Pfarrverband Haar

St. Konrad, St. Bonifatius, St. Martin

Gedanken zum Rosenkranz

Glaubensbekenntnis - Ehre sei dem Vater
Am Anfang des Rosenkranzes steht das Kreuz. Am Kreuz kommt niemand vorbei. Man muss es fest in die Hand nehmen - annehmen. Wir sprechen dazu das Glaubensbekenntnis. Es besagt, dass der Rosenkranz mehr ist als ein Marienlob. Es ist ein Gebet, das festeingebunden ist in den Glauben an Gott, den Dreifaltigen. Bekräftigt wird dies durch das mehrmalige „Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist“, das den gesamten Rosenkranz umrahmt. Man kann es nicht oft genug sagen, dass Gott die Ehre gebührt, zu aller Zeit. Ich möchte Gott die Ehre erweisen, alle Tage meines Lebens, mit meinem ganzen Leben, mit meinem Tun und Denken ebenso, wie mit meinem Gebet. Für das ‚Ehre sei dem Vater‘ ist auf dem Rosenkranz kein Symbol, weder Kreuz noch Perle, vorgesehen. Es wird gewissermaßen durch die Schnur ausgedrückt, auf die der gesamte Rosenkranz aufgefädelt ist. Das Lob Gottes durchdringt alles, trägt alles, hält alles zusammen.

Vater unser
Es folgt eine Perle für das ‚Vater unser‘. Das Gebet, das Jesus selbst uns gegeben hat. Es ist das wichtigste Gebet für alle Christen aller Konfessionen. Es vereint uns alle um Jesus. Wir dürfen uns glücklich schätzen, in Gott einen liebenden Vater zu haben. Das ‚Vater unser‘ steht am Anfang eines jeden Gesätzes, d. h. am Anfang jeder Betrachtung eines Lebensabschnittes Jesu. So steht Gott, der Vater, auch am Anfang von allen unseren Lebensabschnitten - am Anfang von den bedeutenden ebenso wie von den alltäglichen.

Gegrüßet seist du Maria
An das ‚Vater unser‘ schließen sich zunächst drei Perlen an, die für drei ‚Gegrüßet seist du Maria‘ stehen. Dieses Gebet ist ein Marienlob, dessen Mittelpunkt eindeutig eine Verherrlichung Jesu Christi bildet. Marias Leben war auf Jesus ausgerichtet. Sie hat sich deshalb nicht selbst aufgegeben, im Gegenteil - sie hat ihr gesamtes Leben eingesetzt für Jesus und damit für Gott. Das macht sie so bemerkenswert, so bewundernswert. Auch unser Leben verliert nichts, wenn wir Gott zum Mittelpunkt machen und es auf ihn hin ausrichten. Vielmehr bekommt es eine Mitte und eine Tiefe.

Die zentralen Aussagen über Jesus lauten am Anfang bei allen Rosenkränzen, dem freudenreichen, dem schmerzhaften, etc., gleich:
Jesus, der in uns den Glauben vermehre.
Jesus, der in uns die Hoffnung stärke.
Jesus, der in uns die Liebe entzünde.
Glaube- Hoffnung - Liebe - schon Paulus nennt sie als die drei alleinigen Lebensgrundlagen, wobei er beteuert, dass die Liebe am größten und wichtigsten ist. Die drei Geheimnisse über Glaube, Hoffnung und Liebe besagen, dass Jesus unser Leben bereichern möchte.

Jesus, der in uns den Glauben vermehre.

Er will den Glauben vermehren, nicht um uns „gutgläubig“ zu machen, sondern um unseren Leben Klarheit zu geben. Wer jemandem glaubt, der vertraut ihm, dass er die Wahrheit sagt, und verlässt sich darauf. Wer an Gott glaubt, der setzt also sein Vertrauen in ihn und kann sich voll und ganz auf ihn verlassen. Kann es etwas Beruhigenderes geben?

Jesus, der in uns die Hoffnung stärke.
Jesus möchte unsere Hoffnung stärken. Hoffnung hält den Menschen auch in scheinbar ausweglosen Situationen am Leben. Die Hoffnung beschränkt sich nicht auf die momentane Situation. Sie ist immer auf die Zukunft ausgerichtet. Jesus will uns also eine Zukunft geben - jedoch kein bloßes „Warten auf bessere Zeiten“, sondern eine Perspektive, die meinem momentanen Leben eine Ausrichtung auf ein Ziel, letztendlich auf Gott hin, verleiht.

Jesus, der in uns die Liebe entzünde.

Als Höhepunkt steht die Liebe, die Jesus entzündet. Wenn unser ganzes Leben von Liebe durchdrungen ist, dann kann nichts mehr schief gehen. Erst durch die Liebe werden wir zum Ebenbild Gottes, so wie er uns von der Schöpfung her gedacht hat. Unsere Liebe soll Gott, dem Mitmenschen und uns selbst gelten - so möchte es Jesus. Doch das ist nicht leicht zu verwirklichen; oftmals stehen wir uns dabei selbst im Weg. Deswegen brauchen wir immer wieder einen Anstoß, einen „Zündfunken“ von der Liebe Jesu, damit auch in uns wieder ein Feuer brennen kann.