Begleiter für die Advents- und Weihnachtszeit in München 1. Dezember 2017 bis 6. Januar 2018

Rorate

Rorateamt

Diese adventlichen Messen bei Kerzenschein, traditionell in den frühen Morgenstunden, werden bei uns in Bayern seit mehr als fünfhundert Jahren gefeiert, sind in ihrem Ursprung aber deutlich älter. „RORATE, caeli, desuper, et nubes pluant justum.“ (Tauet, Himmel, herab von oben; und, Wolken, regnet den Gerechten.) Dieser von Jesaja entlehnte Vers bildet die Eröffnung der Roratemesse, die vom Wesen her als adventliche Votivmesse zur Ehren Mariens gefeiert wird. Wie die schwangere und fragende Maria verharrt die wartende Kirche mit wenig greifbarem Licht und erlebt, dass im Laufe der Messe das Licht zunimmt.

Die Kerzen, die am Beginn der Roratemesse, am Beginn des Zugehens auf Christus, einzige Lichtquelle waren, verlieren im Kommen der aufgehenden Sonne an Bedeutung, verweisen sie doch nur auf den, der selbst die Quelle des Lichtes und des Heiles ist. Die Erwartung des Festes der Menschwerdung Christi und die Erwartung seiner Wiederkunft verschmelzen in dieser Feier miteinander. Im reduzierten Licht der Kerze verschwimmen im Morgengrauen die Konturen im Kirchenraum, wird nur ein kleiner Teil der ganzen Wirklichkeit sichtbar. Wie wohltuend in Zeiten massiver Reizüberflutung. Den Tag so anders und akzentuiert zu beginnen, wirft uns leicht aus der gewohnten Bahn und macht uns so empfänglicher für die Signale des Kommens des Herrn.