Begegnung mit asiatischen Bischöfen
Friedenstreffen: Indischer und chinesischer Bischof berichten über die Situation der Christen in Asien
Freising, 13. September 2011. Kardinal Oswald Gracias, Erzbischof von Bombay in Indien, und Erzbischof Savio Hon Tai-Fai aus China, Sekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, haben am Montag, 12. September 2011, auf dem Freisinger Domberg gebetet und anschließend in einer Podiumsdiskussion über die Situation der Christen in Asien berichtet. Weihbischof Bernhard Haßlberger, zuständig für die Seelsorgsregion Nord der Erzdiözese München und Freising, empfing die Gäste und feierte eine Vesper im Freisinger Mariendom mit einem Gebet am Schrein des Heiligen Korbinian, Patron der Erzdiözese München und Freising.
„Die beiden großen Nationen Indien und China, die Sie repräsentieren, spielen eine entscheidende Rolle für die Zukunft unseres ganzen Planeten“, sagte Monsignore Rainer Boeck, Rektor der Domkirche und Konkathedrale Freising, zur Begrüßung der Gäste: „Von Ihren Nationen wird es wesentlich abhängen, wie die Weltgemeinschaft von morgen und der Friede zwischen den Völkern aussehen werden. Deshalb verlangen Ihre Präsenz beim Friedenstreffen und Ihr Beitrag zum Dialog höchste Beachtung.“
Kardinal Oswald Gracias berichtete von der Situation der Christen in Indien, wo die Katholiken einen Anteil von weniger als zwei Prozent an der Bevölkerung darstellten: „Unsere Kirche ist klein, aber stark.“ Etwa 85 Prozent der Katholiken besuchten regelmäßig die Gottesdienste, die Kirche betreue zahlreiche Schulen. Um Katholik zu werden, brauche man in den meisten Fällen eine Erlaubnis der Behörden. „Deshalb beten viele Hindus bei uns mit, gehen aber den letzten Schritt der Taufe nicht“, so der Kardinal.
„In China war das Christentum noch nie eine große Erfolgsgeschichte“, sagte Erzbischof Savio Hon Tai-Fai; zu sehr sei die koloniale Vergangenheit noch in den Köpfen der Menschen verankert. Dennoch sei die Zahl der Christen in den letzten Jahrzehnten erheblich gestiegen. Das Verhältnis zwischen der staatlich anerkannten Kirche und der Untergrundkirche sei immer noch angespannt; besonders Priester und Bischöfe hätten Repressalien der Regierung zu fürchten.
Auf die Berichte der beiden Bischöfe folgte eine rege Diskussion unter Leitung von Monsignore Rainer Boeck. Die Veranstaltung fand auf Einladung des Bildungszentrums Kardinal-Döpfner-Haus im Rahmen des Internationalen Friedenstreffens der Erzdiözese München und Freising und der Gemeinschaft Sant’Egidio statt. (gob)