Soziale Leistungen

Grundleistungen für Asylbewerber
 
Asylbewerber erhalten materielle Unterstützung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.

Asylbewerber, die sich noch in einer Erstaufnahme-Einrichtung befinden, erhalten diese vorwiegend als Sachleistung. Sie bekommen dort vorbereitetes Essen, das in der Regel auf religiöse oder kulturelle Bedürfnisse abgestimmt ist. Dazu erhalten sie einen so genannten monatlichen Aufstockungsbeitrag (Taschengeld) in Höhe von 143 Euro für einen alleinstehenden Erwachsenen.

Die Beträge für Familienangehörige sind nach Alter gestaffelt. Asylbewerber außerhalb einer Erstaufnahme-Einrichtung erhalten ihre Unterstützung in der Regel als Bargeld, für einen alleinstehenden Erwachsenen zum Beispiel 359 Euro im Monat plus die Kosten des Wohnraums.

Befindet sich der Asylbewerber in einer Unterkunft, wird ihm wegen der mit der Unterkunft bereitgestellten Ausstattung und Verbrauchsgüter wie Hausrat oder Strom ein entsprechender Beitrag abgezogen. Für Familienangehörige gelten entsprechende altersbezogene Sätze. Sind nach der Stellung des Asylantrags 15 Monate vergangen, können Asylbewerber in der Regel Leistungen analog zum Arbeitslosengeld II (Hartz IV) erhalten. Anerkannte Flüchtlinge haben grundsätzlich Anspruch auf ALG II, wenn der Lebensunterhalt nicht durch eigenes Einkommen oder Vermögen gesichert werden kann.


Deutschkurse
 
Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive (derzeit Asylbewerber aus Syrien, Irak, Eritrea und Iran) können sofort an einem öffentlich geförderten Integrationskurs teilnehmen. Asylbewerber aus anderen Ländern haben kaum Zugang zu offiziellen Deutschkursen.

Ehrenamtliche bieten häufig in Unterkünften Kurse an und unterstützen Familien und Einzelpersonen beim Erlernen der deutschen Sprache.


Beschäftigung und Einkommen
 
Die Ausübung einer Beschäftigung ist dem Landratsamt - Sozialamt - unverzüglich mitzuteilen, auch die aktuellen Gehaltsnachweise sind monatlich vorzulegen. Hat ein Asylbewerber ein Arbeitseinkommen, muss er dies für seinen Lebensunterhalt und den seiner Familie einsetzen.

Nur wenn damit der Bedarf nicht gedeckt ist, erhält er ergänzende Leistungen vom Sozialamt.
 

Eröffnung eines Bankkontos
 
Es liegt im Ermessen der jeweiligen Banken und Sparkassen, ein Bankkonto auf Guthabenbasis zu gewähren. Dort werden generell eine individuelle Prüfung der Legitimation sowie die Einhaltung der Vorschriften des Geldwäschegesetzes vorgenommen.

Flüchtlinge und Asylbewerber genügen der Ausweispflicht, wenn sie eine Aufenthaltsgestattung oder eine Duldung („Aussetzung der Abschiebung“) vorlegen können, die mit den Angaben zur Person und einem Lichtbild versehen sind und als Ausweisersatz bezeichnet werden. Problematisch ist hierbei, dass Asylbewerber oftmals diese notwendigen Ausweispapiere nicht besitzen.

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