Katholischer Pfarrverband Ampfing

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Geschichte unserer Pfarreien

Am 1. November 1977 wurden die Seelsorgestellen Ampfing, Heldenstein, Rattenkirchen, Zangberg, Stefanskirchen und Salmanskirchen im Pfarrverband Ampfing zusammengefasst. Zum Mittelpunkt und Sitz von Seelsorge und Verwaltung wurde die Pfarrei St. Margaretha in Ampfing bestimmt. Die einzelnen kirchlichen Gemeinden und Stiftungen behalten ihre allgemeinrechtliche und kirchenrechtliche Selbständigkeit.

Pfarrei Ampfing
Urkundlich wird die Kirche zu Ampfing erstmals 935 im Güterverzeichnis des Erzbischofs Quadalbert erwähnt. Im 13. Jahrhundert übergab der Erzbischof Eberhardt II. von Salzburg die Pfarrei dem Augustiner Chorherrenstift Au am Inn. Die Mönche durften alle Einnahmen behalten unter der Voraussetzung, dass sie einen weltlichen Priester anstellen. Dies änderte sich erst 1475, als das Kloster die Erlaubnis erhielt, die Pfarrei mit Klostergeistlichen zu besetzen. Von   da an besiedelten  die Chorherren den Pfarrhof, der in dieser Zeit aus einem stattlichen Grundbesitz bestand. Heldenstein gehörte damals schon als "obere Pfarrei" im Gegensatz zur "unteren Pfarrei" Ampfing zum Seelsorgesprengel. 
Zur Kirchenpatronin wurde die Hl. Margaretha geweiht. Sie wird mit Kreuz und Lindwurm dargestellt. Früher galten die Sumpf- und Moorgegenden als Sitz der bösen Geister. Aus diesem Grund findet man das Patrozinium der Hl. Margaretha oft in solchen Gegenden.
Das spätgotische Gotteshaus wurde im Kern um 1480 errichtet. Es wird angenommen, dass davor am selben Ort eine romanische Kirche stand, worauf der untere Teil des Turmes schließen lässt. Außerdem wurden an einzelnen Steinen der Außenwand vereinzelt Fragmente von Fresken entdeckt. Zwischenzeitlich sind nur mehr Holzreliefs vom Martyrium der Hl. Margaretha erhalten, die auf die ursprüngliche spätgotische Innenausstattung schließen lassen. Leider ist von der barocken Einrichtung nichts mehr existent.
Da die Zahl der Bevölkerung immer mehr zunahm, beschloss man 1894 eine bedeutende Erweiterung der Kirche. Gleichzeitig wurde das Gotteshaus im neugotischen Stil umgestaltet. Im Zuge der  letzten Renovierung im Jahre 1972 er folgte eine moderne Umgestaltung der Kirche.

Wichtige Info:  Ein Kirchenführer (Ausgabe 10/2016) ist zum Preis von 5,00 EUR im Pfarramt Ampfing erhältlich.

Pfarrei Heldenstein
Die Kirche und die Pfarrei Heldenstein taucht in frühen Urkunden erst ab dem Jahr 1000 auf. Es wird angenommen, dass diese kirchliche Gemeinschaft 1220 ebenfalls an das Chorherrenstift Au kam. Da kein Pfarrsitz vorhanden war, wurde sie seelsorgerisch von der Pfarrei Ampfing aus versorgt. Trotzdem hatte Heidenstein eine gewisse Selbständigkeit als Pfarrei und war nicht nur Filiale. Dies geht daraus hervor, dass ab 1616 eigene Matrikelbücher aufliegen und Heldenstein die "obere Pfarre" genannt wurde. 1705 wurde in Küham ein eigener Pfarrsitz geschaffen, der ab 1803 von Weltpriestern versorgt wurde. Der Bau der jetzigen Pfarrkirche wird um das Jahr 1410 angenommen. Sie ist dem Hl. Rupertus geweiht. Unbekannt ist das Baujahr der Filialkirche Weidenbach und der Nebenkirche  Niederheldenstein. Als Ort wurde Weidenbach bereits 788 urkundlich erwähnt. Haigerloh entstand 1730 und die Wallfahrtskirche Kirchbrunn 1762. Nach der Säkularisation wurde 1803 Lauterbach, das bis dahin von einem eigenen  Vikar aus dem Benediktinerkloster Seeon versorgt wurde, in die Pfarrei aufgenommen. Man vermutet, dass diese Kirche um 1482 erbaut wurde, weil noch ein alter Taufstein mit dem Seeoner Wappen aus diesem Jahr erhalten ist. Die Geschichte von Ampfing und Heldenstein lässt sich durch viele Jahrhunderte als Bruderpfarreien betiteln, die jetzt nach einer langen Zeit der Trennung wieder in einem Pfarrverband die Möglichkeit zu gemeinsamer Arbeit bekommen haben.

Pfarrei Rattenkirchen
Der Ursprung des Namens lässt sich vom Adelsgeschlecht der Ratonen, die in der Gegend von Salzburg ansässig waren, ableiten. Daher findet man in den Unterlagen aus früheren Zeiten noch Ratonkirchen, das später in Rattenkirchen umbenannt wurde. Die Pfarrer waren ausschließlich Weltpriester, was bis ins 12. Jahrhundert  zurückverfolgt werden kann. Politisch wurde die Gemeinde dem oberen Amt Ampfing des Salzburgischen  Vogtsgerichtes Mühldorf zugeordnet. 1753 gründete man die St. Isidorbruderschaft. Am 28.08.1775 konnte die neu umgestaltete und erweiterte Kirche  Mariä Himmelfahrt feierlich durch den Erzbischof Hieronymus Graf Coloredo eingeweiht werden. Baltasar Mang aus Buchbach schuf die herrlichen Fresken und Stuckarbeiten.
Die Nebenkirchen Göppenham, Wald und Ramering gehören ebenfalls zur Pfarrei. Das Gotteshaus von Ramering stammt aus der Zeit um 1200 und ist im Kern romanisch. Später wurde es im Stil der Gotik erhöht und erweitert. Der Überlieferung nach soll die Nikolauskirche in Göppenham aus den Steinen eines alten Schlosses erbaut worden sein.
Am 1. Dezember 1800 fand bei Haun ein blutiges Gefecht zwischen Österreichern und Franzosen statt. Die Toten wurden in den umliegenden Friedhöfen beerdigt.
Die Pfarrgemeinde Rattenkirchen hat selbst entschieden, dass sie zum Pfarrverband Ampfing gehören will, was vielleicht aus der geschichtlichen Verbindung zu erklären ist. Ampfing war früher der Sitz der niederen Gerichtsbarkeit.
Im Jahr 2001 feierte die Pfarrei den Renovierungsabschluss der Pfarrkirche mit der Weihe eines neuen Altares.

Pfarrei Stefanskirchen
Im Güterverzeichnis des Salzburger Bischofs Arno findet man    bereits 788 Stefanskirchen erwähnt. Es kann angenommen werden, dass hier von Anfang an ein Heiligtum des Hl. Stephanus gestanden hat. Am 22. Mai 1204 erhielt das Innkloster Gars die Pfarrei Stefanskirchen durch Erzbischof Eberhardt II.
Das romanische Fenster hinter dem Altar lässt auf die Erbauung der Kirche in der romanischen Zeit schließen. Damals war das Gotteshaus niedrig und klein. 1971 konnten die Fresken aus der Spätgotik im Altarraum aufgedeckt werden. Bei den Renovierungsarbeiten 1882-1887 wurde die damals barocke Kirche erweitert und im Stil der Neugotik umgestaltet.

Pfarrkuratie Zangberg
Sie ist die jüngste Pfarrei im Pfarrverband Ampfing. Am 26. April 1967 errichtete Erzbischof Kardinal Döpfner aufgrund der seelsorglichen Bedürfnisse der Gemeinde die Pfarrkuratie Herz Jesu Zangberg. Zu ihr gehören auch die Filialkirche Palmberg und Weilkirchen. Seit 1869 besuchten die Gläubigen die Klosterkirche Herz Jesu beim ehemaligen Schloss Zangberg. Dieses hatten die Salesianerinnen bereits 1862 vom letzten Besitzer Graf Geldern gekauft.

Wallfahrtskirche "Maria Schnee" Kirchbrunn
Am 7. September 1986 wurde Kirchbrunn wieder seiner Bedeutung als Wallfahrtskirche übergeben. Das barocke Marienheiligtum wird als das eigentliche Herz der Heldensteiner Pfarrgemeinde bezeichnet. Die erste Kirche war dem Hl. Nikolaus geweiht. Heute bezeichnen eine Quelle und das Kreuz  den Ort, wo diese stand. Im Jahre 1762 wurde die neue Marienkirche feierlich eingeweiht. 1806 entstand die Idee, das Kirchlein zu verkaufen, um aus dem Erlös den Bau einer Schule finanzieren zu können. Diese Versteigerung kam nie zustande. 1972 und 1979 wurde das Gotteshaus von Dieben heimgesucht, die sowohl die Madonna aus dem  16. Jahrhundert und verschiedene holzgeschnitzte Figuren als auch Figuren und Votivtafeln mit volkstümlicher Malerei aus dem 17. bis 20. Jahrhundert entwendeten.
Anlässlich der letzten Renovierungsarbeiten wurde die Madonna mit dem Kind vier Engel und sieben Engelsköpfe für den Altar nach vorhandenen Fotos nachgeschnitzt. Lediglich die Krone der Muttergottes war von der alten Ausstattung noch vorhanden. Am 8. September 1996 konnte die Pfarrei 10 Jahre Sternwallfahrt nach Kirchbrunn feiern. Jedes Jahr pilgern die Mitglieder der einzelnen Pfarreien aus dem Pfarrverband zu diesem beliebten Marienwallfahrtsort um gemeinsam Gottesdienst zu feiern.
Ausführlicher Kirchenführer des Pfarrverbandes