Pfarrverband Geisenhausen

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Pfarrkirche St. Valentin in Holzhausen ____________________________________________________________

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die Geschichte

Die in der Mitte des Straßendorfes auf leichter Erhebung befindliche Pfarrkirche dürfte ein hochbarocker Bau der Zeit um 1700 sein. Dabei scheint der an der Nordseite des Chores angebaute Turm in seinem Fundament noch aus der 2. Hälfte des 15. Jh. zu stammen. Die südliche Sakristei wurde in der 2. Hälfte des 19. Jh. aufgestockt.
 
Baubeschreibung:
Vierachsiges Langhaus mit gering eingezogenem dreiachsigen Chor (außen dreiseitig, innen halbrund geschlossen). Doppeltgeschossige Sakristei an der Presbyterumssüdseite. Turm an der Nordseite ist barockem Überbau und Zwiebelabschluß. Im Innenraum Flachtonnengewölbe mit großen Stichkappen, im Chor auf einfachen, im Langhaus auf ionisierenden Pilastern.
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Ausstattung:
Als ehemalige Wallfahrtskirche zum hl. Valentin weist die Kirche eigentypische Zeugnisse auf, so die Votivtafeln des 19. Jh. (jetzt in der Kapelle), zwei barocke Prozessionslaternen und zur Verehrung des Reliquiar mit dem Teil der Hirnschale des Kirchenpatrons. Dagegen scheint vor einem Jahrhundert das Gnadenbild verkauft oder zumindest weggegeben worden zu sein. Es konnte im Bischöflichen Diözesanmuseum in Regensburg (Niedermünster) wiedergefunden werden und kann wegen der rückseitigen Vermerke für Holzhausen lokalisiert werden (u.a. Wappen des 1736 verstorbenen Pfarrers Joseph Guidobald Graf von und zu Lodron). Die Skulptur stammt aus der Zeit um 1500. Erhalten hat sich in Holzhausen an der Chornordwand ein Votivstein in der Art eines Epitaphs mit dem Relief des hl. Valentin, einen Epileptiker zu Füßen, und rechts kniender Geistlicher mit Spruchbank (S. Valentine ora pro me) sowie Wappen (Ende 15. Jh.).
Am Kirchenpatrozinium (14. Februar) findet, nach alter Tradition jeweils nach den Gottesdiensten die Austeilung der gestempelten Valentinibrote sowie das Küssen der Reliquie statt

Im barocken Glockenstuhl hängen vier Glocken,
die größte wurde von Franz Jakob Daller am 17. April 1741 in München gegossen (Durchmesser 115 cm Ton f)
die zweite 1950 ist von Johann Hahn, Landshut (Immaculatarelief; den Gefallenen der beiden Weltkriege gewidmet; Durchmesser 98 Cm, Ton as),
die dritte ist von Johann Peter Gras, Landshut 1752 (hl. Johannes Nepomuk; Durchmesser 89 cm, Ton f)
Und die Kleinste ist von Joseph Anton Stern, Landshut 1779 (hl. Sebastian; Durchmesser 72,5 cm, Ton b) Die letztere Glocke hing ursprünglich im Kirchturm von Bockhorn (Ldkr. Erding).
   
Eine Reihe von Grabdenkmälern
erinnert an frühere Pfarrer der Gemeinde. Einer der ältesten Grabsteine eines Holzhausener Geistlichen findet sich an der Südmauer der Untervilslerner Pfarrkirche und weist auf den am Matthiastag 1486 verstorbenen Pfarrvikar Stephan Perger hin.
An der Ostseite des Straßendorfes der 1827 erbaute Pfarrhof, mit dem Ökonomiegebäuden (1853 bzw. 1861) als niederbayerische Vierseithofanlage.


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Der spätbarocke Hochalter stand früher in Großhesselohe bei München und wurde um 1970 von Pfarrer Ostner für Holzhausen erworben. Es ist dies ein spätbarockes Retabel der Zeit 1. Viertel 18. Jh. mit zwei Pilastern, seitlichem Akanthusschnitzwerk, verkröpftem Gebälk und Auszug. Im Predellagemälde Darstellung der Beweinung Christi durch zwei Englein. Des Altarblatt zeigt uns Maria mit dem Jesuskind, umkränzt von Rosengebinde mit der Beischrift
 „O wunderbarliche Mutter bitt für uns“ Zelebrationsaltar aus Jurakalkstein (1972) Orgel von Leopold Nenninger und Albert Moser, München 1913 (II/14. Das Laiengestühl erneuert unter Wiederverwendung der 1796 vom Veldener Schreiner Heinrich Hobmann reich geschnittenen Spätrokokowangen. Dem Rokoko gehört auch die Ewiglichtampel an. An barocken Skulpturen sind die hll. Valentin, Stephanus, Antonius sowie ein noch älteres Kruzifix und eine Maria mit Kind in der linken Hand zu sehen. Das Gemälde des hl. Petrus in der Reue stammt vom Taufkirchener Maler M. Gottschalk (um 1935). Noch dem Spätrokoko gehören die 14 Kreuzwegstationen an
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Durch einen westlichen Arkadengang mit der Pfarrkirche verbunden ist die südliche im Friedhof befindliche
Maria-Hilf-Kapelle, ein Barockbau der Zeit um 1718. Das zarte Rankenwerk des Stucks erinnert an Meister Nikolaus Liechtenfurtner in Freising. Im zeitgleichen Altar ein noch Mitte 19. Jh. entstandenes Gemälde der 14 Nothelfer um den thronenden Christus. Daneben der spätgotische Taufstein. An der Westseite die drei Altargemälde der früheren neuromanischen Pfarrkirchenausstattung: hl. Valentin (von Anton Eder, 1856). Immaculata (Anton Vöglee, München 1855) – eine Bruderschaft zu Ehren der unbefleckten Empfängnis Maria bestand seit 1718 und wurde 1847 oberhirtlich errichtet – und hl. Stephanus (Anton Eder 1855).
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