Kardinal Reinhard Marx trifft Flüchtlingshelfer

Kardinal Marx würdigt ehrenamtliches Engagement für Flüchtlinge
Erzbischof bei vorweihnachtlichem Besuch im Caritas-Zentrum in Pfaffenhofen an der Ilm
Pfaffenhofen an der Ilm, 15. Dezember 2014. Das vielfältige Engagement für Flüchtlinge in Pfarreien und kirchlichen Einrichtungen hat Kardinal Reinhard Marx bei einem Treffen mit ehren- wie hauptamtlichen Flüchtlingshelfern am Montag, 15. Dezember, im Caritas-Zentrum der Erzdiözese München und Freising in Pfaffenhofen an der Ilm gewürdigt. „Ich bin sehr dankbar, dass sich gerade in den Kirchengemeinden in den vergangenen Jahren sehr viel Engagement entwickelt hat“, so der Erzbischof von München und Freising. Die Pfarreien zählten zu den „starken zivilgesellschaftlichen Gruppen“, die „aus dem christlichen Glauben heraus“ und in „guter Zusammenarbeit mit der Politik“ die Unterstützung von Menschen auf der Flucht gewährleisteten.
 
Der Kardinal rief die haupt- wie ehrenamtlich Engagierten zu einem „guten Miteinander“ auf und ermutigte sie, „nicht nachzulassen in ihrer Arbeit. Sie wird im kommenden Jahr nötig bleiben“. Es sei eine „besondere Pflicht und eine besondere Freude für Christen“, sich für Menschen in Not zu engagieren. Neben dem Einsatz in der Betreuung der Flüchtlinge gelte es „weitere Anstrengungen zu unternehmen, um Unterkünfte zu schaffen“, so Marx.
 
Entscheidend sei auch „in der Asylsozialberatung voranzukommen“. Flüchtlingen, die etwa traumatisiert in Deutschland ankämen, müsse schnelle, therapeutische Hilfe angeboten werden. Schließlich brauche es in der Flüchtlingspolitik aber auch eine „gemeinsame, europäische Anstrengung. Die europäische Grenze ist eine gemeinsame Grenze“, betonte der Kardinal. Es müsse gewährleistet werden, „dass alle Menschen, die europäischen Boden betreten, menschenwürdig behandelt werden. Und dass unsere Grenzen keine Abwehrgrenzen sind.“
 
Derzeit wohnen rund 450 Flüchtlinge und Asylsuchende in 48 dezentralen Unterkünften in 15 Kommunen des Landkreises Pfaffenhofen. Sie werden in Zusammenarbeit mit der hauptberuflichen Asyl- und Flüchtlingsarbeit der Caritas betreut. Die Caritas steht Ehrenamtlichen zur Seite, die persönliche Hilfe und Unterstützung im Bereich Asyl anbieten. Dazu zählen etwa die Begleitung der Asylsuchenden bei Behördengängen oder Arztbesuchen, Sprachkurse und Hilfe bei der Suche nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Die Nachbarschaftshilfen organisieren ein umfangreiches gemeinschaftliches Angebot in den Gemeinden, in denen die Flüchtlinge untergebracht sind. So gibt es Programme für Kinder mit Malen und Basteln, Unterstützung beim Lernen und Kennenlernen von Kultur und Lebenswelt, es wird gemeinsam musiziert, künstlerisch gestaltet oder gekocht.
 
Die Caritas fördert dieses Engagement durch zahlreiche Aktionen wie Schulungen für die Ehrenamtlichen zu Fragen rund um Asyl und Flüchtlinge, Kurse zu interkulturellem Arbeiten und Konfliktmanagement. Besonders für den Aufbau von Gruppen fungiert die Gemeindecaritas als Impulsgeber mit Konzepten und Anschubhilfen. Mit dem Netz an Nachbarschaftshilfen und der Caritas-Schülerbetreuung, die sich in der Nachmittagsbetreuung für Flüchtlingskinder engagieren, verfügt der Landkreis über ein gut funktionierendes System der Unterstützung und Integration von Flüchtlingen und Asylsuchenden. In Kommunen, in denen die Caritas selbst nicht mit ehrenamtlichen Angeboten vertreten ist, kooperiert sie eng mit anderen Gruppen und unterstützt diese bei der Arbeit. In der Stadt Pfaffenhofen beispielsweise ist dies der Arbeitskreis Asyl des Internationalen Kulturvereins, in dem die Caritas auch selbst aktives Mitglied ist.

Bei dem Besuch von Kardinal Marx präsentierten die Helfer ihre Asylarbeit in Kooperation von Haupt- und Ehrenamt, der Erzbischof tauschte sich mit den Unterstützern, Flüchtlingen, Politikern und Behördenvertreten aus und machte einen Rundgang durch das Zentrum. Anlässlich seines Besuches überbrachte der Erzbischof auch eine Spende über 10.000 Euro an den Fonds „Flüchtlingshilfe“, der die Ehrenamtsarbeit für Flüchtlinge unterstützt. (ck)