Katholischer Pfarrverband Ampfing

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Kirchenaustritt - was dann?

Die Missbrauchsskandale in der römisch-katholischen Kirche haben in den vergangenen Monaten viele Christinnen und Christen veranlasst, ihrer Glaubensgemeinschaft den Rücken zu kehren und beim Standesamt ihren Austritt aus der römisch-katholischen Kirchen zu erklären. Oftmals sind auch die Kirchensteuer oder eine sonstige Verärgerung über Vorkommnisse in der römisch-katholischen Kirche der Grund, warum Menschen aus der Kirche austreten.

Wir möchten Sie hier aufklären, was ein Kirchenaustritt bedeutet und welche Auswirkungen er hat.

Papst Benedikt XVI hat vor wenigen Jahren deutlich gemacht, dass es einen Austritt aus der römisch-katholischen Kirche nicht gibt. Mit dem Empfang des Taufsakraments wird das Kind bzw. der Erwachsene in die Gemeinschaft der Getauften aufgenommen. Der Empfang des Sakraments und die damit verbundene Zugehörigkeit zur römisch-katholischen Kirche ist daher unwiderruflich. Mit dem Kirchenaustritt kann man sich lediglich von der Verpflichtung zur Zahlung der Kirchensteuer befreien. Die römisch-katholische Kirche sieht dies jedoch als grobe Verletzung der Solidaritätspflicht eines jeden Katholiken und insofern als schwer schuldhaftes Vergehen gegen die Gemeinschaft und die Einheit der Kirche an. Dies hat natürlich Konsequenzen.

Oft werden die Folgen eines Kirchenaustritts aus Unwissenheit unterschätzt. Wer seinen Austritt aus der Glaubensgemeinschaft bei Standesamt erklärt, dem werden bestimmte Rechte, die jeder Christ hat aberkannt. Die schwerwiegendste Auswirkung ist wohl die Exkommunikation. Darüber hinaus kann er kein Patenamt mehr bei Taufen oder Firmung übernehmen. Eine kirchliche Trauung ist nur noch möglich, wenn der künftige Ehepartner römisch-katholisch ist. Auch ist ein Begräbnis nach dem Ritus der römisch-katholischen Kirche nicht mehr möglich. Für die Hinterbliebenen ist dies oft ein Schock, deshalb ist es wichtig, dass sie ihre Familie über ihren Schritt informieren. Mit dem Austritt verliert man auch das Recht zur Teilnahme an Pfarrgemeinderats- und Kirchenverwaltungswahlen.

Ein Kirchenaustritt ist jedoch keine endgültige, unwiderrufbare Entscheidung. Es besteht jederzeit die Möglichkeit eines Wiedereintritts. Mit diesem Anliegen können sie sich an einen Seelsorger ihres Vertrauens wenden. Er wird die nötigen Schritte für sie in die Wege leiten.