Leitbild


Grundlagen für das Leitbild des Diözesanarchivs München sind das Schreiben der Päpstlichen Kommission für die Kulturgüter der Kirche vom 2. Februar 1997 „Die pastorale Funktion der kirchlichen Archive“, das „Selbstverständnis des Erzbischöflichen Ordinariats München“ von 2010 und die „Anordnung über die Sicherung und Nutzung der Archive der Katholischen Kirche“ vom 18. November 2013 in der Fassung vom 22. Juni 2015.


Präambel
Das Archiv des Erzbistums ist das historische Gedächtnis der Ortskirche von München und Freising und ein Kulturfaktor für die Neuevangelisierung. Es ist dadurch in den Sendungsauftrag der Kirche eingebunden.


Kultur
Das Handeln im Diözesanarchiv gründet im biblischen Gottes- und Menschenbild. Die Mitarbeitenden und ihre Arbeit im Diözesanarchiv prägen das Bild von Kirche mit. Entsprechend legen die Mitarbeitenden Wert auf einen sachkundigen und freundlichen Umgang mit den Nutzern.
Das Archiv des Erzbistums schlägt Brücken zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sowie zwischen Verwaltung, Öffentlichkeit und Forschung. Im Rahmen der kirchlichen Archivordnung sichert es authentische Quellen und macht sie für Kirche und Öffentlichkeit nutzbar. Indem die Mitarbeitenden des Diözesanarchivs Verwaltungsentscheidungen langfristig nachvollziehbar machen, ermöglichen sie die zum Wesen heutiger kirchlicher Verwaltungspraxis gehörende Transparenz des Verwaltungshandelns und die Wahrung der persönlichen Rechte des Einzelnen.
Glaubwürdig, da auf allgemein zugängliche und nachprüfbare Quellen gestützt, trägt das Diözesanarchiv zur Verbreitung von seriösem Wissen über Kirche in einer zunehmend entkirchlichten Gesellschaft bei.
Es wirkt auch aktiv und kooperativ auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene, indem es vielfältige Beziehungen zu anderen Archiven und wissenschaftlichen Institutionen unterhält. Es pflegt die Zusammenarbeit mit privaten und öffentlich-rechtlichen Institutionen, die es bei der Erfüllung seiner Aufgaben unterstützen, insbesondere auch mit Einrichtungen der Bildung und der Wissenschaft, sowie der Medien.


Archivierungsziel und Aufgaben
Archivalien sind Unikate und somit unersetzbar. Unterlagen von bleibendem Wert zu sichern und als archivalische Überlieferung zu bilden, zu erhalten und allgemein zugänglich zu machen, sind die vorrangigen Aufgaben der Mitarbeitenden im Archiv des Erzbistums. Die archivalische Überlieferung wird so gebildet und erschlossen, dass sie für vielfältige Zwecke und Auswertungen in Gegenwart und Zukunft offen ist.
Deshalb versteht sich das Diözesanarchiv als ein Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum für nachhaltiges Informationsmanagement; sein Augenmerk liegt hierbei auf dem genuin kirchlichen Schrift- und Dokumentationsgut, das das Wirken der Kirche im Besonderen dokumentiert.
Um dieses Ziel zu erreichen und das schriftliche Erbe der Erzdiözese und ihrer Vorgängerinstitutionen auf Dauer zu erhalten, erfüllt es insbesondere die nachfolgenden archivischen Aufgaben.


  • Übernahme, Bewertung und Erschließung: Das Diözesanarchiv entscheidet über den bleibenden Wert des angebotenen Schrift- und Dokumentationsgutes und übernimmt das Archivwürdige in seine Verwahrung. Das Diözesanarchiv erschließt das Archivgut, um es einer Nutzung zugänglich zu machen. Das Diözesanarchiv bewertet, übernimmt, erschließt und erhält dauerhaft auch elektronisches Schrift- und Dokumentationsgut, das nicht mehr für den laufenden Geschäftsbetrieb benötigt wird, in einem geeigneten Digitalen Archiv.
  • Bestandserhaltung (langfristige Sicherung, Konservierung, Restaurierung und Digitalisierung des Archivguts): Das Diözesanarchiv erhält das Archivgut in seiner originalen Form auf Dauer durch sachgerechte Lagerung, konservatorische Behandlung und bei Bedarf Restaurierung. Archivgut kann zu seinem Schutz und zu Nutzungszwecken auch in ein Ersatzmedium migriert werden (Mikrofilm, Digitalisat).
  • Benutzung: Das Diözesanarchiv ist Dienstleister für kirchenhistorisch Interessierte in Gesellschaft, Wissenschaft und Medien. Es berät seine Nutzer und gibt Auskunft im Rahmen der gültigen Kirchlichen Archivordnung. Zudem entlastet es das Erzbischöfliche Ordinariat München und seine nachgeordneten Einrichtungen von nicht mehr benötigten Unterlagen und ermöglicht den gezielten Rückgriff darauf.
  • Öffentlichkeitsarbeit: Das Diözesanarchiv erarbeitet Quelleneditionen, präsentiert Archivgut in Ausstellungen und im Internet und fördert die historische Forschung durch wissenschaftliche Veröffentlichungen. Es leitet zur Arbeit mit Archivgut an.
  • Archivpflege: Das Diözesanarchiv übt die Fachaufsicht über alle anderen kirchlichen Archive im Sprengel der Erzdiözese aus, sofern sie der Jurisdiktion des Erzbischofs unterliegen. Es unterstützt sie im fachgerechten Umgang mit ihren Archiven. 
Das Diözesanarchiv sichert auch Unterlagen anderer kirchlicher und privater Institutionen, Organisationen, Familien und Einzelpersonen, soweit diese für die Geschichte der Erzdiözese und ihrer Mitglieder von Bedeutung sind und ihm als Eigentum oder Deposita übergeben werden.


Digitale Archivierung als Herausforderung
In vermehrtem Umfang wird die Bearbeitung und Ablage von Schriftgut mit Unterstützung elektronischer Datenverarbeitungssysteme durchgeführt.
Die Archivierung, d.h. die zeitlich unbegrenzte Aufbewahrung von archivwürdigen elektronischen Dokumenten, wird als Herausforderung für das Diözesanarchiv begriffen und als permanente Aufgabe angenommen: 
 

  • Um den dauerhaften Erhalt auch digitaler Unterlagen gewährleisten zu können, ist das Diözesanarchiv gefordert, sich bereits bei, teilweise auch vor Entstehung dieser Unterlagen zu beteiligen.
  • Die steigende Informationsfülle der digitalen Welt erfordert eine jeweils zeitgemäße technische Ausstattung des Archivs, um den Mitarbeitenden auch unter den sich wandelnden Bedingungen ein strukturiertes und effizientes Arbeiten zu ermöglichen.
  • Bei den Mitarbeitenden wird auf eine Ausbildung geachtet, die die Aspekte der digitalen Archivierung berücksichtigt.
  • Der (interne wie externe) Nutzer wird noch mehr als bisher als Kunde verstanden, dem eine einfache und komfortable Recherche und Nutzung des (digitalen bzw. des digitalisierten) Archivguts durch zeitgemäßen Zugriff und moderne Kommunikationsmittel im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben ermöglicht wird.

Zusammenarbeit und Selbstverständnis
Das berufliche Ansehen der Mitarbeitenden des Archivs wird durch Fachkompetenz, Leistungsfähigkeit, Leistungsbereitschaft und Orientierung an den Bedürfnissen der Partner bestimmt. Das Diözesanarchiv fördert daher berufliche Aus- und Fortbildung und die Beteiligung der Mitarbeitenden an der fachwissenschaftlichen und kirchengeschichtlichen Diskussion.
Die Mitarbeitenden betrachten kollegiale Zusammenarbeit und offene gegenseitige Information als selbstverständlich. Sie sind kreativen Lösungsansätzen gegenüber aufgeschlossen, nutzen neue Arbeitsmethoden und technische Hilfsmittel.
Ihre Kräfte und Mittel setzen die Mitarbeitenden wirkungsvoll und rationell ein, wobei sie auf nachhaltige Arbeitsergebnisse achten. Sie fördern die Zusammenarbeit mit den Organisationseinheiten des Erzbischöflichen Ordinariats München und der Erzdiözese München und Freising und beteiligen sich nach Möglichkeit an den Ziel- und Ergebnisplanungen des Erzbischöflichen Ordinariats München.