Pfarrverband Anzing-Forstinning

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100 Jahre Heilig Kreuz am 14.09.2013

Kapelle in Heilig Kreuz

Der Weiler Heilig Kreuz taucht erstmals urkundlich in den Freisinger Matrikeln im Jahre 1315 mit der Nennung von „Aspach“, einer Filialkirche der Pfarrei Forstinning auf. Zur Unterscheidung zwischen Oberasbach und Unterasbach bezeichnete man im 14. Jahrhunder das heutige Heilig Kreuz als „Chirichaspach“, also Kirchasbach.

Heilig Kreuz lag an einer Straße (wohl aus der Römerzeit), die über Sempt nach Norden in Richtung Regensburg verlief. Ein Teil dieses Straßendammes ist heute noch zwischen Heilig Kreuz und Sempt im Gelände zu erkennen.

Dass an einer so bedeutenden Straße schon in frühester Zeit eine Kirche gebaut wurde, in unserem Falle die Filialkirche zum Heiligen Kreuz, ist also nicht verwunderlich. Leider wurde dieser Sakralbau im Jahre 1803 im Zuge der Säkularisation, wie so viele Gotteshäuser, abgerissen und die wertvolle Ausstattung auf die umliegenden Kirchen und Kapellen verteilt. Eine frühbarocke Kreuzigungsgruppe mit der schmerzhaften Muttergottes und dem Apostel Johannes ist heute in der Pfarrkirche von Forstinning im Chor oberhalb des Einganges in die Turmkammer angebracht. Am Hof befinden sich noch eine barocke Madonna mit Kind und Kupferstiche, die als Kreuzwegtafeln schon in der alten Kirche hingen.

Nur noch der Flurname „Friedhoflandl“ erinnert heute daran, dass um die Filialkirche einst auch ein kleiner Friedhof angelegt war. Noch im 19. Jahrhundert hatte man an der Stelle der früheren Kirche eine aus Holz gebaute Kapelle errichtet, die bis 1913 herauf Bestand hatte.

In diesem Jahr aber entschloss sich die Familie Hollerieht, eine neue Kapelle aus Ziegelmauerwerk zu erbauen.

Die Kapelle ist im Neugotischen Stil gebaut, mit spitzbogigen Fenstern und Eingangstüre. Der Bau ist mit einem kleinen Turmaufbau oder Dachreiter geziert, in dem früher zwei Glocken hingen. Eine davon musste während des Zweiten Weltkrieges für Militärzwecke abgeliefert werden. Interessant an dieser Kapelle ist der kleine, etwas eingezogene Vorbau, mit den als Putzzier besonders betonten Gesimsen und Türeinfassung. Das Spitzbogengewölbe ist im Inneren mit einer blau getönten Schablonenmaleri in Form von Blumen, Zweigen und Ornamenten geziert. Über dem Altar befindet sich auch heute eine Kreuzigungsgruppe mit Kruzifix, Muttergottes und dem Apostel Johannes, die aber , dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend, aus Porzellan angefertigt ist.

In den Jahren 1982 und 1990 – 1992 wurde die Kapelle durch die Initiative von Pfarrer Korbinian Springer (Enkel des Erbauers) und Familie Hollerieht vollständig renoviert.

Quelle: Die Kapelle von Heilig Kreuz, Gemeinde Anzing, Familie Hollerieht
verfasst von Pfr. Korbinian Springer

 

100 Jahre Heilig Kreuz
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