Pfarrverband Haar

St. Konrad, St. Bonifatius, St. Martin

9. Station: Zusammenbruch Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz

„Doch der Herr lud auf ihn die Schuld von uns allen. Er wurde misshandelt und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, und wie ein Schaf angesichts seiner Scherer, so tat auch er seinen Mund nicht auf.“ (Jes 53,6b.f.)
Mit der Entstellung und Entkräftung Jesu nimmt die dargestellte Körperlichkeit Jesu an dieser Station ab. Alles scheint ins bodenlose Chaos zu gleiten. Das Bild der neunten Station möchte die trostlose Einsamkeit Jesu andeuten, gesteigert durch die Abbildung des Hahns am oberen linken Bildrand: Der erste unter seinen Jüngern hat ihn dreimal verleugnet, ehe der Hahn zweimal krähte (Mk 14,66-79.). Die Dramatik des Kreuzweges nimmt unaufhaltsam zu.

Das Kreuz - Sinnbild unserer Schuld, die Jesus zu sühnen bereit ist - drückt ihn nieder. Das Lamm ruft beim Ansehen Mitleid wach; doch das heißt dann auch: mit ihm mit-zu-leiden am Elend der Welt und der Schuld der Menschen.

Vielleicht muss ich noch oft erliegen,
vielleicht muss ich noch mehr und ganz am Boden sein,
damit ich erkenne, es gibt einen,
der immer trägt: den Boden.
Er trägt mich, wenn ich stehe, gehe oder liege,
er trägt mich samt meiner Last.

Herr, gib mir das Vertrauen, dass Du mein Boden bist,
damit ich, wenn ich zusammenbreche, mich fallen lassen kann.