Pfarrverband Erdweg

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Kleine Kirchengeschichte von Unterweikertshofen

Der Ort Unterweikertshofen, früher Wicharteshoven, wird erstmals 1126 urkundlich erwähnt. Ob zu diesem Zeitpunkt bereits eine Kirche vorhanden war, kann nicht mehr festgestellt werden. Als im Jahre 1315 Herzog Rudolf die Burg von Unterweikertshofen mit allem Zubehör dem Ritter Eisenhofer zu rechtem Lehen verleiht, wird jedenfalls eine Kirche nicht erwähnt. Überliefert ist nur, dass am 4. Nov. des Jahres 1473 ein langschwebender Streit zwischen dem Pfarrherrn Georg Hueber zu Sittenbach und seinen Filialisten dahin entschieden wurde, dass „derselb schuldig sey, durch sich selbs oder ainen gesellen das göttlich offen Ambt ainen Suntag in der Zukürchen zu Grossenperkhofen und den andern zu Weigertshofen zu halten“.

Im Jahre 1608 wurde die jetzige Kirche in Unterweikertshofen erbaut. Bauherr war Johann Philipp von und zu Adelzhausen, Domdekan zu Eichstätt und Mitglied der in Unterweikertshofen residierenden Familie der Adelzhauser. 1709 erfolgte die erste Kirchenerweiterung. Die Planung und Durchführung oblag dem Maurermeister Hans Maurer aus Hirtlbach. Dabei trug man den ohnedies baufälligen Westteil der Kirche ab und fügte dafür das Oktogon (=Gebäude oder Raum mit achteckigem Grundriß) Hans Maurers an. Den im Jahre 1840 durch Blitzschlag zerstörten Turm baute man im selben Jahr wieder auf. 1871 wurde die Kirche einer gründlichen Restaurierung unterzogen.

Zur Filialkirche Unterweikertshofen gehörten zu dieser Zeit die Ortschaften Unterweikertshofen mit 276 Einwohnern und 53 Häusern, Guggenberg mit 33 Einwohnern und 6 Häusern und Langengern mit 79 Einwohnern und 17 Häusern.

Durch die Erweiterung des Langhauses um ein Joch nach Westen im Jahre 1910 erhielt die Kirche ihre jetzige Form. Die über Jahrhunderte andauernde Zugehörigkeit zur Pfarrei Sittenbach wurde 1936 gelöst und die Kirche von Unterweikertshofen als Filialkirche der Pfarrei Welshofen angeschlossen. Die in den Jahren 1977 und 1978 durchgeführte umfangreiche Innen- und Außenrenovierung konnte die Bausubstanz des Gebäudes erhalten und das äußere Erscheinungsbild wesentlich freundlicher gestalten.

Die Ausstattung der Kirche ist im wesentlichen aus der Zeit um das Jahr 1710. Die Grabplatten gelten den Hofmarksherren und stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Die reich verzierte Kanzel zeigt die Figuren der vier Evangelisten. Der Chorraum ist gewölbt, Tonne mit Stichkappen, im Schluß Halbkuppel. Das Landhaus ist flach gedeckt. Die hübsche Stuckdekoration mit Putten und Akanthusranken im Stile des beginnenden 18. Jahrhunderts fallen besonders ins Auge.

Der Turm ist in seinem unteren Teil rechteckig, oben achteckig. Der Spitzhelm wurde beim Umbau 1910 durch eine Zwiebelhaube mit aufgesetzter Laterne ersetzt.


Der Kirchenpatron Gabinus

In der Sunderndorfer Matrikel ist der hl. Gabinus bereits im Jahr 1524 als Kirchenpatron von Armetshofen und Unterweikertshofen nachgewiesen. Der hl. Gabinus, Priester und Märtyrer, geboren zu Salona in Dalmatien, starb am 19.2.296, zur Zeit der Herrschaft des Kaisers Diocletian, den Martertod. Er gehörte der kaiserlichen Familie an, denn Kaiser Diocletian war sein Onkel. Der Bruder des hl. Gabinus war der hl. Papst Cajus, der vom 17.12.283 bis 22.4.296 regiert hat. Dieser hatte sich in die Katakomben zurückgezogen und entging so den Häschern des Kaisers.

Die Tochter des hl. Gabinus war die hl. Jungfrau und Märtyrerin Susanne, die wahrscheinlich am 11.8.295 den Martertod erlitten hat. Auf Befehl des Kaisers Diocletian fand die Enthauptung der Susanne im väterlichen Hause, nämlich im Hause des hl. Gabinus statt. Dieses Haus des hl. Gabinus wurde mit dem Haus seines Bruders, des Papstes Cajus, später in eine Kirche umgewandelt. (aus dem kirchlichen Handlexikon von Michael Buchberger, München 1907).

Die Verehrung dieses „seltenen Heiligen“ in der Erzdiözese München und Freising kann nur so erklärt werden, dass fromme Rompilger Reliquien oder gar Gebeine dieses Märtyrers in unsere Heimat mitgebracht haben, sie der Filialkirche Unterweikertshofen geschenkt oder überlassen haben, gleich den vielen Reliquien, die sich in unseren Heimatkirchen zur frommen Verehrung heute noch finden.

Der hl. Gabinus war ein mutiger Bekenner des christlichen Glaubens. Gerühmt wird seine Wohltätigkeit und die enge Verbindung mit dem armen Volke, besonders in den immer wieder auftretenden Notzeiten.

Das Kirchenpatrozinium des hl. Gabinus wird am 19. Februar gefeiert.