Pfarrverband Erdweg

Pater-Cherubin-Str. 1, 85253 Erdweg, Telefon: 08138-66670, E-Mail: PV-Erdweg@erzbistum-muenchen.de

Die Geschichte des Pfarrverbands Erdweg

Bereits während des 2. Vatikanischen Konzils wurden bei einem Studientag der Arbeitsgemeinschaft Land (Katholische Landjugendbewegung, Katholische Landvolkbewegung und Landvolkshochschule) im Jahre 1968 am Petersberg Ideen zu einem Pfarrverband zusammen getragen. Ziel war es, auch angesichts des Priestermangels, die Kirche weiterhin im Dorf zu belassen und beim Zusammenschluss im Verband von mehreren Pfarreien eine aktive Gemeindearbeit zu leisten. Am 1.Februar 1970 erfolgte die Gründung des Pfarrverbands Erdweg, des ersten Pfarrverbands in der Erzdiözese München und Freising.
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Wandteppich aus dem Eingangsbereich des Pfarrzentrums
Das Erzbischöfliche Ordinariat beauftragte mit Schreiben vom 17. Februar 1970 den Pfarrvikar Engelbert Wagner mit dem Aufbau des Pfarrverbandes, in dem die Pfarrgemeinden von Kleinberghofen, Eisenhofen, Hirtlbach, Arnbach, Großberghofen, Walkertshofen, Welshofen, Unterweikertshofen und Erdweg zu einer Einheit zusammengefügt wurden. Obwohl in den Anfangsjahren noch in einigen Pfarrgemeinden Geistliche für Eucharistiefeiern vor Ort zur Verfügung standen, begann alsbald die Ausbildung von Ehrenamtlichen zur Feier von Wortgottesdiensten mit Kommunionausteilung.
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Theateraufführung
Auch die Überlegungen und Planungen zur Errichtung eines gemeinsamen Pfarrzentrums für alle Orte am Mittelpunkt der am 01.07.1972 gegründeten Gemeinde Erdweg, nahmen konkrete Formen an. Nach dem Baubeginn am 8. Mai 1972 erfolgte am 7. Juli 1973 die Eröffnung mit dem ersten gemeinsamen Pfarrabend und am 28.10.1973 die feierliche Einweihung durch Weihbischof Dr. Johannes Neuhäusler.
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Osterbaum im Pfarrzentrum

Das Pfarrzentrum mit dem großen Saal, der Kapelle, der am 30.09.1973 eröffneten Gemeindebücherei, dem Pfarrbüro und weiteren Räumen entwickelte sich in der Folgezeit zu einem Ort der Begegnung und zur Anlaufstelle für Anliegen der Mitglieder aus den Pfarrgemeinden. Der Saal bietet Raum für Aktivitäten, die im Ort nicht sein können oder in diesen Räumen sein müssen, um das Gemeinsame und Ganze nicht aus den Augen zu verlieren, um im Feiern aller auch Pfarrverband zu erleben, um voneinander zu lernen, um Wohlwollen und Vertrauen unter den Dörfern zu fördern.
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Firmung 2010 mit Kardinal Marx

Dem Bau des Pfarrzentrums folgte im Jahr 1976 die Errichtung des zweigruppigen Kindergartens und 1979 die Fertigstellung des Pfarrhauses.
 
Das geistliche und gesellschaftliche Leben ist all die Jahre geprägt worden durch die gemeinsame Feier des Fronleichnamsfestes, die Sternwallfahrt zum Petersberg, Maiandachten in der Petersberg-Basilika, die Feier der Firmung, Pfarrabende, Sommerfeste, dem Adventsbasar, geselligen Feiern und Ausflügen und anfangs auch durch Faschingsbälle und Theaterabende im Pfarrzentrum.
 
Ein Markenzeichen des Pfarrverbandes ist das große Engagement für die „3. Welt“. Viele Jahre wurden Projekte in Ecuador, Bolivien, Angola und Ägypten unterstützt.

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Einführung von Pfarrer Marek Bula (links) und Pater Paul John Vadakumbadan (ganz rechts, 2012)

Auch wenn in den letzten vier Jahrzehnten die Zahl der Gottesdienstbesucher deutlich zurückgegangen ist, wird in den einzelnen Orten noch immer jedes Wochenende Gottesdienst gefeiert, nehmen Seniorenclubs und die Nachbarschaftshilfe wichtige soziale Aufgaben vor Ort wahr, leisten Ehrenamtliche im Pfarrgemeinderat und im Pfarrverbandsrat, in Kirchenverwaltungen, Kommunion- und Firmgruppen und bei liturgischen Diensten einen unverzichtbaren Beitrag.

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Sommerfest

Mündige, verantwortungsbewusste Laien und lebendige eigenverantwortliche Gemeinden sind für eine gute Zukunft des Pfarrverbands, der mehr sein will als nur eine "kirchliche Verwaltungseinheit", weiterhin unabdingbare Voraussetzung.      

Text: Anton Jais
Photos: Alfred Bayer


Wir freuen uns sehr, wenn jemand Schriftstücke aus der Gründungszeit zur Verfügung stellen oder durch persönliche Berichte zur Verdeutlichung der Entstehungsgeschichte beitragen kann.