Ehrenamtliche im Alveni-Jugendhaus

Das Alveni-Jugendhaus, in dem etwa 50 unbegleitete minderjährige Jugendliche leben, ist eine Jugendhilfe-Einrichtung, die sich am allgemeinen Standard der Jugendhilfe in Bayern orientiert. Das heißt konkret, dass die Jugendlichen dort in Ein- bis Zweibettzimmern leben, in die Schule gehen oder eine Ausbildung machen und Unterstützung im Alltag erhalten. Ziel ist es, dass die Jugendlichen einen Beruf erlernen und selbständig leben lernen.

Viele der Jugendlichen sind psychisch schwer belastet, mehrere haben durch das Leben in der Heimat und durch die Flucht ein schweres Trauma erlitten. Da unterscheiden sich die Jugdenlichen im Alveni-Jugendhaus wenig von den Kindern, die mit ihren Familien in Gemeinschaftsunterkünften leben müssen. "Diese Generation von Kindern hat oft noch nie im Leben Frieden und Sicherheit erlebt", sagt Psychologe Matthias Fey.

Ehrenamtliche sind einerseits im Alveni-Jugendhaus sehr erwünscht, denn auch bei einem guten Betreuungsschlüssel können die hauptamtlichen Mitarbeiter nicht den ganzen Bedarf abdecken. Andererseits ist es eine besondere Herausforderung mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu arbeiten, die so belastet sind wie diese Flüchtlinge. Besonders nötig werden Freiwillige für die Hausaufgabenbetreuung gebraucht. "Wir wählen die Ehrenamtlichen sehr sorgfältig aus und überlegen, wer zu welchem Jugendlichen passen könnte", sagt Jürgen Keil, der Leiter der Einrichtung. Denn beim Lernen sei nur eine 1:1-Betreuung sinnvoll.

(aus: Sozialcourage, Ausgabe Frühling 2015)