund der
• stark zurückgehenden Priesterzahlen
• Abnahme der Katholiken
• Zunahme des sog. „Rand- oder Situationschristentums“
• geringer werdenden finanziellen Ressourcen
größere Seelsorgeeinheiten in unserer Diözese zu bilden, muss man positiv gegenüber stehen.

Wirkliche Alternativen dazu gäbe es nur, wenn
• die Zahl ausländischer Priester noch mehr stiege
• die Leitung einer Seelsorgeeinheit nicht nur an einem Priester gebunden wäre
• im Leben und Glauben bewährte (verheiratete) Männer zum Priesteramt zugelassen würden
• das Priesteramt nicht mehr an das Zölibat gekoppelt wäre
• die Ordination von Frauen in unserer Kirche möglich wäre.
Zu diesen oder anderen Schritten ist aber unsere Kirche (Rom!) zur Zeit nicht bereit.

Meines Erachtens gibt es zur geplanten Stadtkirche Bad Aibling (Zusammenschluss von vier Pfarreien, wobei drei davon schon seit Jahren in einer Art Pfarreiengemeinschaft pastoral versorgt werden) keine echte Alternative! Für diese neue Einheit sprechen darüber hinaus:
• eine relativ geringe Gesamtkatholikenzahl
• die geringen Entfernungen
• sie fällt – politisch – wirtschaftlich – gesellschaftlich gesehen – mit der Kur- und Schulstadt Bad Aibling zusammen.

Größere Seelsorgeeinheiten (so auch die angedachte Stadtkirche) wird von einem Seelsorgeteam betreut. Die Zusammenarbeit in einem guten Team stärkt, bereichert und korrigiert den Einzelnen zum Wohl der Gesamtarbeit. Stärken Einzelner kommen zum Tragen, Schwächen Einzelner können ausgeglichen werden.

Die Stadtkirche Bad Aibling bedeutet nicht die Auflösung der Einzelpfarreien. Vielmehr bleiben die einzelnen Pfarrgemeinderäte, Kirchenverwaltungen und auch das Eigenleben der einzelnen Pfarrei im Blick auf das Ganze erhalten. Freilich wird darüber hinaus stärker zusammengearbeitet, dort wo es notwendig und sinnvoll ist! Die Initiativen einzelner Laien und auch die Mitarbeit vieler wird zunehmen müssen, denn im Blick auf Konzilsbeschlüsse sind die Gemeinden selbst Träger, Mitträger der Seelsorge! Nicht nur die künftigen Seelsorger, noch mehr die Laien sind jetzt gefragt! Und gerade darin – das zeigen uns die Kirchen in Afrika und Südamerika – liegen für die Kirche große Chancen!

Was das Personalkonzept für die künftige Seelsorgeeinheit angeht, sollten wir darauf drängen, dass neben einem leitenden Pfarrer für diese Stadtkirche noch ein weiterer Pfarrer für priesterliche Dienste zur Verfügung steht. Daneben könnten in diesem Team zwei Pastoral- oder Gemeindereferenten und zwei Diakone mit Zivilberuf mitarbeiten.

Um die Nähe zum Kirchenvolk weitgehend zu wahren, müssen die beiden Pfarrer in den Pfarrhäusern Maria Himmelfahrt und St. Georg residieren. Wenn es geht, sollten die übrigen Mitarbeiter – so nahe wie möglich – vor Ort sein: dann können sie erste Ansprechpartner für Willing, Berbling, Mietraching und Ellmosen sein.

Was die künftigen Sonntagsgottesdienste angeht, müssen an jedem Sonntag die Pfarrgottesdienste als Heilige Messen in Maria Himmelfahrt und St. Georg angeboten werden. In den übrigen vier Kirchen sollte am Sonntag jeweils ein Gottesdienst sein, im Wechsel von Eucharistiefeiern und Wort-Gottes-Feiern.

Viel wichtiger aber als die Struktur- und Personalüberlegungen ist für mich der in Gang zu bringende Prozess, notwendige pastorale Schwerpunkte mittelfristig anzugehen. Ich möchte nur kurz fünf Stichworte dazu ins Gespräch bringen:
• Kinder- und Familienpastoral (nicht nur Gottesdienste!)
• neue Wege in der Männerpastoral suchen und gehen
• Bibelarbeit und Glaubenskatechese verstärken
• Ausweitung und Vertiefung des spirituellen Lebens Einzelner fördern
• Ökumene mit der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Aibling ausweiten

Das alles dient nur zum Weiterüberlegen!
Ihr Bernd Schmitz, Diakon


Vordringliche Zeichen der Zeit

Mit den "10 vordringlichen Zeichen der Zeit" hat die zweite Vollversammlung des Zukunftsforum in unserer Diözese eine erste Fokussierung vorgenommen. Auch wenn es sich um eine Auswahl handelt, nehmen die "10 vordringlichen Zeichen der Zeit" doch wichtige gesellschaftliche und kirchliche Themen in den Blick. Mit Sicherheit finden auch wir uns in Bad Aibling in diesen Überlegungen in dem einen oder anderen Punkt wieder.

Ziel ist es, auf einer breiten Basis darüber ins Gespräch zu kommen, welche Herausforderungen sich aus den vordringlichen Zeichen der Zeit für zukünftiges pastorales Handeln in unserem Erzbistum ergeben. Auch wir haben uns zu überlegen, mit welchen kirchlichen und gesellschaftlichen Kooperationspartnern wir diesen Herausforderungen begegnen wollen. Alle sind herzlich eingeladen, sich für die Zukunft des Glaubens zu engagieren, wir bitten daher um Ihre Mitarbeit und Ihr Gebet!

Die 10 Zeichen der Zeit seien hier wenigstens kurz benannt:

1. In einer reichen Gesellschaft von Armut und Ausgrenzung betroffen - Neue Armut, soziale Schere, Menschen in Grenzsituationen

2. Komplexität der Welt weckt Bedürfnisse nach überschaubaren Gemeinschaften - Spannungsfeld von "Globalisierung" und "Beheimatung"

3. Suche nach Liebe und Treue, Angst vor Bindung - Wandel der Familie und die demographische Entwicklung

4. Tradierte Werte, freie Entscheidungen - Pluralisierung von Lebenswelten

5. Zwischen Gottvergessenheit und Glaubenszeugnis - Missionsland Deutschland und die Sprachlosigkeit der Kirche

6. Freiheit und Verantwortung - Individualisierung der Gesellschaft

7. Zeit als knappes Gut - Ökonomisierung der Zeit

8. Moderne Kommunikationsmittel - Virtualisierung und Medialisierung

9. Weniger Priester, höhere Ansprüche an Seelsorge - Problem des Priestermangels

10. Entfremdung der jungen Generation - Jugend und Kirche





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