Begleiter für die Advents- und Weihnachtszeit in München 1. Dezember 2017 bis 6. Januar 2018

Christmette

Christmette

„In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen.“ Wer diese Worte aus dem Lukasevangelium hört, der spürt: „Hier bin ich richtig. Wir feiern die Christmette.“ Tradition und Emotion sind wohl für weite Teile der christlichen Bevölkerung nirgends so eng verbunden wie in der Christmette. Darum ist sie auch nicht Raum für Experimente. Das unbegreifliche und unfassbare Geschehen der Menschwerdung Gottes braucht den verlässlichen Rahmen, der jedoch nicht betäubend wirken darf. Während die Liturgie der Osternacht ein starkes Symbol nach demmanderen vorzuweisen hat, kennt die Liturgie des hochheiligen Weihnachtsfestes nur wenige „Spezialeffekte“, findet sie doch in einer recht gewöhnlichen, wenn auch feierlich gestalteten, Eucharistiefeier statt.

In der Menschwerdung übertrifft sich der nahe Gott selbst. Er nimmt menschliche Züge und Empfindungen, Freude und Enttäuschung an, überwindet alle Distanz, um unser menschliches Schicksal anzunehmen. Das ist der große Schritt des dreifaltigen Gottes, uns an die Teilnahme an seinem göttlichen Leben heranzuführen. Maria und Josef nehmen dieses herausfordernde und überfordernde Geschenk zunächst einmal an, um langsam in dieses Geheimnis hineinzuwachsen. Ihre vertrauende Offenheit wäre auch für uns ein passendes Weihnachtsgeschenk!