Pfarrverband Haar

St. Konrad, St. Bonifatius, St. Martin

6. Station: Not lindern Veronika reicht Jesus das Schweißtuch dar

„Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr Liebe habt zueinander.“ (Joh 13,35.)
Die Darstellung der Begegnung von Veronika und Jesus gehört zweifelsohne zu den anspruchsvollsten dieses Kreuzweges. Im Vordergrund ist Jesus im Profil zu betrachten. In der linken oberen Bildhälfte steht Veronika und verschwindet fast hinter dem Schweißtuch. Sie hält ausgebreitet das Tuch in ihren Händen, auf dem sein von Schweiß, Blut und fremdem Sspeichel entstelltes Gesicht eingeprägt ist. Jesus hat sein Abbild in das Tuch gedrückt, das somit zur „vera-ikona“ (Veronika) wird. In der linken unteren Bildhälfte ist das Kreuz - Sinnbild des Schmerzes - angedeutet.

Wer Jesus im Schmerz begegnet und seinen Blick aushält, der bekommt sein Bild eingeprägt. Jesus hinterlässt Spuren - Spuren des Lichtes für den, der seinen Lebensweg unter das Zeichen der „Nachfolge“ und damit des Kreuzes stellt.

Eine Frau reicht ein Tuch, Schweiß, Blut und Tränen abzutrocknen.
Zurück bleiben die Spuren eines Gesichtes, seines Gesichtes.
Spuren namenloser Schmerzen, Spuren des Unterganges,
des fliehenden Lebens, Spuren des noch verhüllten Sieges.
Sein Angesicht - Spiegel für mich?
Das Große zeigt sich oft auch in den kleinen Dingen;
der kleinste Dienst kann Zeichen großer Liebe sein.

Herr, gib mir Wachheit, damit ich im rechten Augenblick
auch in den Kleinigkeiten Liebe zeigen kann.