Willkommen im Pfarrverband Ilmmünster

Ilmmünster - Reichertshausen - Hettenshausen
Foto von St. Stephanus Reichertshausen (klein)
Chronik:


Im Verzeichnis der Freisinger Eigenkirchen wird im Jahre 779 erstmals ein Oratorium (Betsaal) in Reichertshausen urkundlich erwähnt. Wann die erste Kirche in Reichertshausen, dem hl. Stephan geweiht, erbaut wurde, ist unbekannt. In den älteren Matrikeln des Bistums Freising von 1315 wird Reichertshausen zwar nicht direkt genannt, ist aber eine der vier dort gezählten Filialen von Lampertshausen. In seinen ,,Historischen Bemerkungen" schreibt 1937 Pfarrer Hermann Messerer, daß ,,nach vorhandenem Dokument" vom 25. Nov. 1453 durch Papst Nikolaus V. der Gottesdienst in Reichertshausen geordnet wurde, was möglicherweise mit der Errichtung eines ständigen Vikariats zusammenhängt.
Laut Saulbuch der Kirche Reichertshausen wurden die von den Schweden niedergebrannten Gotteshäuser in Reichertshausen und Paindorf nach dem Dreißigjährigen Krieg neu aufgebaut. Erst 1828 wurde mit der Auflösung der Pfarrei Lampertshausen vom Ordinariat München und Freising Reichertshausen zur selbständigen Pfarrei erhoben.

Unter Pfarrvikar Nikolaus Carl wird 1767 die Kirche halb abgebrochen und ,,von den Apostelkreuzen an höher aufgeführt" und ausgestattet. Einhundert Jahre später war die Kirche wieder zu klein. Statt eines Neubaus befaßte man sich 1897 unter Pfarrer Friedl mit einer Erweiterung der Kirche ab der Eingangstüre nach Westen. Die Verlängerung und Restaurierung der Kirche wurde 1901 abgeschlossen, und sie wurde mit Altären im neuromanischen Stil ausgestattet. Kirchendach und Kirchturm mußten 1924 neu eingedeckt werden, das Kircheninnere wurde 1929 restauriert. Durch den Bombenangriff 1944 wurde auch die Kirche gering beschädigt. Eine weitere Renovierung erfuhr die Kirche 1949, bei der offensichtlich einige bis dahin vorhandene Bilder und Figuren entfernt wurden. 1957 erhielt die Kirche einen neuen Hochaltar mit seitlichen Fenstern und Deckenbemalung.
Das heutige Aussehen unserer Pfarrkirche ist nach einer gründlichen Außen- und Innenrenovierung in den Jahren 1980/81 entstanden. Im Jahr 2011 war erneut eine äußerliche sanierung notwendig. Leichte Schäden im Putz wurden behoben, die Kirche erhielt einen neuen Anstrich und die Fundamente der Kirche wurden außen herum drainiert.

Der Hauptaltar ist dem Kirchenpatron St. Stephan geweiht, den das Altarbild als Erzmärtyrer darstellt. Links davon steht der hl. Johannes der Täufer, rechts der hl. Wolfgang, an der Südwand im Chorraum eine Herz-Jesu-Statue aus neuerer Zeit. Der linke Seitenaltar zeigt die Muttergottes mit dem Jesukind, darüber im Auszug den hl. Michael; der rechte Seitenaltar den hl. Georg, im Auszug den hl. Antonius von Padua. Davor ein Taufstein mit Johannes dem Täufer um 1500 geschaffen.
An der Südwand der Kirche hängt ein großes Kruzifix mit der Schmerzensmutter und dem Lieblingsjünger Johannes aus der Zeit um 1700, gegenüber die Kanzel mit den gut geschnitzten Reliefs der vier Evangelisten. Links von der Kanzel ist der hl. Stephan, gegenüber der hl. Johannes der Täufer, Werke der Frührenaissance um 1500. Die Deckengemälde, neutestamentliche Darstellungen, schuf 1957 der Pfaffenhofener Künstler Michael P. Weingartner.

Die alte Orgel, 1849 gebaut und 1892 repariert, kam 1902, als die Kirche eine neue Orgel erhielt, in die Kirche nach Paindorf. Auf Ersuchen des Chorregenten Hans Oberhauser erhielt die Pfarrkirche 1981 eine neue Orgel mit Gehäuse, dessen Pläne und farbliche Fassung vom Bayer. Landesamt für Denkmalpflege genehmigt wurden. Im Jahr 2011 wurde die Orgel gründlich gereinigt und Schäden ausgebessert.