Pfarrverband Haar

St. Konrad, St. Bonifatius, St. Martin

8. Station: Sich begegnen Jesus begegnet den weinenden Frauen

„Es folgte eine große Menschenmenge, darunter auch Frauen, die um ihn klagten und weinten. Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich; weint über euch und eure Kinder!“ (Lk 23,27f.)
Der Kreuzweg Jesu ist ein Leidensweg, aber auch ein Weg der Begegnung. Links neben Jesus ist eine Frau stehend angedeutet. Ihre Klage findet ihren Ausdruck in einem alles beherrschenden Selbstmitleid und einem Gefangensein in sich selbst. Die Frau am unteren Bildrand, in knieender Haltung, hat die Arme ausgebreitet für die erlösende Dimension des letzten irdischen Weges Jesu. Fast scheint es, als würde sie den Herrn umarmen. Diese Pose könnte, wenn auch zu diesem frühen Zeitpunkt nur ganz fein angedeutet, auf den starken Glauben der Frau an das von Jesus selbst angekündigte Ostergeschehen hinweisen.

Jesus richtet sich ein letztes Mal vor seinem Tod in seiner ganzen Majestät auf, als wolle er sagen: „Begreift ihr denn nicht? Ich gehe den Weg der Erlösung für euch - wenn ihr das nicht annehmt, wenn ihr diese Liebe nicht an euch heranlasst, dann weint ihr eines Tages zurecht über euch und eure Nachkommen“.

Oft vernebelt mir der konkrete Schmerz das Bewusstsein dafür,
dass ich in Gottes Hand bin,
und ich fange an, um mich selbst zu kreisen.
Oft macht mich eine echte Begegnung mit einem Menschen wieder fähig,
den Weg der kleinen Schritte auf meinem Weg mit ihm weiterzugehen.

Herr, lass mich auch im Schmerz offen bleiben für jede Begegnung,
besonders im Blick auf fremdes Leid.