Diözesanrat der Katholiken

Demokratisch gewählte Vertretung des Kirchenvolkes.
Der Diözesanrat repräsentiert mehr als 125.000 ehrenamtlich in Katholikenräten, Verbänden und Initiativen aktive katholische Frauen und Männer.

Münchner Kirchenzeitung vom 24.02.2002

Baumgartner Kolumnen
Gehen Sie wählen!

»Kirche bewegen – Welt gestalten« – unter diesem Motto stehen die Pfarrgemeinderatswahlen am 17. März 2002. Die Wahl ist eine große Chance, die Verantwortung aller Christen für das Leben der Pfarrgemeinde und die Gestaltung von Gesellschaft und Politik ins Bewusstsein zu rücken. Durch die Wahl überträgt die Pfarrgemeinde den Mitgliedern des Pfarrgemeinderats das Mandat, Mitverantwortung für das Ganze der Pfarrei zu übernehmen und christliche Positionen in Gesellschaft und Politik zur Geltung zu bringen. Um es in den Worten des Zweiten Vatikanischen Konzils zu sagen: Der Pfarrgemeinderat ist das anerkannte Organ zur Koordinierung des Laienapostolats. In ihm ist der Gedanke vom gemeinsamen Priestertum umgesetzt. Das heißt: Die Mitglieder des Pfarrgemeinderats machen die Berufung und Mitverantwortung aller Gläubigen zum Aufbau einer lebendigen Pfarrei sichtbar.

In diesem Sinn ist auch das Wahlmotto zu verstehen. »Kirche bewegen« heißt: Der Reichtum der Kirche sind ihre Menschen, mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Begabungen. Kir-che bewegt sich, wenn Männer und Frauen, Junge und Alte in den Pfarrgemeinden Verantwor-tung übernehmen, mitdenken und mitentscheiden. Dem Pfarrgemeinderat kommt hier eine Schlüsselfunktion zu. Dort werden viele Informationen zusammengetragen, wichtige Weichen gestellt sowie die verschiedenen Gruppen und Initiativen vernetzt. Damit trägt der Pfarrgemeinderat entscheidend dazu bei, das Gesicht der Pfarrgemeinde zu prägen und Kirche vor Ort zu bewegen.

Kirche zu bewegen ist aber kein Selbstzweck. Kirche zu bewegen heißt immer auch Welt zu gestalten. Glauben und Leben, Verkündigung und Praxis dürfen nicht auseinander treten. Der Einsatz für Menschenwürde und Menschenrechte, für Gerechtigkeit und Solidarität ist für die Kirche eine Verpflichtung, die aus ihrem Glauben an Gottes Solidarität mit den Menschen erwächst. So haben Pfarrgemeinderäte nicht nur Verantwortung für den Aufbau einer lebendigen Pfarrgemeinde, sondern ihre Aufgabe liegt vor allem auch darin, gesellschaftliche und politische Entwicklungen zu beobachten, Vorschläge zu überdenken und Lösungen, die dem Men-schen gerecht werden, voranzubringen.

In diesem Sinne kann das Motto der Pfarrgemeinderatswahl am 17. März 2002 für jede und jeden von uns Erinnerung, Aufruf und Ansporn zugleich sein, denn Kirche bewegt sich und Welt wird gestaltet, wenn Frauen und Männer, Junge und Alte sagen, was gesagt werden muss, tun, was getan werden muss, hoffen, was gehofft werden muss. Ich möchte daher alle Katholiken in der Erzdiözese herzlich bitten, ihr Stimmrecht wahrzunehmen und zu zeigen: Mitver-antwortung in der Kirche ist wichtig und wertvoll.