Pfarrverband Haar

St. Konrad, St. Bonifatius, St. Martin

14. Station: Das Grab – Zeichen der Hoffnung Jesus wird in das Grab gelegt

„Josef nahm ihn und hüllte ihn in reines Leinentuch. Dann legte er ihn in ein neues Grab, das er für sich selbst in den Felsen hatte hauen lassen.“ (Mt 27,59f.)
Auch in dieses Bild muss man sich „einfinden“. Maria und Josef von Arimathäa sind mit dem Leichnam Jesu eine Einheit und bilden einen Bogen. Jesus ist verborgen in einem Leinentuch und somit kaum sichtbar. Der Körper Jesu hat seine Aufgabe erfüllt.

Das Zentrum des Bogens ist weiß. Als wolle die Darstellung die Frage eines Engels an die Frauen vorwegnehmen: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ (Lk 24,5b.) Noch ist Jesus nicht auferstanden, doch das Licht kündigt sich bereits an. Das Grab Jesu wird zum Durchgang ins Licht der Auferstehung und Erlösung.
Wenn wir Kreuze in unsere Wohnungen und Häuser hängen, dann möchten diese zu uns sprechen von der Liebe Gottes, die immer vom Tod in die Auferstehung führt. Auf einem Grabkreuz ist zu lesen: „Uns Christen tötet kein Tod.“
Die Sonne der Auferstehung kommt aus dem Grabesdunkel.
Nach und nach werden Jesu Freunde frei von aller Anhänglichkeit
ans Alte, ans Verwesliche
und werden offen für das Neue –
und Jesus wird ihnen begegnen,
neu, unverweslich, unzerstörbar.
Wenn ich zum Grabe meiner Lieben gehe,
will ich nicht sinnlos Schmerz vertiefen;
die Osterwirklichkeit wird mich befreien
von den Zwängen des Vergänglichen,
so dass ich mit den geliebten „Toten“ weiterleben kann.

Herr, lass mich getragen sein von der Gewissheit,
dass der Tod nicht das Ende, sondern der Beginn neuen Lebens ist.