Pfarrverband Feldkirchen-Höhenrain-Laus

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Karfreitag 2016

Kreuzweg zum Thema: "Auf das Kreuz schauen - durch das Kreuz leben"
Kreuzweg 2016
Wie jedes Jahr wurden die Texte für unseren Kreuzweg am Karfreitag zum Ölberg von Diakon Hubert Atzinger herausgesucht und gestaltet. Bei schönstem Wetter wanderten betend viele Pfarrangehörige in den Wald oberhalb von Feldkirchen und lasen die Texte.
1. Station: Jesus wird zum Tode verurteilt

L: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A: Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

Spr: Pontius Pilatus hat kein Problem, anderen ein Kreuz auf die Schultern zu legen. Wie schnell bin ich dabei, dieses Verhalten zu verurteilen, aber:
Lasse nicht auch ich mich von der Meinung anderer in meinen Entscheidungen beeinflussen?
Kenne ich das nicht auch, dass ich meine Hände gern in Unschuld wasche?

- Zeit der Stille -

L: Herr Jesus Christus wir bitten dich:
A: Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

2. Station: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern


L: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A: Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

Spr.: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. So sagt es nicht nur eine alte Volksweisheit, so sagt es immer wieder die Lebenserfahrung.
Scheinbar tut es gut, sich am Unglück anderer zu erfreuen;
vielleicht ist es meine Methode, mich von der eigenen Wirklichkeit zu distanzieren.
Lasse ich mich auf solch ein Verhalten ein?

- Zeit der Stille -

L: Herr Jesus Christus wir bitten dich:
A: Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

3. Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

L: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A: Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

Spr.: Das Leben kann sehr schwer sein; ein Kreuz, das zu Boden drückt.
Manchmal wird der Druck zu stark – ich breche zusammen. So geht es auch Jesus. Aber er lässt sich nicht erdrücken, sondern drückt dagegen, rappelt sich mit großer Kraftanstrengung auf.
Nehme ich das zum Vorbild, wenn die Dunkelheit in mir um sich greifen will?

- Zeit der Stille -

L: Herr Jesus Christus, wir bitten dich:
A: Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

4. Station: Jesus begegnet seiner Mutter

L: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A: Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

Spr.: Wie schwer muss es Maria gefallen sein, das Leid ihres Kindes vom Wegrand aus verfolgen zu müssen. Aber auch sie lässt sich davon nicht zerbrechen. Trotz ihres Schmerzes findet sie die Kraft, den Sohn durch die Begegnung auf seinem Weg zu bestärken – in allem ihrem Mitleid, in all ihrem Unverständnis.
Kann ich mir vorstellen, genau so zu handeln?

- Zeit der Stille -

L: Herr Jesus Christus wir bitten dich:
A: Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

5. Station: Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz Tragen

L: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A: Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

Spr.: Manche Hilfe kommt nicht von allein, sie muss eingefordert werden.
Gelingen kann eine solche jedoch nur, wenn der andere sie auch annimmt. So erwächst eine neue Verbundenheit, lässt Menschen über sich selbst hinauswachsen.
Kann ich Hilfe erfragen? Kann ich Hilfe annehmen?
Kann ich helfen d.h. das Notwendige tun und alles andere lassen?

- Zeit der Stille –

L: Herr Jesus Christus wir bitten dich:
A: Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

6. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

L: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A: Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

Spr.: Kreuz und Leid kann man sehen ohne es zu sehen oder man kann sich davon berühren lassen und das einem selbst Mögliche tun. Oft sind es die kleinen und unscheinbaren Gesten, die mehr in Bewegung setzen als große Worte und Ankündigungen.
Habe ich einen Blick für das im Hier und Jetzt Notwendige?
Habe ich den Mut wie Veronika das Erkannte dann zu tun?

- Zeit der Stille -

L: Herr Jesus Christus wir bitten dich:
A: Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

7. Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

L: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A: Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

Spr.: Manchmal nützt alle Hilfe nichts: die Last ist zu schwer, ich breche erneut zusammen. Liegen bleiben oder wieder aufstehen? Aufgeben oder weitermachen? Diese Entscheidung ist alles andere als leicht.
Wie sieht meine Entscheidung aus?

- Zeit der Stille -

L: Herr Jesus Christus wir bitten dich:
A: Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

8. Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen


L: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A: Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

Spr.: Jammern und klagen tut manchmal ganz gut Aber dabei darf ich nicht stehen bleiben, weder beim Blick auf die eigenen Schwierigkeiten, noch bei dem auf die Leiden und Kreuze anderer. Wer sich im Jammern verfängt, verliert den Blick für die Wirklichkeit, verlernt, das noch Mögliche zu tun und gibt sich selbst auf.
Schaue ich auch im Jammern auf mich selbst?
Bin ich bereit zu Veränderungen?

- Zeit der Stille -

L: Herr Jesus Christus wir bitten dich:
A: Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

9. Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz

L: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A: Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

Spr.: Jetzt ist es wirklich zu viel, jetzt geht nichts mehr. Am besten sich ganz fallen zu lassen, sich aufgeben. Oder doch noch einmal alle Kraft zusammen nehmen und den Weg zu Ende gehen? Ja, das ist es wert, ist Zeichen der Würde, die mir niemand nehmen kann.
Nehme ich mich in meiner einmaligen Würde auch dann noch an, wenn alles verloren scheint?

- Zeit der Stille -

L: Herr Jesus Christus wir bitten dich:
A: Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

10. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt

L: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A: Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

Spr.: Nackt, ohne jeden Schutz der Willkür, dem Hass, der Verleumdung und dem Spott ausgeliefert: diese Situation schreckt jeden. Keine menschliche Regung scheint mehr zu existieren. Anderen die Kleider vom Leib reißen kann bedeuten: üble Nachrede, abfälliges Reden, lächerlich machen, Mobbing und vieles mehr.
Achte ich darauf, dass meine Worte nicht in dieselbe Richtung gehen?

- Zeit der Stille -

L: Herr Jesus Christus wir bitten dich:
A: Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

11. Station: Jesus wird ans Kreuz genagelt


L: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A: Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

Spr.: Geschlagen und zerschlagen – an das Kreuz geschlagen: und das am Ende eines Weges, der von Liebe und Barmherzigkeit geprägt ist. Dieser Widerspruch übersteigt jedes Verstehen. Aber er ist Realität – damals und auch heute.
Stelle ich mich dieser Herausforderung?

- Zeit der Stille –

L: Herr Jesus Christus wir bitten dich:
A: Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

12. Station: Jesus stirbt am Kreuz

L: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A: Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

Spr.: Allein – dem Tod ausgeliefert. Allein – und dennoch nicht verzweifelt, denn der Glaube trägt selbst durch die Stunde des Todes hindurch.
Glaube und bekenne ich, dass das Kreuz das Zeichen des Lebens ist?

- Zeit der Stille -

L: Herr Jesus Christus wir bitten dich:
A: Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

13. Station: Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt

L: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A: Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

Spr.: Nun endlich darf ich weinen, meinen Schmerz und meine Trauer zeigen, einmal schwach sein um den Weg der Trauer zu gehen. Ich weiß, dass dieser Weg seine eigene Zeit hat. Und ich weiß, dass am Ende dieses Weges ein neues Leben steht.
Lasse ich mich im Fall der Trauer auf diesen Weg ein?

- Zeit der Stille -

L: Herr Jesus Christus wir bitten dich:
A: Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

14. Station: Der heilige Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt

L: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A: Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

Spr.: Das Grab – Ort an dem Tod und Leben aufeinander treffen, Ort der Erinnerung und der Zuversicht. Grabesruhe – Zeit der Verwandlung und des Neubeginns. Das Grab: es erinnert uns daran: Der Tod ist der Beginn eines neuen Lebens. Das ist das Geschenk der Erlösung.

- Zeit der Stille -

L: Herr Jesus Christus wir bitten dich:
A: Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

Lied: Wir danken dir …. (Gl 178)
1. Wir danken dir, Herr Jesu Christ,
dass du für uns gestorben bist
und hast uns durch dein teures Blut
gemacht vor Gott gerecht und gut.        

2. Wir bitten, wahrer Mensch und Gott:
Durch deine Wunden, Schmach und Spott
erlös uns von dem ewgen Tod
und tröst uns in der letzten Not.

3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand
und reich uns dein allmächtig Hand,
dass wir im Kreuz geduldig sein,
getröstet durch dein schwere Pein.

4. und schöpfen draus die Zuversicht,
dass du uns wirst verlassen nicht,
sondern ganz treulich bei uns stehn,
dass wir durchs Kreuz ins Leben gehn.

L: Von deinem Kreuz, o Herr, kommt alle Gnade, aus deiner durchbohrten
Seite strömen Liebe und Heil. Mit den Worten, die du uns zu beten gelehrt
hast, rufen wir zum Vater im Himmel, der dich zu seiner Rechten
erhöht hat:

A: Vater unser im Himmel ...

L: Herr unser Gott, schenke uns Verzeihung und Trost, Wachstum im
Glauben und die ewige Erlösung. Darum bitten wir im Namen des
Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

A: Amen.

L: Gelobt sei Jesus Christus.
A: In Ewigkeit. Amen



Bischöfliches Ordinariat Eichstätt