Der Jahresabschluss


Die Doppik, also die „doppelte Buchführung in Konten“, wurde im Erzbistum im Jahr 2015 eingeführt. Sie ist eine Methode der Buchführung, die vor allem in der Wirtschaft eingesetzt wird. Sie besteht aus der Planung von Gewinn- und Verlustrechnung einerseits und einer Investitionsplanung andererseits. Indem die Doppik nicht nur zahlungswirksame Einnahmen und Ausgaben betrachtet, sondern auch eingegangene Verpflichtungen  oder den Wertverbrauch des vorhandenen Vermögens in Form von Abschreibungen berücksichtigt, schafft das System Transparenz und eine bessere Planbarkeit der Finanzen. Deshalb löst die Doppik auch zunehmend das bisherige Buchführungssystem der Kameralistik in der öffentlichen Verwaltung ab. Im Zuge der Umstellung wurde erstmals eine Bewertung der Vermögenswerte der Erzdiözese vorgenommen. Nach anerkannten Bewertungsmethoden und gemeinsam mit unabhängigen, externen Gutachtern wurde beispielsweise der gegenwärtige Verkehrswert von Immobilien oder Kunstgegenständen ermittelt.
 
Die Doppik bietet als großen Vorteil eine bessere Übersicht über die finanziellen Mittel und eine bessere Planbarkeit, beispielsweise in Bezug auf Investitionen, Gebäudeerhalt oder Altersvorsorge. Damit soll sichergestellt werden, dass Kirche auch langfristig ihre Aufgaben erfüllen und ihren Verpflichtungen nachkommen kann. Ein weiterer Vorteil ist mehr Transparenz nach innen und außen: Kirche zeigt offen, was sie tut, was sie hat, wofür sie Geld ausgibt. Zudem bietet die Doppik bessere Kontrollmöglichkeiten: Entscheidungs- und Aufsichtsprozesse entsprechen heutigen Standards und Ansprüchen und sind für jeden nachvollziehbar.

Für jedes Geschäftsjahr legt die Erzdiözese freiwillig einen Jahresabschluss nach den strengen gesetzlichen Regelungen des Handelsgesetzbuchs für große Kapitalgesellschaften vor. Er enthält unter anderem die Bilanz, die Gegenüberstellung von Verwendung (Aktiva, gegliedert nach Anlage- und Umlaufvermögen) und Herkunft der finanziellen Mittel der Erzdiözese (Passiva, gegliedert nach Eigen- und Fremdkapital). Sie dient zur Orientierung über die jeweilige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Neben der Bilanz ist die Gewinn- und Verlustrechnung ein wesentlicher Teil des Jahresabschlusses. Sie listet Erträge und Aufwendungen auf. Aus ihr ist zu entnehmen, aus welchen Quellen die Einnahmen des Erzbistums stammten und wofür die Gelder ausgegeben wurden. Zusätzlich enthält der Jahresabschluss einen Anhang mit ergänzenden Angaben zu Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung und einen Lagebericht, der die aktuelle und zukünftige Situation der Erzdiözese mit Blick auf Chancen und Risiken beschreibt.

Zusätzlich legt das Erzbistum jeweils einen Haushalt, eine systematische Zusammenstellung aller geplanten Einnahmen und Ausgaben, für das folgende Geschäftsjahr vor. Ziel eines Haushalts ist die optimale Planung im Hinblick auf die vorhandenen Ressourcen und deren Verwendung zur Erfüllung bestimmter Aufgaben. In der Erzdiözese besteht der größte Teil der Haushaltsausgaben aus finanziellen Aufwendungen für Bildung, Caritas, Pfarrseelsorge und die Seelsorge in besonderen Lebensfeldern.