Kirche im Fokus: Asamkirche St. Johannes Nepomuk


Fassade Asamkirche
SMB/Karsten Schmid
Die Asamkirche St. Johannes Nepomuk wurde von Egid Quirin Asam als Eigenkirche erbaut und zusammen mit seinem Bruder Kosmas Damian kostbar ausgestaltet.
 
In der Fußgängerzone der Sendlinger Straße macht eine ausnehmend schöne Hausfassade auf sich aufmerksam. Ein stuckiertes Bildprogramm überzieht die ganze Fläche mit klassischen und religiösen Motiven. Hier wohnte Egid Quirin Asam.
 
Zwischen dem Wohnhaus und dem ebenfalls zum Gebäudekomplex gehörigen Priesterhaus, ragt aus dem Fundament von Felsen die etwas vorgerückte schmale Fassade der Asamkirche empor. Auch sie ein Prachtstück spätbarocker Fassadengestaltung! Über dem Portal wird die Figur des heiligen Johannes Nepomuk auf einer Wolke zum Himmel erhoben. Die Gloriole über dem hohen Mittelfenster bildet ein loderndes Herz als Symbol für die Liebe und Hingabe des Kirchenpatrons.
 
Das Ensemble der von Asamhaus und Priesterhaus flankierten Kirchenfassade stellt in der Häuserflucht eine „monumentale Visitenkarte“ dar, die Auskunft gibt über das Können, den großen Geist und die religiöse Gesinnung von Egid Quirin Asam. Gebaut aber wurde die Asamkirche als Hauskirche, zur größeren Ehre Gottes und zur geistlichen Erbauung der Kirchenbesucher. So legte es E.Q.A. in seinem Testament fest.

Die äußere Fassade lässt auch den Reichtum der Bilderwelt im Inneren der Kirche erahnen und motiviert, in sie einzutreten. Das dämmrige Licht mahnt zunächst zur Ruhe und Besinnung. Die Prachtfülle ist überwältigend. Die Kirche wird wie der Prunksaal einer anderen Welt erlebt. Schier zu viel fürs erste.
Innenansicht Asamkirche
SMB/Karsten Schmid
Da ist keine glatte Kirchenwand. Der ganze Raum ist ein Schrein in golden und silbern schimmernder Ornamentik, mit Nischen und Galerien, mit Versöhnung verheißenden Beichtstühlen, mit großformatigen Gemälden als Illustrationen der Barmherzigkeit Gottes, mit wunderbaren Altären, mit einer Kanzel und gegenüber mit einem mächtigen Kreuz unter dem die Mutter der Schmerzen trauert. In drei übereinander gelagerten Bildebenen entfaltet sich sakrale Bildkunst der genialsten Art. Nach und nach erschließt sich dem Kirchenbesucher in dieser geheimnisvollen Düsternis aber doch das Grundanliegen der Asam-Brüder. Sie führen vom Dunkel zum Licht. Die Dämmrigkeit des Kirchenschiffes regt an, die „Letzten Dinge“ zu bedenken. Der Blick nach vorne aber zum Altarraum und nach oben erhellt die Seele. Der Hochaltar zeigt das gläserne Grab des Kirchenpatrons; denn über - oder eben wie hier – am Grab des Märtyrers, wird nach römischer Tradition die hl. Messe gefeiert. In der nächsten Etage des Hochaltars wird im gold-silbernen Strahlenkranz die unverweste Zunge des Heiligen geehrt. Er war treu und verschwiegen bis in den Tod.
 
Dann aber werden die Augen nach oben gelenkt zu der Lichtvision des sog. „Gnadenstuhls“, der zentralen Botschaft der Asamkirche: Im Kreuz offenbart sich die Liebe des dreifaltigen Gottes. Im Kreuz ist Hoffnung und Heil.
 
Dieses Thema greift auch das Deckenfresko von Kosmas Damian Asam auf. Über das ganze Gewölbe der Kirche hinweg schildert der Künstler in lichter Höhe Szenen aus dem Leben des Kirchenpatrons, auch sein Märtyrium, seine Rettung und Vollendung in der Herrlichkeit Gottes.
 
Das Seelsorgsangebot
  • Die Asamkirche ist ein Ort der Stille und des Gebetes mitten in der geschäftigen Fußgängerzone.
  • Kirchenführungen für die Besucher aus aller Welt, um die unter den TOP 10 gelistete Sehenswürdigkeit auch geistlich zu erschließen.
  • Orgelkonzert alle 14 Tage.
  • Regel-Gottesdienste: Mi, Do, Fr jeweils 17.00 Uhr, So um 10.00 Uhr
  • Besondere Gottesdienste: Für Besuchergruppen, bei Taufen, Hochzeiten, Jubiläen etc.
  • Die Ackermanngemeinde und die Tschechische Kirchengemeinde München feiern in der Asamkirche ihren Landespatron Johann Nepomuk.
 
Der Patron der Kirche

Johannes Nepomuk stammt aus Nepomuk in Böhmen. ER studierte in Prag Philosophie, Theologie und Rechtswissenschaft. 1370 wurde er zum Priester geweiht und stieg dann auf zum Amt des Generalvikars der Erzdiözese.
Sein grausamer Tod resultierte aus dem Streit zwischen dem Erzbischof und König Wenzel über die Rechte der Kirche. Dass er Opfer des Beichtgeheimnisses wurde, weil er als Beichtvater der Königin deren Vertrauen besaß, begründet insbesondere den Ruf seiner Heiligkeit. Der Generalvikar Johannes Nepomuk wurde verhaftet, gefoltert und am 20. März 1393, noch lebend oder tot, von der Brücke in die Moldau geworfen. Sein Grab im Veitsdom von Prag ist seitdem Ausgangspunk einer Verehrung, die sich im ganzen österreichischen und süddeutschen Raum ausbreitete. 1729 wurde er offiziell heiliggesprochen.
Egid Quirin Asam verehrte Johannes Nepomuk als seinen speziellen Schutzpatron. Ihm widmete er die Asamkirche und setzte sie im Testament von 1745 zum Totalerben ein.
 
Zeittafel:
 
1733            Grundsteinlegung der Kirche
1735            Vollendung des Deckenfreskos durch Kosmas Damian Asam
1746            Weihe der Kirche
1750            Egid Quirin Asam stirbt in Mannheim während der Arbeiten am Mannheimer Schloss
1944 – 45    Schwere Kriegsschäden durch Brandbomben
1975            Umfassende Innenrenovierung
1999            Restaurierung der Fassade
2012            Die Asamkirche wird zur Nebenkirche von St. Peter
+ Dr. Franz Dietl
Weihbischof em.

MVV-Anbindung: U1/U2/U3/U6/U7/U8 Sendlinger Tor
 

Gebet

Allmächtiger Gott. Du hast dem heiligen Johannes Nepomuk geholfen, bis zur Hingabe seines Lebens die Rechte der Kirche zu verteidigen. Du hast ihm die Kraft gegeben, dem König die Stirn zu bieten und das Beichtgeheimnis zu wahren.
Gib auf seine Fürbitte hin auch uns den Mut, für Wahrheit und Gerechtigkeit einzutreten und vertrauenswürdig zu sein.