Pfarrverband Anzing-Forstinning

Erdinger Str. 3, 85646 Anzing, Telefon: 08121-93374-0, E-Mail: Mariae-Geburt.Anzing@erzbistum-muenchen.de

Pfarr- und Wallfahrtskirche Anzing Mariä Geburt

Aus der Geschichte des Dorfes und der Pfarrei Anzing
Die Ersterwähnung findet sich unter dem 23. April 812 in den Freisinger Traditionen. Damals vermachte der Diakon Suuidhart dem Freisinger Bischof sein mütterliches Erbgut "in loco anzinga" (im Orte Anzing).
Aus diesem Grund feiert Anzing im Jahr 2012 1200 Jahre Anzing.

Bischof Otto II. von Freising (1184-1220) schenkte um das Jahr 1219 dem Stift St. Veit zu Freising die Pfarrei Anzing; päpstliche Bestätigungen erfolgten durch Papst Honorius III. (1216 - 1227) am 30. März 1222 und Alexander VI. (1492 - 1503) im Jahre 1493. Bis zur Aufhebung des Stifts in der Säkularisation wurde die Pfarrei von dort besetzt.

Im Dreißigjährigen Krieg (1624) führte Pfarrer Martin Lenz (1607 - 1626) die Bruderschaft des hl. Skapuliers vom Berge Karmel ein. Die Mitglieder sollten sich "besonders durch christliche Gesinnungen und Handlungen auszeichnen". Bestimmend für Anzing als Wallfahrtsort ist bis in unsere Tage das Gnadenbild auf dem Hochaltar.

Pfarrkirche
Baugeschichte - St. Maria Geburt
Die stattliche Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Mariä Geburt ist am Nordostrand des älteren, nördlichen Dorfteiles mit ihrem charakteristischen Zwiebelturm ein weithin sichtbares Wahrzeichen.
Nach dem 1676 erfolgten Abbruch einer älteren, kleineren Marienkirche wurde die jetzige Kirche in den Jahren 1677-1681 auf Veranlassung der Skapulierbruderschaft erbaut. Der Schlierseer Maurermeister Jörg Zwerger, der 1669 - 1672 im benachbarten Markt Schwaben die Pfarrkirche St. Margaret errichtet hatte, übernahm das Anzinger Bauvorhaben. Nach deren Vorbild und unter Berücksichtigung der gottesdienstlichen Bedürfnisse der Bruderschaft und des Sitzplatzbedarfs der Pfarrangehörigen wurden Ausmaße und Lage bestimmt.
Die Einweihung des neuen Gotteshauses fand im September 1681 statt.

Pfarrkirche
Deckengestaltung und Wandstuck
Die Deckengestaltung in Langhaus und Chor ist von Zwergers Stuckdekor in vorwiegend geometrischer, linearer Ausführung bestimmt. Eierstäbe und Perlschnüre gliedern Gewölbeflächen und Stichkappen, Linienstuck ziert die Gewände der Fenster.
Im Chorgewölbe sind Monogramme mit den Namen Jesu und Mariens zu sehen, Engelsköpfchen beleben das Bild.

Pfarrkirche Anzing - Blick auf Orgelempore
Chor mit Ausstattung
Den Hochaltar umrahmen die von Peter Hörl gefertigten Chorstühle mit je 6 Stallen aus Nußbaumholz. In der Mitte des Chorraumes der Tischaltar. Über den beiden Türen zur Sakristei (Südwand) und Nebensakristei (Nordwand) mit ihren pilasterbegleiteten, von mächtigen Voluten bekrönten Sprenggiebeln gezierten Portalen sind zwei Chörlein aus Nußbaumholz mit Fenstern. Darunter die Gipsbüsten der hll. Joseph mit dem Kind und Maria mit Engelsköpfchen.
Lesepult, Sediliengruppe für den liturgischen Dienst, ein Orgelspieltisch sowie der Mesnerstuhl und ein schmiedeeisernes Stellkreuz für das Totengedenken (Fa. Bergmeister, 1988) vervollständigen die Ausstattung.

Pfarrkirche innen
Hochaltar
Den Chorraum beherrscht der mächtig aufragende Hochaltar. Auf einem eigenen Unterbau hinter der Mensa steht die Altarrückwand mit dem Hochaltarbild. Zu beiden Seiten, auf hohen, wappengezierten Basen je zwei Säulen, von denen die äußeren etwas vorgeschoben sind. Die Wappen des Kurfürsten und seiner Gemahlin verweisen auf deren Stiftungen zum Altar. Die Säulen sind im unteren Drittel mit Pfeifen geschmückt, im oberen Zweidrittelbereich sind sie gewunden und von Weinlaub umrankt. Auf dem Gebälk sitzen beiderseits des Gott-Vater-Bildes im Auszug lebhaft bewegte Engelsgestalten mit Spruchkartuschen zum Lobe der Dreimal Wunderbaren Mutter aus dem früheren Meßtext zum Unbefleckten Herzen Mariens. Ca. 1,50 m vor der Rückwand steht die Mensa mit Drehtabernakel und balusterbekrönten Nischenaufbauten für ReIiquienschaukästen. Über dem Tabernakel ist unter einem Säulenbaldachin das Anzinger Gnadenbild zu sehen. Zu besonderen Festzeiten spannt sich darum, gleich einer das Gnadenbild betonenden Schutzhand, im Halbrund ein dunkelroter, mit Goldborten besetzter Schirm. Das qualitätwolle Antependium stellt die Verkündigung des Erzengels Gabriel an Maria vor.

Das Hochaltarbild
Das heutige Blatt stammt von dem Münchener Maler Ludwig Schnitzelbaumer und stellt die Hl. Sippe vor. Die Anzinger Postwirtin Eva Heigl stiftete 1849 600 fl. für das Altargemälde und 80 fl. für den Gott Vater im Auszug. Das Werk zeigt im Zentrum Maria, die das Kind vorstellt. Ihr zur Linken Joachim und Anna. Zu ihrer Rechten stehen Joseph, Zacharias und Elisabeth sowie Johannes der Täufer als Knabe mit dem Lamm. Über Maria das Symbol des Hl. Geistes, die Taube.

Bild Hochaltar
Gnadenbild
Das Anzinger Gnadenbild der Mutter Gottes ist ein frühes Zeugnis der Hinwendung zu ihr und gehört der Typologie nach ins 13./14. Jh..
Es gilt als Stiftung des Ortsadels der Sunderndorfer.
Bis zum Kirchenraub 1866 war es mit zu den Festzeiten wechselnden, beweglichen, reich bestickten Gewändern bekleidet und gekrönt.


Quelle: Kirchenführer von Otto Thoma

Mutter Gottes