Pfarrverband Hörgertshausen-Gammelsdorf

Königstr. 1, 85408 Gammelsdorf, Telefon: 08766-268, E-Mail: St-Vitus.Gammelsdorf@erzbistum-muenchen.de
Zeitungsartikel: Moosburger Zeitung vom 6. Juli 2007

Die barocke Pracht ist zurückgekehrt

Renovierung der Pfarrkirche abgeschlossen - Festgottesdienst mit dem Weihbischof

Priel: Anlässlich des Renovierungsabschlusses der Pfarrkirche wird Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger am Sonntag den 8. Juli um 10.00 Uhr einen Festgottesdienst mit der ganzen Pfarrgemeinde feiern.

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernimmt das "Holledauer Dutzend" mit der "Waldmesse".
Anschließend bietet der Pfarrgemeinderat Mittagstisch, Kaffee und Kuchen im Feuerwehrhaus.

Der Erlös ist für die Filialkirche Willersdorf bestimmt.





Die Pfarrgemeinde freut sich, nach der Renovierungsphase nun in einer wieder glanzvoll erstrahlenden Kirche Gottesdienst feiern zu können.

Über die Geschichte dieser Innenrenovierungsmaßname informiert der Kirchenpfleger Hermann Schweiger:

Nach einem Beschluss der Kirchenverwaltung vom 8. November 2004 erfolgte der Antrag zur Kirchenrenovierung bei den zuständigen Behörden. Den Planungsauftrag an das Staatliche Bauamt Freising - die Pfarrkirche Priel ist seit der Säkularisierung Staatspalast - erteilte man am 7. Juli 2005. Nach dem die Baugenehmigung am 16. März 2006 vorlag, begannen im April 2006 die Bauarbeiten.  Nach neun Monaten Bauzeit wurde die Innenrenovierung der 140qm großen Kirche fertig gestellt.

Die Gesamtkosten für die Maßnahmen beliefen sich auf 100.000 Euro. Davon beglichen der Staat ein Drittel; zwei Drittel mussten von der Pfarrei aufgebracht werden. Dafür gab es jedoch auch einen Zuschuß vom Ordinariat.

Die mittelalterliche Kirche wurde im Barock (1730) ausgebaut. Der barocke Neubau besitzt eine Bockshaut, die Verlängerung des Hauptschiffes von 1824 im Emporenbereich bekam zusätzlich zur Bockshaut eine Unterkonstruktion mit Schilfrohrmatten. Der Turm befindet sich an der Langhausseite.

"Die Hauptwirkung des Inneren geht von den drei Altären aus, wobei der prächtige Hochaltar, der die gesamte Chor-Ostwand ausfüllt, Raum beherrschende Kraft besitzt", ist der Dokumentation zu entnehmen.
Die Ausmalung der Flachdecke in braunroten Tönen auf grauem und grünem Hintergrund könne mit der Aufstellung der beiden neuromanischen Seitenaltäre um 1889 in Verbindung gebracht werden.

Bei einer Restaurierung der Kirche im Jahre 1935 wurde das Deckengemälde im Langhaus vom Freisinger Kunstmaler Nickl gemalt.

KirchePriel_BischofHasslbergerAltar_B275xH500
Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger
Während der Sanierungsmaßnahmen in den 1970er Jahren ging bei geöffneter Dachhaut ein Unwetter nieder, dessen Wassermassen durch die Decke des Schiffes drangen und zu einem Wasserstand von rund zehn Zentimetern im Kirchenraum führte, informierte der Kirchenpfleger.
Danach waren der Dachstuhl und die Decke vollständig durchnässt.

Eine genauere Untersuchung des Dachstuhls habe ergeben, dass die Fusspunkte des Dachstuhls zum großen Teil durch Feuchtigkeitseinwirkungen zersetzt seien. So wurde im Spätherbst 2004 bereits der Dachstuhl saniert.
Neben einigen Ablösungen des Deckenputzes hatten sich auch die gipshaltigen Überkittungen der Schraubenköpfe an mehreren Stellen gelöst.

Ziel der Restaurierungsmaßnahmen war es daher, die Sicherheit und Tragfähigkeit der mit Kalk geputzten Flachdecke wieder herzustellen.
Hierfür wurde eine Erneuerung der Bockshaut in einigen Bereichen durchgeführt.

Die Restaurierung der Kaseinmalerei der Flachdecke sollte den Erhalt des Ist-Zustandes zum Ziel haben. Hierzu wurde eine Trockenreinigung gemacht. Putzausbesserungen wurden vor allem im Bereich von Rissen, Fehlstellen der Mal- und Putzschicht sowie partiell im Bereich der Gipskittung vorgenommen.
Die Restaurierung der Malschicht wurde dann mit Kalk und eingesumpften Elementen durchgeführt.

Darüber hinaus wurden alle Fehlstellen des Brokats und der Vergoldungen im Bereich des Deckengemäldes mit einer sogenannten Mordantvergoldung neu vergoldet.

Schon vor der Innenrenovierung wurden wichtige Restaurierungsmaßnahmen vorgenommen, erinnert Kirchenpfleger Schweiger.

Der Altar und der Altarraum wurden saniert. Dabei hatten sich Spender gefunden, mittels deren Hilfe etwa der Tabernakel vergoldet werden konnte.
Auch ein Volksaltar wurde 1999 angeschafft. Heiligenfiguren wurden restauriert und davor, im Jahr 2000, bereits eine Wurmbekämpfung durchgeführt.

Darüber hinaus wurden die Fenster wieder "dicht gemacht" und eine hübsche Farbleiste um die Fenster gemalt.

Im Zuge der Restaurierung wurde auch die Kirchenorgel der Pfarrkirche St. Johann Baptist gereinigt und überholt.
Die Kosten dafür wurden durch die Pfarrei und Spenden der Pfarrangehörigen aufgebracht. Rund 4000 Euro erwirtschaftete der Pfarrgemeinderat dafür bei einem Hopfenfest auf dem Hof der Familie Weinzierl sowie bei der Vorstellung des Ramsauer-Papstliedes an Maria Himmelfahrt.
Ferner hatte der Theaterverein Priel 600 Euro für die Orgelsanierung, die von der Firma Max Offner aus Augsburg ausgeführt wurde, gespendet.

Die Empore wurde von einem Statiker untersucht und die Brüstung wurde neu ausgemalt. Hierbei wies Hermann Schweiger vor allem auf die vier Evangelisten hin, deren Abbilder die Brüstung zieren, seitdem es die Kanzel, an welcher die Bilder vorher angebracht waren, nicht mehr gebe.

Ferner wurde eine neue Heizung eingebaut, die vom Denkmalsamt in dieser Form vorgeschrieben sei, so Schweiger.

Kathi Baumeister