Diözesanrat der Katholiken

Demokratisch gewählte Vertretung des Kirchenvolkes.
Der Diözesanrat repräsentiert mehr als 125.000 ehrenamtlich in Katholikenräten, Verbänden und Initiativen aktive katholische Frauen und Männer.

KANDIDATEN FÜR DIE PFARRGMEINDERATSWAHL

„Der Reichtum der Kirche sind die Menschen. Alle sind begabt. Niemand ist unbegabt. Kandidieren auch Sie für den Pfarrgemeinderat?“

Die Suche nach Kandidat(inn)en stellt im Vorfeld der Pfarrgemeinderatswahlen die wohl größte Herausforderung dar. Es gibt Erfahrungen, die Mut machen.

Kandidatinnen und Kandidaten ein klares Angebot machen

Menschen, die ehrenamtlich ihre freie Zeit für das Engagement im Pfarrgemeinderat aufbringen, wollen wissen, worum es geht. Es ist wichtig, möglichen Kandidatinnen und Kandidaten ein klares Angebot machen zu können. Die beschwichtigende Aussage: „Das kannst du doch machen, so viel Zeit kostet dies nicht!“ vermittelt eher die Botschaft: „Dann braucht ihr mich nicht, denn so wichtig ist die Aufgabe nicht“.

Vielmehr muss benannt werden können,
  • welche Erfahrungen und Kenntnisse verlangt werden
  • wofür der Pfarrgemeinderat zuständig ist und welche Kompetenzen er hat
  • wie viel Zeit einzuplanen ist
  • welche Angebote an Begleitung und Fortbildung es gibt

Kompetenzprofil für Kandidatinnen und Kandidaten

Wer sich engagiert, möchte als eigenverantwortliche Person ernst genommen werden, möchte das Gefühl haben, dass das Engagement einen „Sinn“ hat. Der Wunsch, Verantwortung zu übernehmen, verbindet sich immer mehr mit der Erwartung, dass die Tätigkeit Freude und Spaß macht. Bei der Kandidatensuche ist es wichtig, folgende Botschaften zu vermitteln:
  • Wir suchen fähige Leute für wichtige Aufgaben.
  • Du bist als Ehrenamtlicher mit deinen Kompetenzen wichtig.
  • Du musst nicht nur etwas opfern, du gewinnst auch durch dein Engagement.
  • Der Pfarrgemeinderat braucht verschiedene Gesichter und Talente.

Tipps zur Kandidatensuche

"Aktion Tippzettel": Eine einfache Möglichkeit, möglichst viele Personen einzubinden und Kandidatenvorschläge zu sammeln.
[mehr dazu]
Internet
Warum nicht auf der Hompage der Pfarrei das Thema PGR-Wahl bewerben? Denken Sie bei den Planungen an die neuen Möglichkeiten mit interessierten Menschen in Kontakt zu kommen. (Homepage, Facebook,...)
PGR-Infostand auf öffentlichen Plätzen (Wochenmarkt, vor dem Bahnhof, S-/U-Bahn-Station etc.)

„Der Info-Stand zur PGR-Wahl war ein großer Erfolg. Neben Informationen zur Pfarrgemeinde und zur Wahl des Pfarrgemeinderates nahm das Spiel der Kinder für die Kandidatensuche breiten Raum ein. Viele Kinder waren eifrig dabei, Mütter, Väter, Omas und Opas als Kandidaten vorzuschlagen. Ingesamt gingen so 13 Vorschläge ein. Diese werden nun durch den Wahlvorstand geprüft und durch unseren Pfarrer zu einem Kandidatentreffen eingeladen“.

So ein Erfahrungsbericht aus der Diözese Mainz. Ist nicht auch in Ihrer Pfarrgemeinde eine ähnliche Aktion sinnvoll?

  • Kommen Sie über die Angebote und Schwerpunkte in Ihrer Pfarrgemeinde ins Gespräch.
  • Machen Sie eine Umfrage unter den Besuchern des Infostandes (Welche Wünsche haben Sie an die Pfarrgemeinde? Was müsste angepackt werden? etc.). Dazu entweder Fragebogen vorbereiten oder auf einer Plakatwand Anregungen notieren lassen.
  • Aktionen für und mit Kindern anbieten (Kinderschminken, Tänze, Spiele).
  • Kandidatenvorschlags-Box aufstellen und Tippzettel auslegen.
    Zu einem Gottesdienst einladen, der am selben Tag in einer nahe gelegenen Kirche stattfindet.
  • ….
Pfarrversammlung als bunter Nachmittag
Pfarrversammlungen laufen oft ziemlich nüchtern und trocken ab. Wie soll da der Funke überspringen und Personen Lust bekommen, im PGR mitzuarbeiten? Wenn Sie z. B. an einem Sonntag zu einem bunten Nachmittag mit Kaffee und Kuchen einladen und möglichst viele Gruppen und Personen einbinden, erreichen Sie mehrere Ziele gleichzeitig. Die, die im Programm dabei sind, sind schon mal sicher Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Pfarrversammlung. Vor allem bietet es sich an, den Kindergarten und die Grundschule einzubinden. Dann kommen die Eltern und evtl. Großeltern mit. Das ganze mit Musik und Sketchen umrahmen und zwischendurch die Arbeit des Pfarrgemeinderates vorstellen und welche Ziele sie für die Zukunft haben. Methoden hierfür finden Sie in der Arbeitshilfe zur Vorbereitung der Pfarrgemeinderatswahl auf der Seite 32. Wenn dann Rückmeldebögen für Interessenten an einer ehrenamtlichen Mitarbeit eingesammelt werden, kommen oft Personen in den Blick, an die vorher niemand gedacht hat. Diese können dann persönlich angeschrieben und zu einer Pfarreiwerkstatt eingeladen werden, in der in Gruppenarbeit Ziele und Ideen für das Leben der Pfarrgemeinde entwickelt werden. Ein Auftrag kann dabei z. B. sein, dass in jeder Arbeitsgruppe mindestens eine Person gefunden wird, die sich zur Pfarrgemeinderatswahl aufstellen lässt. Die Ergebnisse werden zum Schluss im Plenum präsentiert. Jede Gruppe vereinbart einen Termin für das nächste Treffen, in dem die Ideen konkretisiert werden. Damit ist auch ein erster Schritt getan für die Gründung von Arbeitsgruppen und Sachausschüssen des neuen Pfarrgemeinderates.
Methodischer Vorschlag für den PGR
Liste erstellen und Aufträge verteilen
  • Einigen Sie sich im PGR auf die Fähigkeiten, die Sie bei einer Stellenanzeige „Mitarbeiter für den Pfarrgemeinderat gesucht" nennen würden. Erarbeiten Sie auch die Punkte, die zu „Wir bieten ...“ genannt werden können.
  • Auf ein Plakat werden die PGR-Mitglieder notiert, die sich wieder zur Wahl stellen.
  • Fertigen Sie eine Liste von Gruppen, Initiativen und Vereinen an, die im Pfarrgemeinderat vertreten sein könnten. Davon ausgehend kann ermittelt werden, für welche Bereiche noch Kandidat(inn)en gesucht werden müssen.
  • Jedes amtierende PGR-Mitglied notiert 5 Personen, die seiner/ihrer Ansicht nach geeignete Kandidat(inn)en wären. Erstellen Sie aus allen Vorschlägen eine gemeinsame Liste. Überprüfen Sie, ob aus bestimmten (Ziel-)Gruppen wichtige Personen fehlen. Vereinbaren Sie, wer wen anfragt. Sie werden staunen, wie viel potentielle Kandidat(inn)en es gibt.

Wie spreche ich Kandidatinnen und Kandidaten an?

Wenn Sie Menschen auf eine Kandidatur für den Pfarrgemeinderat ansprechen wollen, sollten Sie stets davon ausgehen, dass
  • die potentiellen Kandidat(inn)en bereits irgendwo tätig sind und
  • sie sich eine Mitarbeit im Pfarrgemeinderat vielleicht nicht zutrauen.
Bitte überreden Sie diese Frauen und Männer nicht. Zu leicht wird aus einem überredeten „Ja-Sager“ ein „Nein-Tuer“ – d. h. ein Pfarrgemeinderat, der sich wenig einbringt. Besser als zu überreden ist es zu überzeugen. Überzeugen können aber nur Überzeugte! Folgende Tipps sind beim Gespräch mit Kandidat(inn)en hilfreich:

  1. Nehmen Sie sich Zeit
    Ein Gespräch braucht Zeit. Dies kann nicht einfach zwischen Tür und Angel geschehen oder nur auf der Straße. Vereinbaren Sie einen Termin und suchen Sie die Personen, die Sie werben wollen, zu Hause auf. Wenn der/die Angesprochene spürt, dass man sich extra zu ihm/zu ihr auf den Weg gemacht hat, ist das überzeugender als ein zufälliges Zusammentreffen auf der Straße oder ein Gespräch am Telefon.
  2. Die/den andere/n nicht „tot reden"
    Beginnen Sie das Gespräch nicht mit einem „Redeschwall“, sondern tragen Sie kurz Ihr Anliegen vor. Erzählen Sie positiv von Ihren Erfahrungen im PGR und von den Möglichkeiten und Chancen, die eine Mitarbeit bietet. Geben Sie Ihrem Gesprächspartner ausreichend Zeit, Fragen zu stellen und seine Situation bzw. Position darzulegen.
  3. Auf die Fähigkeiten des anderen eingehen
    Begründen Sie, warum Sie gerade ihn oder sie werben wollen, welche Fähigkeiten Sie ihrem Gesprächspartner zutrauen, welche Hoffnungen Sie mit seiner/ihrer Kandidatur verbinden. Manche Person kann man gewinnen, wenn man ihr eine bestimmte Sachaufgabe anbietet, manche mit der Aussicht, sich zunächst orientieren zu können.
  4. Ehrliche Information
    Informieren Sie ehrlich über die möglichen Aufgaben und die zeitliche Belastung. Die/der Betroffene braucht für ihre/seine Entscheidung Sicherheit und muss einigermaßen überschauen können, was auf sie oder ihn zukommt.
  5. Auf keine rasche Entscheidung drängen, aber nachfragen
    Versuchen Sie nicht, eine schnelle Entscheidung herbei zu führen. Signalisieren Sie Ihrem/r Gesprächspartner/in, dass so etwas ruhig noch einmal überdacht gehört und man sich noch einmal treffen könne. Kündigen Sie an, dass Sie in ein paar Tagen noch einmal nachfragen werden.
  6. Eine Wahl ist eine Wahl
    Besprechen Sie auch die Situation, dass der/die Kandidat/in nicht gewählt werden könnte und zeigen Sie Alternativen auf, sich in der Pfarrgemeinde zu engagieren (z. B. in Sachbereichsgremien).
  7. Auch ein Nein ist erlaubt
    Seien Sie durchaus beharrlich, aber „beknien“ Sie niemanden. Freuen Sie sich über eine Zusage und akzeptieren Sie eine Absage. Allein die Kontaktaufnahme hat ihren Wert. Bedanken Sie sich für den interessanten Erfahrungsaustausch.

    Quelle: www.pfarrgemeinderatswahl.de
PGR-Wahl 2014
PGR-Wahl 2014
Mehr zur Kandidatensuche
finden Sie auch in den PGR-Wahl-Infos
Für Infostände, Pfarrversammlungen o. ä. können beim Diözesanrat Werbebanner („Roll Ups“) mit dem Motto und Motiv der PGR-Wahlen ausgeliehen werden. [Weiter]
Positive Erfahrungen und Beispiele rückmelden
Wenn Sie positive Erfahrungen bei der Kandidatensuche gemacht haben oder Beispiele und Tipps für andere Pfarrgemeinden haben, bitten wir, diese an den Diözesanrat rückzumelden.
dioezesanrat@erzbistum-muenchen.de