Pfarrverband Haar

St. Konrad, St. Bonifatius, St. Martin

1. Station: Verurteilen Jesus wird zum Tode verurteilt

„Als Pilatus sah, dass er nichts erreichte, sondern dass der Tumult immer größer wurde, ließ er sich Wasser bringen, wusch sich vor allen Leuten die Hände und sagte: Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen. Das ist eure Sache.“ (Mt 27,24.)
Kreuzwegstation 1<br/>Kirche St. Bonifatius
Jesus, der verurteilt wird, ist derjenige, der nie verurteilt hat. Er ist im Vordergrund zu sehen, wie er damals in den Sand schrieb, als eine Ehebrecherin zu ihm gebracht wurde (Joh 8,7f.). Jesus, der eigentlich Mächtige, beugt sich nieder und nimmt alle Schuld und alles Erdrückende der Menschen auf sich. Zugleich steht er im Hintergrund angedeutet, in unantastbarer Souveränität, gleichsam über sich. Zum letzten Mal vor seinem Leidensweg leuchtet Jesus als Messias in seiner göttlichen Größe noch einmal auf.

Rechts im Bild ist Pilatus in scheinbar lässiger Haltung zu sehen. Er ist sich seiner staatlichen Macht wohl bewusst und doch Sklave der Angst. Auch ich urteile oft über andere Menschen. Manchmal werde auch ich verurteilt. Das Verurteilen zerstört Freude und Glück.

Der Un-Schuldige wird beschuldigt:
Gott hat er gelästert, die Menschen verführt,
Riten und uralte Gesetze missachtet -
er muss sterben!
Keine Engel stürzen vom Himmel, ihn zu befreien.

Herr, du bist ungerecht verurteilt worden.
Hilf mir, nicht falsch über andere zu sprechen und zu urteilen.