Maria Himmelfahrt - Allach

Katholisches Pfarramt Maria Himmelfahrt
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Besuch aus Sambia beim Pfarrfest 2013

Die Sonne lachte vom blauen Himmel – Temperaturen wie in Afrika beim traditionellen Sommerfest der Pfarrei Maria Himmelfahrt in Allach am letzten Sonntag. Das passte gut, war doch Schwester Laetifica aus Sambia gekommen, die sich auch sichtlich wohl fühlte. Sie wollte vor allem aber Danke sagen, Danke für die jahrzehntelange großzügige Unterstützung der Allacher für die Missionen der Strahlfelder Dominikanerinnen in Afrika.

Es war vor über 60 Jahren, als sich zwei junge Frauen aus Allach entschieden, in den Orden einzutreten und nach Afrika zu gehen: Gertraud Strötz, die dann den Ordensnamen Sr. Andrew erhielt, und Elfi Hienerwadl, die eben Sr. Laetifica genannt wurde. Beide Schwestern wirkten im fernen Afrika segensreich in kirchlichen Schulen und Krankenstationen und konnten, nicht zuletzt dank der großzügigen Allacher Spenden, vielen armen Menschen helfen. Während Sr. Andrew voriges Jahr verstorben war, erfreut sich die heute 78-jährige Sr. Laetifica noch immer bester Gesundheit. Eigentlich könnte sie schon im Ruhestand sein, doch packt sie weiter an, wo ihre Erfahrung gebraucht wird, und es ist für sie klar, dass sie dereinst dann auch in afrikanischer Erde begraben sein möchte.

Im Festgottesdienst, der vom Kirchenchor unter Leitung von Steven Norton festlich gestaltet wurde, musste Pfarrer Martin Joseph gleich zu Beginn vor einem biblischen Missverständnis warnen. Wenn im Tagesevangelium Jesus dem Dienst der Maria, die nur zu seinen Füßen lag und sie mit Tränen benetzte, den Vorzug gab vor Marta, die sich abrackerte, um die Eingeladenen zu bewirten, so könne man das nicht so ohne Weiteres auf das Pfarrfest übertragen, wo über hundert Helferinnen und Helfer notwendig sind, um ein schönes Fest zu bieten. Sinn des Evangeliums sei es zu verdeutlichen, dass Aktion und Kontemplation zusammengehörten, halt Arbeiten und Beten.

Vor und hinter den Kulissen wurde schon seit Tagen für das leibliche Wohl und für ein unterhaltsames Programm gesorgt. Legendär ist ja schon der selbstgemachte Kartoffelsalat, den ein Dutzend Damen vom Frauenbund seit den frühen Morgenstunden zubereitete. Eine Gaumenfreude ist auch immer der Grillbraten, und dazu fließt frisches Bier vom Faß, wobei die meisten Besucher sich wegen der Hitze eher für ein Radler entschieden. Die Jugend bot zudem eiskalten Aperol Sprizz und wie auch Eiskaffee an, die beide ebenfalls reichlich Zuspruch fanden. Dann gab es sogar eine Neuerung, insofern auf Anregung der Jugend bei diesem Pfarrfest erstmals fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt wurde. Den fanden alle Besucher so köstlich, dass die Pfarrei künftig ganz auf fairen Kaffee umsteigen wird. Und was wäre das Allacher Pfarrfest ohne das riesige Kuchenbüffet, zu dem fleißige Bäckerinnen aus der Pfarrei wieder über fünfzig Kuchen und Torten zusammengetragen hatten. Übrigens geht mit den neuen Rezepten das geplante „Allacher himmlisches Backbuch“ in die Endphase.
Zum Auftakt des Sommerfestprogramms spielten traditionsgemäß Wolfi und Fredi auf der Freibühne im Kirchhof zünftig auf. Derweil konnten sich die Kinder auf dem Vorplatz über elf Attraktionen freuen, vom Wasserbett bis zum Entenangeln. Die Allacher Freiwillige Feuerwehr bot eine Rettungsübung, bei der sie ein Unglücksauto nach allen Regeln der Kunst zerlegte, und Märchenerzähler Klaus Bayer spannte Groß und Klein bei einem rätselhaften Märchen auf die Folter.

Auch ein neuer Nachbar stellte sich kurz vor, nämlich der Verein „wohlBEDACHT“, der im früheren Orchideegarten eine Nachtbetreuung für Demenzkranke eröffnen will. Am Nachmittag fand schließlich in der Pfarrkirche noch ein afrikanisches Konzert mit dem bekannten senegalesischen Musiker Max Bousso statt, bei dem Sr. Laetifica noch ausführlicher von ihrer Arbeit berichtete. Sicherlich an die 600 Besucher tummelten sich den ganzen Tag über auf dem Pfarrfest, und es war nicht verwunderlich, dass die große Besucherschar dann, als es nach der Hitze des Tages in einen lauen Sommerabend ging, nur ungern nach Hause ging. Der Erlös des Sommerfestes kommt wieder der Afrika-Mission der Allacher Schwestern und dem Jugendclub zugute.

Michael Krischer + Monika Neidhardt