Pfarrverband Haar

St. Konrad, St. Bonifatius, St. Martin

11. Station: Festnageln Jesus wird an das Kreuz genagelt

„Sie kamen zur Schädelhöhe; dort kreuzigten sie ihn und die Verbrecher, den einen rechts von ihm, den anderen links. Jesus aber betete: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ (Lk23,33.34a.)
Jesus ist vollkommen wehrlos, sein Körper schemenhaft ein Schatten seiner selbst. Ein kräftiger Soldat nagelt mit wuchtigen Schlägen den linken Arm Jesu an das Kreuz. Der nagelnde Soldat symbolisiert die weltliche Macht, die über Jesus zu dominieren scheint. Das Böse scheint zu siegen.

Am linken oberen Bildrand ist die bereits angenagelte rechte Hand Jesu, seine Segenshand, zu erkennen. Fast scheint es, wie wenn Flammen aus dieser Hand schlagen würden – Flammen der Liebe – eine Liebe, die alles gibt bis zur totalen Entäußerung.

Was als Strafaktion durchgeführt wird, die Exekution eines Verurteilten, das wird durch den angenagelten Jesus umgedreht und damit zur erlösenden Heilstat.
    Das Kreuzzeichen ist nun ganz das Zeichen Jesu,
das Zeichen seiner Liebe bis zum Letzten.
Diese Liebe hat die Kraft, die Gegensätze zu vereinen,
und wären sie so weit entfernt wie der Himmel von der Erde.
Ich muss niemanden mehr einordnen, einstufen – festnageln.
Jesus, der Gekreuzigte, will mich in meiner eigenen Begrenztheit tragen
und mir damit Brücke sein zu den Menschen, zum Leben, zu Gott.

Herr, lass nicht zu, dass ich dich festnagele auf meine Vorstellungen
von dir und von anderen Menschen.